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München - Anfang Dezember kündigt Arjen Robben seinen Abschied vom FC Bayern zum Saisonende an. Und seine Sorge wächst, dass er bis dahin kein Spiel mehr bestreitet.

Es war Ende November 2018. Und es war einer dieser Abende, an dem Matthias Reims Gassenhauer "Ich hab' geträumt von Dir" durch die Allianz Arena hallte, inbrünstig geschmettert von 70.000.

Der Klassiker, umgedichtet auf Arjen Robben, ist seit dessen Siegtor im Champions-League-Finale ein Evergreen der Bayern-Fans. Doch er verhallt allmählich.

Letztmals zu hören waren die stimmgewaltig intonierten Träume des Münchner Anhangs "von dieser Wembley-Nacht" an eben jenem Novemberabend im vergangenen Jahr. Eine Gala Robbens mit zwei Toren beim 5:1 gegen Benfica Lissabon in der Champions League war der feierliche Anlass.

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"Es war schön, es war ein gutes Spiel und so ein Abend macht Spaß", sagte Robben damals freudestrahlend.

Doch das Lächeln ist mittlerweile verflogen.

Wenige Tage später kündigte Robben am Rande eines Fanclub-Besuchs seinen Abschied vom FC Bayern zum Saisonende an. Seither bestritt der 35-Jährige kein einziges Spiel mehr. Und die Sorge wächst, dass zu seinen 305 Pflichtspielen für die Bayern auch kein weiteres mehr hinzukommt. Vor allem bei ihm selbst.

Robben: "Ich will nochmal spielen"

"Es sind meine letzten zwei Monate in diesem Verein, in dem ich zehn Jahre war", sagte Robben der Abendzeitung. "Ich will nochmal spielen, nochmal das Trikot anziehen. Das ist für mich das Allerwichtigste. Wann das ist, ist mir egal."

Dass sich der Zeitpunkt seiner Rückkehr nicht konkret abschätzen lässt, stellt den so ehrgeizigen Robben zusätzlich vor eine Geduldsprobe.

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Auch sein Trainer leidet mit dem 35-Jährigen. "Es ist schwierig", sagte Niko Kovac am Freitag auf SPORT1-Nachfrage. "Ich habe einmal versucht, ein Datum zu nennen, aber ich lag daneben."

Hartnäckige Verletzungen plagen Robben

Waren es im Dezember zunächst Oberschenkelprobleme, verhinderte die hartnäckige muskuläre Reizung dann auch die für das Wintertrainingslager in Doha angedachte Trainingsrückkehr. Ende Februar wurden zwei eitrige Zähne als Ursache der Probleme ausgemacht.

Nachdem die Entzündungsherde entfernt wurden, ging es Anfang März zunächst aufwärts. Robben stieg allmählich ins Mannschaftstraining ein – nur um vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Königsklasse gegen den FC Liverpool von Wadenproblemen erneut ausgebremst zu werden.

"Ich war schon wieder ganz nah dran an der Mannschaft", erklärte der Flügelstürmer. "Aber ich habe in diesen Phasen zwei, drei Rückschläge erlitten."

Momentan fühle sich Robben nicht so, "dass er am Mannschaftstraining teilnehmen kann, beziehungsweise darüber hinaus auch Spiele spielen kann", sagte Kovac.

Comeback gegen BVB?

Robbens sehnlicher Wunsch ist es, in zwei Wochen noch einmal gegen seinen Lieblingsgegner Borussia Dortmund, gegen den er so viele wichtige Tore für Bayern geschossen hat, aufzulaufen.

Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit. Und ausgerechnet der, der immer gewinnen will, scheint ihn zu verlieren. "Ich weiß es noch nicht, wir müssen schauen", sagte Robben. "Aber ich glaube es nicht, es ist eher unrealistisch."

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Aufgeben ist für den Kämpfer Robben aber keine Option.

"Die letzten Monate waren hart, aber ich liebe den Fußball. Wenn der Körper wieder mitmacht, möchte ich noch weitermachen", bekräftigt Robben.

Kovac wünscht Robben die große Bühne

Bevor sich der Niederländer ab Sommer einer neuen Herausforderung widmet, hofft Kovac aber noch auf einen gebührenden Abschied bei den Bayern.

"Wir haben jetzt noch acht Bundesligaspiele und ich gehe auch noch von drei Pokalspielen aus", rechnete Kovac vor. "Ich würde mir wünschen, dass er nicht nur ein bis zwei, sondern auch noch mehrere Spiele machen kann."

Auch damit die Fans wieder ihren Evergreen anstimmen können - der mit der Zeile endet: "Der Arjen hat's gemacht!"

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