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RB Leipzig hat Blut geleckt, auch der BVB ist heiß auf mehr - gut so! Der SPORT1-Kommentar
RB Leipzig hat Blut geleckt, auch der BVB ist heiß auf mehr - gut so! Der SPORT1-Kommentar © SPORT1-Montage: Getty Images/SPORT1
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München - Endlich Titelansprüche außerhalb von München! Die Meisteransagen des BVB und von RB Leipzig werden der Liga guttun. Der SPORT1-Kommentar.

Alles wie immer.

Ende Mai schwenken Fans und Touristen auf dem Münchner Marienplatz rot-weiße Fähnchen, während Fußballprofis oben auf dem Rathausbalkon ihre neuesten Sonnenbrillenmodelle sowie glänzendes Edelmetall präsentieren.

Der FC Bayern hat nach der siebten Meisterschaft in Serie also auch den DFB-Pokal gewonnen. Das fünfte Double in dieser Dekade.

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Forsche Ansagen aus Leipzig und Dortmund

Mir fällt dieser Tage eine Szene aus dem Film "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" ein: Der junge Indiana Jones hat gerade in einem nervenaufreibenden Wettstreit durch eine letzte Wendung das Nachsehen, woraufhin ihm gesagt wird: "Heute hast du verloren - aber das muss dir ja nicht gefallen."

Die Konkurrenz des Rekordmeisters und -pokalsiegers ist einmal mehr geschlagen. Aber, und das war auch schon einmal anders, sie findet sich nicht damit ab und verharrt in ehrfürchtiger Erstarrung, sondern ist unzufrieden.

Statt purer Lobhudelei in Richtung München hört man aus Dortmund und Leipzig Hadern, Trotz, forsche Ansagen. Gut so!

"Die Enttäuschung ist groß, denn wir hätten das Spiel nicht verlieren müssen", sagte Ralf Rangnick sichtlich angefressen nach dem DFB-Pokal-Finale, in dem er sein Team "30 Minuten dominierend" und "über weite Strecken ein Duell auf Augenhöhe" sah. SPORT1-Experte Marcel Reif pflichtete dem Trainer von RB Leipzig im CHECK24 Doppelpass bei: "Wie eine Python" habe RB die Bayern eingeschnürt.

Zum ganz großen Wurf hat es zwar noch nicht gereicht, doch eins ist klar geworden: Nach drei Jahren Bundesliga hat sich RB in der Spitze des deutschen Fußball etabliert. "Eine extrem gefährliche Mannschaft. Einfach nur Hut ab", lobte Thomas Müller im Sportschau Club.

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Und: Leipzig wird dranbleiben. Rangnick und Co. werden den Kader im Sommer optimieren, und auf der Trainerbank wird mit Julian Nagelsmann der spannendste junge Coach Deutschlands Platz nehmen - "um irgendwann Titel zu holen", wie ebenjener vor einer Woche im kicker ankündigte.

Watzke: "Wir wollen Meister werden!"

Selbstbewusste und klar formulierte Titelansprüche, die nicht aus München kommen? Eine selten gewordene Erscheinung, die aber derzeit ein Revival erlebt.

"Wir wollen Meister werden!", postulierte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Tag von Bayerns Double-Feier in der Bild am Sonntag. Und versicherte obendrein, dass auch Coach Lucien Favre, der den Titel zwischenzeitlich bei nur zwei Punkten Rückstand abgeschenkt hatte, dies genauso sehe.

Die Weichen für einen neuerlichen Angriff auf die Bayern hat Borussia Dortmund bereits gestellt und mit Nico Schulz, Thorgan Hazard und Julian Brandt einen bemerkenswerten Transfer-Dreierpack geschnürt.

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Nun, die Knie über den Wadenwärmern schlottern nicht, obgleich Bayern-Trainer Niko Kovac mahnt, dass in Leipzig und Dortmund etwas heranwachse, das ernst zu nehmen sei. Doch eher freut man sich in München über die erstarkte Konkurrenz. "Ich hoffe, dass das nächstes Jahr so weitergeht", sagte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Um sich im weiter anstehenden Mannschaftsumbruch zum Leistungsmaximum entwickeln und auch wieder den eigenen Ansprüchen auf internationalem Parkett gerecht werden zu können, muss der FC Bayern national gefordert werden. Ein Dreikampf mit Dortmund und Leipzig käme da gelegen. Und dem geneigten Zuschauer auch.

Die Konkurrenz hat Blut geleckt und geht die Jagd offensiv an. Das macht Hoffnung auf eine erneut packende Saison - und auf mehr Qualität im deutschen Fußball.

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