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Kevin Großkreutz hofft im Derby BVB - Schalke 04 auf Kagawa

Großkreutz-Empfehlung überrascht

Lisa Ramuschkat

Kevin Großkreutz spricht bei SPORT1 über das anstehende Revierderby und einen möglichen Helden. Außerdem blickt er auf seine Zeit in Dortmund zurück.

Das Fieber und die Vorfreude steigen: Der FC Schalke 04 empfängt am Wochenende den Erzrivalen Borussia Dortmund zum heißen Revierderby. 

Die 153. Auflage des Nachbarschaftsduells mit einem unfassbaren 4:4 in der Vorsaison (nach 0:4-Rückstand der Schalker) elektrisiert die Massen - und auch Kevin Großkreutz.

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Der 30-Jährige ist eine der prägendsten Figuren in der Geschichte des Revierderbys. Der 2014er-Weltmeister, der von 2009 bis 2015 beim BVB kickte und Meister wurde und inzwischen beim Drittligisten KFC Uerdingen kickt, machte nie einen Hehl aus seiner Abneigung für den königsblauen Rivalen.

Auch am Samstag (Bundesliga: FC Schalke 04 - Borussia Dortmund ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) drückt Großkreutz seinem Ex-Klub die Daumen. "Ich hoffe natürlich, dass Dortmund gewinnt. Vielleicht so ein 2:0 oder 3:0. Das wäre perfekt und dann kann ganz Dortmund feiern", sagte der bei "Split It!" auf SPORT1. Außerdem gibt er Coach Lucien Favre eine bemerkenswerte Empfehlung: Er wünscht sich, dass Shinji Kagawa noch einmal für den BVB aufläuft - obwohl der zuletzt kaum noch eine Rolle für Dortmund spielte und schon einen Wechsel nach Spanien forciert.

Er ist ein waschechter Dortmunder: Kevin Großkreutz galt immer als die Identifikationsfigur schlechthin beim BVB - mittlerweile hat er sich einer neuen Liebe zugewandt. SPORT1 blickt auf Großkreutz' Zeit bei der Borussia zurück © DPA Picture Alliance/Getty Images/instagram.com/fischkreutz
Keine Frage: Als gebürtiger Dortmunder ist Großkreutz von Kind auf BVB-Fan – und mit sämtlichen Fan-Utensilien ausgestattet. In der Jugend kickt er erstmals für seinen Lieblingsklub, muss die Schwarz-Gelben 2002 aber wieder verlassen. Der Grund: Er ist zu schmächtig © instagram.com/fischkreutz
Er wechselt zu LR Ahlen (heute Rot Weiss), wo er mit Teamkollege Marco Reus den Sprung in die erste Mannschaft schafft und von der Regionalliga Nord in die Zweite Liga klettert © dpa picture alliance
Sein persönlicher Aufstieg bleibt in der Bundesliga nicht unbemerkt: Zur Saison 2009/10 kehrt Großkreutz als Profi zum BVB zurück und unterschreibt einen Drei-Jahres-Vertrag und feiert gleich am ersten Spieltag sein Debüt beim 1:0 gegen den 1. FC Köln © Getty Images
