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München - Der Videobeweis sorgte in der Hinrunde der Bundesliga für viele Diskussionen. Um ihr Produkt zu verbessern, ergreifen die Schiedsrichter ungewöhnliche Maßnahmen.

Nicht nur die Bundesliga-Vereine waren im Trainingslager. Auch die Schiedsrichter haben die Winterpause genutzt, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten.

In ihrem "Trainingslager" in Lagos, einem malerischen Ort an der portugiesischen Algarve-Küste, haben sie sich vorwiegend mit dem Streitthema der Hinrunde beschäftigt: dem Videoassistenten.

In zahllosen Übungseinheiten und Schulungen haben die Referees unter der Leitung des Zuständigen für die Reform des Videobeweises, Jochen Drees, an der Optimierung des zur Saison 2017/18 eingeführten technischen Hilfsmittels gearbeitet.

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Mehr zum Trainingslager der Schiedsrichter heute Abend um 23.15 Uhr in Bundesliga Aktuell LIVE im TV auf SPORT1

Situationen wurden simuliert

Dabei setzten die Unparteiischen auf interessante Methoden. Zum einen wurden portugiesische Jugendmannschaften engagiert, die strittige Situationen simulieren sollten.

Die Aktivitäten der Schiedsrichter wurden mit sechs Kameras festgehalten und analysiert.

Auch andere externe Personen wurden hinzugezogen, um die Schiedsrichter besser auf die Herausforderungen mit dem Einsatz des Videoassistenten einzustellen.

Piloten als Beispiel für Schiedsrichter

Zwei Piloten führten mit den Bundesliga-Referees um Felix Brych, Deniz Aytekin und Co. Schulungen zur besseren Kommunikation durch. Drees erklärt bei SPORT1 die Hintergründe.

"Ich habe mir überlegt, dass Piloten von ihrem Anforderungsprofil was die Kommunikation angeht, viele Ähnlichkeiten zu uns haben", sagte Drees.

Der frühere Allgemeinmediziner führte weiter aus: "Der Pilot muss mit dem Co-Piloten kommunizieren, das würde bei uns dem Bild entsprechen, dass der Videoassistent mit seinem Assistenten eine vernünftige Kommunikation am Arbeitsplatz machen muss. Der Pilot muss mit dem Tower kommunizieren, das würde ich gleichsetzen mit der Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Videoassistenten. Und der Pilot muss mit seiner Crew in der Maschine oder den Passagieren kommunizieren, wir müssen unsere Informationen transparent gestalten für den Zuschauer im Stadion oder vor dem Fernseher."

Die Zusammenarbeit mit den beiden Piloten sei bei der Schiri-Crew sehr gut angekommen, so Drees.

Welche Früchte die außergewöhnlichen Maßnahmen des Ausflugs an die Algarve tragen, wird sich womöglich schon am Wochenende zeigen.

Dann startet die Bundesliga mit dem Freitagsspiel zwischen Hoffenheim und Bayern in die Rückrunde.

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