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Leipzig - Trotz des vergebenen Meister-Matchballs bei RB Leipzig lässt der FC Bayern wenig Zweifel daran zu, dass sie den Vorsprung gegen den BVB ins Ziel bringen.

Spiel, Spaß und Spannung in der Bundesliga ­­­- ­zumindest aus Sicht des neutralen Fußball-Fans.

Durch das 0:0 des FC Bayern bei RB Leipzig und dem 3:2-Sieg von Borussia Dortmund gegen Fortuna Düsseldorf fällt die Meisterentscheidung erstmals seit neun Jahren am letzten Spieltag.

Die Münchner haben ihren siebten Meistertitel in Folge, dank eines Zwei-Punkte-Vorsprungs auf den BVB, aber weiter in der eigenen Hand und können erstmals seit dem Jahr 2000 im eigenen Stadion die Schale holen.

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Schwere Gegner für FC Bayern und BVB

"Die Spannung hätten wir uns gerne erspart", erklärte Niklas Süle zwar. Der Innenverteidiger machte aber auch deutlich: "Wir haben immer noch alles in der eigenen Hand und wollen nächste Woche vor den eigenen Fans die Meisterschaft holen. Wenn wir es schaffen sollten, wovon ich ganz klar ausgehe und so optimistisch bin ich, dann wird es eine schöne Party."

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Sind die Bayern wirklich so cool? Jein. Zwar zeigte das stärkste Team der Rückrunde (Bayern) gegen die zweitstärkste (Leipzig) eine ebenso starke Leistung. Dennoch vergab der Rekordmeister den ersten Matchball im Kampf um die Schale und haben Verfolger Dortmund indirekt wieder zum Leben erweckt.

Die Bayern werden zudem wissen, dass das alles entscheidende letzte Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt kein Zuckerschlecken wird. Grund: Die Hessen kämpfen noch um die Champions League und werden ihrem Ex-Trainer nichts schenken wollen. Allerdings muss Dortmund auch erstmal das schwere Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach siegreich gestalten.

Watzke schickt vergifteten Hinweis

"Der Druck wandert jetzt weiter Richtung Süden. Die Bayern können alles verlieren, wir können jetzt nur noch gewinnen", schickte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke noch am Samstagabend einen ersten Giftpfeil nach München.

Was den Bayern indes Mut machen dürfte, ist vor allem ihre Heimstärke, denn die letzten zehn wurde alle gewonnen. Auch aus dem torlosen Remis schöpfen die Bayern Kraft. Die Zahlen: 61 Prozent Spielanteile, 13:10 Torschüsse, 6:1 Ecken. Dazu das hauchdünne Abseitstor von Leon Goretzka (50.), nach welchem die angefertigten Meister-Shirt gedanklich schon ausgepackt waren. Allerdings zog Schiedsrichter Manuel Gräfe das Tor aufgrund des Videobeweises wieder zurück und die Bayern hatten den 29. Meistertitel nur für zwei Minuten gesichert.

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Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge: "Die Mannschaft hat ein großartiges Spiel abgeliefert. Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein, aber der verschlechtert nicht unsere Situation. Wenn wir so gegen Frankfurt spielen, haben wir gute Chancen. Man hat gesehen, dass die Mannschaft gewinnen will. Der Spirit war großartig." Noch siegesgewisser ist Präsident Uli Hoeneß. "Wenn die Mannschaft so spielt wie heute, werden wir kein Problem kriegen", sagte er: "Ich werde wunderbar schlafen, weil ich weiß, dass, wenn sie so kämpfen und sich so reinhängen wie heute, sind wir am Samstag Deutscher Meister."

Thomas Müller wirkte hingegen weniger euphorisch. Eher vorsichtig zurückhaltend. Der Ur-Bayer sah aber, wie Rummenigge, auch ein starkes Spiel seiner Bayern und sagte: "So eine Situation hatten wir noch nicht, aber im Winter hätten wir die Situation sofort unterschrieben, dass wir mit einem Heimsieg gegen Frankfurt alles klarmachen können." Sein Fazit: "Wir müssen die gleiche Kultur und Spielkultur an den Tag legen. Dann werden wir die Meisterschaft holen."

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