Früh trifft er auf die ganz Großen: Anlässlich des 100-jährigen Geburtstags der Borussia schaut das Star-Ensemble von Real Madrid zum Jubiläumsspiel vorbei. Gegen Cristiano Ronaldo und Co. kassiert der BVB aber eine 0:5-Klatsche © Getty Images
Es dauert auch nicht lange, bis Großkreutz sein erstes Bundesliga-Tor erzielt – und zwar am 5. Dezember beim 4:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg © Getty Images
Schon früh entpuppt sich Großkreutz als Allrounder. Zwar kommt er überwiegend auf den Flügeln zum Einsatz, erweist sich unter Trainer Jürgen Klopp aber mehr und mehr als Option für die Außenverteidiger-Position. Einen Stammplatz hat er ohnehin sicher © Getty Images
Schnell schafft er damit auch den Sprung ins DFB-Team. Sein Debüt für die A-Nationalmannschaft gibt Großkreutz im Mai 2010 beim 2:0 gegen Malta © Getty Images
Sein erster großer Erfolg: 2011 wird Großkreutz mit dem BVB Deutscher Meister, ein Jahr später schaffen die Dortmunder sogar das Double aus Pokal und Meisterschaft © Getty Images
Selbst als Torhüter beweist sich Großkreutz. Als Roman Weidenfeller am 34. Spieltag der Saison 2012/13 wegen einer Notbremse vom Platz muss und der BVB schon dreimal gewechselt hat, zieht sich der Allrounder die Torwart-Handschuhe an – muss sich bei einem Elfer aber geschlagen geben © Getty Images
Im Dezember 2013 sorgt Großkreutz für den 2:1-Siegtreffer gegen Olympique Marseille und katapultiert den BVB damit ins Achtelfinale der Champions League. Im Viertelfinale ist dann gegen Real Madrid Endstation © Getty Images
Langsam werden um Großkreutz aber auch Skandale aufgedeckt. Im Mai 2014 soll er nach dem DFB-Pokal-Finale in einem Berliner Hotel betrunken in der Lobby uriniert haben © Getty Images
Kurz darauf wird ihm vorgeworfen, einen Fan in Köln mit einem Döner beworfen zu haben. Der Nationalspieler nimmt es mit Humor und postet ein Bild samt Döner und dem Satz "Ich habe Hunger" © instagram.com/fischkreutz
Nach den negativen Schlagzeilen folgt aber gleich der nächste große Titel im Sommer 2014: die Weltmeisterschaft mit der deutschen Nationalmannschaft © Getty Images
Damit er nie vergisst, was Großkreutz erreicht hat, lässt er sich die Trophäen auf die Schulter tätowieren © instagram.com/fischkreutz
Mehr und mehr gerät Großkreutz beim BVB in den Hintergrund. Erst schalten ihn diverse Verletzungen aus, ehe er unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel nicht berücksichtig wird. Die Folge ist sein Abschied im Sommer 2015 zu Galatasaray Istanbul © Getty Images
Weil die Istanbuler die Unterlagen zu spät einreichen, erteilt die FIFA Großkreutz keine Spielberechtigung. Heißt: ein halbes Jahr nur Training. Doch es geht ohnehin schneller... © instagram.com/fischkreutz
Großkreutz zieht es wegen Heimwehs zurück nach Deutschland und schließt sich dem VfB Stuttgart an © Getty Images

