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Schalkes Nachwuchstrainer Norbert Elgert steht 2016 kurz vor einem Wechsel zum Rekordmeister. Doch die Bayern haben die Rechnung ohne Aufsichtsratschef Tönnies gemacht.

Manuel Neuer, Mesut Özil, Benedikt Höwedes, Julian Draxler, Leroy Sané, Thilo Kehrer und Max Meyer.

All diese Talente und viele weitere erhielten von Schalkes Nachwuchstrainer Norbert Elgert den Feinschliff und wurden zu Bundesliga-Profis – bestenfalls zu Superstars im Fußball.

In der Sport Bild wurde ein Auszug aus seiner am 15. April erscheinenden Autobiografie "Gib alles, nur nie auf" vorveröffentlicht, in dem es heißt, dass der Chefausbilder der Knappen kurz vor einem Wechsel zum FC Bayern München stand.

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Tönnies verhindert 2016 Elgert-Wechsel zu Bayern

Und zwar vor drei Jahren. "Das einzige Mal, in dem ich anfällig für einen Wechsel gewesen bin, war Anfang 2016. Mich nervte damals extrem, dass wieder einmal ein neuer Manager nach Gelsenkirchen kommen sollte", wird Elgert zitiert, der zu der Zeit die U19 vom FC Schalke 04 trainierte. "Also äußerte ich öffentlich indirekt meinen Unmut." Damals löste Christian Heidel Sportdirektor Horst Heldt zum Saisonende ab.

Kurz nach seiner Unmutsäußerung habe sich Bayerns damaliger Technischer Direktor Michael Reschke bei Elgert gemeldet und erklärt, Präsident Uli Hoeneß wolle ihn kennenlernen. Für den königsblauen Talente-Schmied hörte sich das "nach starkem Interesse an".

Heftiger Streit mit Hoeneß wegen Schalkes Talent-Schmied

Aber der deutsche Rekordmeister hatte die Rechnung ohne Clemens Tönnies gemacht. Schalkes Aufsichtsratschef schritt sofort ein und verhinderte den Abgang. Er habe Elgert sofort angerufen und gefragt: "Spinnst du?", so Tönnies.

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"Ich habe mich in meinem Leben nie so hitzig gestritten, selbst mit Uli Hoeneß nicht, als es um Manuel Neuer ging. Wäre es aber in Sachen Elgert ernst geworden, hätte Bayern wirklich mit Vollgas um ihn gebuhlt, dann hätte meine Freundschaft zu Uli Hoeneß zumindest kurzzeitig mal ruhen müssen."

Bei einem gemeinsamen Spaziergang um den See in Rheda-Weidenbrück, wo Tönnies lebt, wurden die Wogen wieder geglättet. Die beiden redeten "Klartext und danach waren wir uns zum Glück wieder einig", schreibt Elgert.

Elgert verschreibt sich dem Nachwuchs

Darüber hinaus steht in dem Bericht, dass Schalkes U19-Trainer kurz davor stand, die erste Mannschaft zu übernehmen. "Zweimal haben wir darüber nachgedacht, Norbert Elgert zum Cheftrainer auf Schalke zu machen", wird Tönnies dabei zitiert: "Nach dem Aus von Mirko Slomka und nach der Trennung von Roberto Di Matteo. Beide Male gab es nicht die geringste Chance, ihn von dieser Idee zu überzeugen. Er hatte sich viel zu sehr seiner Nachwuchs-Mission verschrieben."

Im April 2008 musste Slomka seinen Hut nehmen, im Mai 2015 wurde Di Matteo entlassen, während Elgert weiter im Nachwuchsbereich blieb, wo er seit 1996 in Gelsenkirchen tätig ist. Selbst ein Angebot vom FC Arsenal ließ ihn kalt.

"Einmal kam ein Headhunter auf mich zu, der im Auftrag von Arsenal nachfragte, ob ich mir einen Wechsel nach England, wo ich dann auch für den Nachwuchs hätte verantwortlich sein sollen, vorstellen könnte. Doch das konnte ich nicht", verriet Elgert.

Die neuesten Talente aus der Knappenschmiede 

Wie wertvoll der 62-Jährige für Schalke ist, zeigt die Tatsache, dass in der laufenden Saison wieder einige Talente den Sprung aus dem Nachwuchs zu den Profis geschafft haben:

Alexander Nübel ist sogar Stammtorhüter und Benjamin Goller (20), Ahmed Kutucu (19), Haji Wright (21) sowie Nassim Boujellab (19) feierten ihr Debüt für Königsblau.

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