vergrößernverkleinern
Serge Gnabry saß gegen Hoffenheim zunächst auf der Bank
Serge Gnabry saß gegen Hoffenheim zunächst auf der Bank © Imago
Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Serge Gnabry plagt sich mit Muskelproblemen herum - mal wieder. Ob er dem FC Bayern am Sonntag gegen Stuttgart helfen kann, steht in den Sternen.

Das Rätselraten um den Gesundheitszustand von Serge Gnabry geht weiter.

Auch am Donnerstagvormittag trainierte der 23-Jährige allein auf dem Nebenplatz des Bayern-Trainingsgeländes an der Säbener Straße, während sich seine fitten Mitspieler hinter hochgezogenen Planen auf das Süd-Derby gegen den VfB Stuttgart (Bundesliga: FC Bayern München - VfB Stuttgart, So. ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) vorbereiteten.

Unter Anleitung von Reha-Trainer und Pilates-Experte Peter Schlösser spulte Gnabry über eine Stunde ein individuelles Programm ab. Neben koordinativen Übungen an Stangen und Hütchen, absolvierte der Flügelspieler Steigerungsläufe und spielte mit Schlösser Doppelpässe.

Anzeige

Gnabrys Muskulatur macht Sorgen

Am Mittwoch teilten die Bayern mit, dass Gnabry wegen "leichter neuromuskulärer Probleme" nur eine Laufeinheit absolvieren konnte. 

SPORT1 klärt auf: Bei neuromuskulären Problemen ist eine Ansteuerung des Muskels durch einen oder mehrere Nerven gestört, beispielsweise durch eine Fehlbelastung oder Überanstrengung. In der Folge kann eine Muskelverhärtung entstehen. Die Ausfallzeit lässt sich in solchen Fällen nur schwer prognostizieren. Sie kann Tage, aber auch Wochen betragen.

Interessant: Die Definition solcher neuromuskulären Probleme entstammt aus einer von Bayern-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt entwickelten und in der Branche verwendeten Klassifikation von Muskelverletzungen.

Gnabrys lange Krankenakte

Dass sich Gnabry indes immer wieder mit Oberschenkel- und Adduktorenproblemen herumplagt, ist nicht neu. Zu Hoffenheimer Zeiten (2017-2018) fiel er mit einer Oberschenkelzerrung und einem Muskelbündelriss in den rechten Adduktoren knapp drei Monate aus und verpasste auch deshalb die WM. Auch zuvor bei Werder Bremen (2016-2017) sorgten muskuläre Probleme für knapp einen Monat Zwangspause.

Zuletzt zog er sich am 16. Spieltag gegen RB Leipzig (1:0) einen Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel zu. Das letzte Hinrundenspiel in Frankfurt (3:0) verpasste er. Im Wintertrainingslager in Doha/Katar nahm er wieder größtenteils am Mannschaftstraining teil.

Beim Rückrunden-Auftakt in Hoffenheim (3:1) am Freitagabend wurde Gnabry in der 73. Minute nur eingewechselt. Am Dienstag und Mittwoch konnte Gnabry auch nicht mit der Mannschaft trainieren. Zuvor hatte die Mannschaft zwei Tage frei.

Dabei hatte der Nationalspieler laut der Zeit, auf Anraten seiner Berater, vor einiger Zeit ein spezielles Athletikprogramm durchlaufen, das seine Motorik verbessern und Verletzungen vorbeugen soll. Gnabry bekam Bücher über gesunden Schlaf und bessere Regeneration, auch Yoga sollte helfen.

Gnabry droht Ausfall gegen Stuttgart

Nun ist es fraglich, ob es Gnabry (21 Pflichtspiele in dieser Saison/4 Tore/4 Assists) überhaupt in den Kader gegen Stuttgart schafft. Besonders bitter: Auch die Rückkehr von Arjen Robben, der nach einer Oberschenkel-Reizung ebenfalls weiter am Comeback arbeitet und am Donnerstag individuell trainierte, verzögert sich ebenso wie die von Franck Ribery. Der Franzose ist nach einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel wieder im Lauftraining, war am Donnerstag aber nicht auf dem Platz.

Somit stehen Niko Kovac mit Kingsley Coman und Neuzugang Alphonso Davies aktuell nur noch zwei gelernte offensive Flügelspieler zur Verfügung.

Auch deshalb ist klar, warum die Bayern das 18-jährige Chelsea-Talent Callum Hudson-Odoi am liebsten schon im Januar verpflichten wollen.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image