Großkreutz äußerte sich auch...

... über die aktuelle Saison der Dortmunder: "Sie machen es im Moment sehr gut, die erinnern mich ein bisschen an unsere Zeiten, super hungrige Truppe, die Gas gibt. Sie stehen zu Recht da oben, aber müssen weiter durchziehen."

... über seine Beziehung zum BVB: "Das ist mein Verein, und mit den Jungs bin ich natürlich auch noch in Kontakt, auch mit Hans-Joachim Watzke. Wir haben zusammen viel erlebt, und da kann man den Kontakt nicht einfach so verlieren. Dass es mein Verein ist, ist ja kein Geheimnis. Ich werde diesem Verein immer die Treue halten."  

Großkreutz schwärmt von Meisterschaft und Double mit BVB

... über seine beste Zeit beim BVB: "Die erste Meisterschaft und das Double, als keiner mit uns gerechnet hat. Wo wir alle hergekommen sind, war ja Wahnsinn! Alle aus der zweiten Liga und keiner hat damit gerechnet, dass wir deutscher Meister werden. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, freue ich mich einfach. Das kann mir keiner nehmen, deshalb vermisse ich das nicht, sondern bin stolz drauf."

Zum 152. Mal geht es am heute (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) um den Derbysieg zwischen Schalke und Dortmund. Das Duell der Erzrivalen aus dem Revier hat bereits unzählige Geschichten geschrieben und zahlreiche Helden hervorgebracht © Getty Images
Heute haben die Teams von Derby-Debütant Peter Stöger und Domenico Tedesco die Chance, sich einen Platz in der Liste der denkwürdigsten Revierderbys zu sichern. SPORT1 zeigt vor der Begegnung in der Veltins-Arena die zehn spektakulärsten Derbys zwischen Schwarzgelb und Königsblau © Getty Images
PLATZ 10, S04 - BVB 4:1 (18.08.2007): Heiß her geht es im August 2008 vor allem zwischen Roman Weidenfeller und Gerald Asamoah. Womöglich aus Frust über die Dortmunder Chancenlosigkeit an diesem Tag beschimpft der BVB-Keeper seinen Schalker Kontrahenten wüst. Rassistische Schmähungen, wie von Asamoah behauptet, will er dabei jedoch nicht von sich gegeben haben © Imago
Asamoah kontert auf seine Weise mit dem Treffer zum 3:0, am Ende heißt es 4:1. Dass Asamoah seinen Treffer mit einer Kopf-ab-Geste Richtung BVB-Fans feiert, bereut der Stürmer später selbst. "Wenn ich gegen Dortmund gespielt habe, bin ich ab und zu schon mal Amok gelaufen auf dem Platz", sagte er einmal in der "Welt" © dpa Picture-Alliance
PLATZ 9, S04 - BVB 6:1 (10.12.1985): Einen Platz unter den spektakulärsten Revierderbys findet natürlich auch der höchste Schalker Derbysieg im Dezember 1985. Olaf Thon und Gerhard Kleppinger treffen jeweils doppelt, der BVB entgeht am Saisonende erst in der Relegation gegen Fortuna Köln dem Abstieg © Imago
PLATZ 8, BVB - S04 7:0 (26.02.1966): Sogar noch einen Tick höher fällt der höchste Dortmunder Sieg gegen Schalke aus. Mitte der 1960er-Jahre sind die Königsblauen meist vollkommen chancenlos gegen den BVB, beim 7:0 im Februar 1966 wird es besonders deutlich. Wenige Wochen später gewinnen die Schwarzgelben am 5. Mai als erster deutscher Verein einen Europapokal © Imago
PLATZ 7, BVB - S04 3:0 (28.02.2015): Batman und Robin werden vor allem die BVB-Fans noch lange in guter Erinnerung behalten. Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus sind in jeglicher Hinsicht die Hauptfiguren beim Derbysieg im Februar 2015 © Getty Images
Aubameyang erzielt in der 78. Minute die längst überfällige Führung für dominante Dortmunder - und holt hinter dem Tor einen Turnbeutel mit den Superhelden-Kostümen hervor. Henrikh Mkhitaryan (Bild) legt nur zwei Minuten später nach, Reus sorgt mit dem 3:0 kurz vor Schluss endgültig für Schalker Tristesse © Getty Images
PLATZ 6, BVB - S04 0:1 (30.01.2004): Im Januar 2004 gelingt Frank Rost ein ganz besonderes Derby-Kunststück. In Dortmund pariert der Schalker Keeper gleich zwei Elfmeter: in der 9. Minute gegen Jan Koller, in der 74. gegen Torsten Frings © Getty Images
Und es kommt sogar noch besser für die Gäste: In der 89. Minute spitzelt Ebbe Sand den Ball an BVB-Keeper Guillaume Warmuz vorbei zum Schalker Siegtreffer in die Maschen © Getty Images
PLATZ 5, BVB - S04 1:1 (06.09.1969): Eigentlich sehen die Schäferhunde ja recht putzig aus, mit denen der Sicherheitsdienst im September 1969 rund um das Derby in der Roten Erde für Ordnung sorgen will. Als Schalke jedoch nach 37 Minuten durch Hans Pirkner mit 1:0 in Führung geht, geht es auf einmal drunter und drüber © dpa Picture-Alliance
Einige Schalker Fans stürmen aufs Spielfeld, die Dortmunder Ordner lassen die Hunde los - und einer von ihnen beißt dem Schalker Friedel Rausch in den Allerwertesten. Trotzdem spielt Rausch durch, im Gegensatz zu Teamkollege Gerd Neuser, der nach einem Biss in den Oberschenkel ausgewechselt werden muss. Das Spiel endet 1:1, Neuser und Rausch erhalten vom BVB 500 Mark Schmerzensgeld und einen Blumenstrauß © dpa Picture-Alliance
PLATZ 4, BVB - S04 2:0 (12.05.2007): Der 12. Mai 2007 ist ein Datum, das sich auf ewige Zeiten in die Derby-Geschichte einbrennt. Zwei Spieltage vor Saisonende reist Schalke als Tabellenführer nach Dortmund, hat zwei Punkte Vorsprung auf Verfolger Stuttgart. Alex Frei und Ebi Smolarek (Bild) schießen die Schalker jedoch ins Tal der Tränen © Getty Images
Fassungslos trauern die königsblauen Anhänger nach dem Spiel beim Public Viewing in der heimischen Arena, der Traum vom ersten Meistertitel seit 1958 platzt ausgerechnet gegen den Erzrivalen. Zwei Punkte fehlen am Saisonende, Spott und Häme aus Dortmund gibt es obendrauf © getty
PLATZ 3, BVB - S04 2:2 (19.12.1997): Im Dezember 1997 schreibt Jens Lehmann sein ganz persönliches Derby-Weihnachtsmärchen. Zwischen den Pfosten läuft es für den damaligen Schalker Keeper nicht so richtig, dank Toren von Vladimir But und Andreas Möller führt der BVB bis kurz vor Schluss mit 2:1 © Getty Images
Dann aber schlägt im Duell zwischen Champions-League- und UEFA-Pokal-Sieger auf unwahrscheinliche Art und Weise Lehmanns Stunde: Nach einer - wenn auch unberechtigten - Ecke köpft der spätere Dortmunder den Ball zum 2:2 in die Maschen. Es ist zugleich das erste Bundesliga-Tor eines Torhüters aus dem Spiel heraus © imago
PLATZ 2, BVB - S04 3:3 (13.09.2008): Eines der torreichsten und vom Spielverlauf das lange spektakulärste Derby zwischen Dortmund und Schalke steigt im September 2008. Dass Heiko Westermann so ausgelassen jubelt, ist kein Wunder - schließlich führen seine Schalker nach seinem Treffer in der 54. Minute mit 3:0 in Dortmund und sehen wie der sichere Sieger aus © Getty Images
Was folgt, ist Derbygeschichte - und Alex Frei der Hauptdarsteller. Nach dem 1:3 durch Neven Subotic trifft der Schweizer Stürmer gleich doppelt, erzielt in der 89. Minute per Handelfmeter das 3:3. Ob der BVB - wie bis heute alle Schwarzgelben behaupten - das Spiel sogar noch gewonnen hätte, wenn Schiri Lutz Wagner nicht auf die Nachspielzeit verzichtet hätte, sorgt bis heute für Diskussionen © Imago
PLATZ 1, BVB - S04 4:4 (25.11.2017): Das jüngste Derby ist ohne Zweifel auch das verrückteste aller Zeiten. Die erste Halbzeit ist ein Traum in Schwarz-Gelb. Schalke wird von der BVB-Offensive schwindelig gespielt. Aubameyang, Stambouli (Eigentor), Götze und Guerreiro sorgen nach nur 25 Minuten für eine klare 4:0-Führung der Hausherren © Getty Images
Doch nach der Pause nimmt der Wahnsinn seinen Lauf. Die Gelsenkirchener schaffen durch Burgstaller, Harit und Caligiuri den 3:4-Anschluss. In der vierten Minute der Nachspielzeit setzt Naldo dem Ganzen die Krone auf und köpft zum 4:4 ein. Der königsblaue Jubel kennt danach keine Grenzen, Trainer Tedesco und Schalke-Boss Tönnies stürmen den Platz. Die heutige Auflage muss sich also an einem hohen Maßstab messen © Getty Images

... über das Job-Sharing von Paco Alcacer und Mario Götze: "Er kommt rein und trifft. Sensationell, was Alcacer abliefert - von mir aus kann er gerne so weiter machen. Er ist einfach ein Killer vor dem Tor. Und Mario ist natürlich ein geiler Zocker - der macht viel für die Truppe da vorne." 

... über seinen besten Freund im aktuellen BVB-Team: "Mein kleiner Freund Kagawa Shinji. Ich hoffe, der spielt am Samstag irgendwie - weil Derby kann er ganz gut."

Das bedeutet Großkreutz der Fußball

... über die Strafe für Liverpool-Coach Jürgen Klopp nach dessen Jubellauf kürzlich: "Er hat ja nichts gemacht, nur gejubelt. Wobei in England soll man das als Trainer nicht tun. Aber Emotionen gehören dazu - und ich glaube, er kommt darüber hinweg."

...über Lukas Podolski: "Wir telefonieren einmal die Woche und wollen nächste Woche etwas essen gehen, da ist er in Köln. Poldi ist ein überragender Mensch und einfach ein geiler Typ."