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München - Franck Ribéry, Arjen Robben und Rafinha stehen vor ihrem letztem Spiel beim FC Bayern. Wie stehen ihre Einsatzchancen? Coach Kovac schweigt, aber es gibt eine Tendenz.

Rätselraten um die Bayern-Routiniers.

Vor dem Meisterschaftsendspiel gegen Eintracht Frankfurt (Bundesliga: FC Bayern München - Eintracht Frankfurt, Samstag 15.30 Uhr im LIVETICKER) stellen sich nicht nur die Fans des  FC Bayern, sondern vielleicht auch SGE-Trainer Adi Hütter die Frage: Bringt Niko Kovac die zum Saisonende scheidenden Franck Ribéry, Arjen Robben und Rafinha in ihrem letzten Heimspiel von Beginn an – oder nicht?

"Wir müssen nicht allzu viele Worte über die drei verlieren. Sie haben sehr viel für den Klub geleistet und haben auch sehr viele Sympathien außerhalb des Klubs", sagte Niko Kovac. "Wir haben jetzt aber noch ein Endspiel. Ich weiß, dass jeder spielen möchte. Es ist das letzte Bundesligaspiel. Ein Finalspiel, in dem jeder dabei sein möchte. Das ist auch gut so."

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Kovac selbst ließ sich bislang nicht in die Karten schauen. Mit Ribéry und Robben führte er in dieser Woche aber Einzelgespräche, in denen es auch um das Frankfurt-Spiel ging.

Rafinha dürfte dabei die schlechtesten Karten im Startelf-Poker haben. Der 33-jährige Brasilianer verlässt die Bayern nach acht Jahren am Saisonende, weil sein Vertrag wie der von Ribéry und Robben nicht verlängert werden.

Letzter Startelfeinsatz für Ribéry im Februar

Zur Erinnerung: Seinen letzten 90-Minuten-Einsatz in der Bundesliga hatte der Rechtsverteidiger Ende März gegen Freiburg (1:1). Seitdem spielte er nur elf Minuten in der Liga. Joshua Kimmich dürfte gegen Frankfurt gesetzt sein. Für Rafinha bliebe also nur die Bank.

Ribéry, der sich wie seine Pendants eines emotionalen Abschieds sicher sein kann, erlebte seinen letzten Startelf-Auftritt in der Bundesliga Ende Februar gegen Hertha BSC (1:0). Seitdem stehen für den 36-Jährigen lediglich Joker-Einsätze zu Buche. Allerdings traf er gegen Hannover zum 3:1-Endstand.

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Weil Kingsley Coman auf der linken Außenbahn zuletzt stark aufspielte, dürfte es für Ribéry schwer werden mit einem Startelfeinsatz – zumindest wenn Kovac nach dem Leistungsprinzip aufstellt. Der Franzose kann mit seinem neunten Meistertitel übrigens alleiniger Rekordhalter bei den Bayern werden.

Robben hingegen könnte überraschend sogar in die Startelf rücken. Der 35-Jährige machte in dieser Woche bereits deutlich, voller "Adrenalin" zu sein und es gegen die Eintracht "noch einmal allen zeigen" zu wollen. Seine indirekte Forderung dabei an Kovac: "Stell mich auf!"

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Der Niederländer gab Anfang Mai gegen Hannover nach fünfmonatiger Verletzungspause sein Comeback und spielte seitdem lediglich fünf Minuten in der Liga. Diese Woche trainierte er stark. Aber reicht das für einen Platz in der Startelf?

Sein möglicher Kontrahent Serge Gnabry ist unter Kovac gesetzt – wie Coman. In den jüngsten beiden Ligaspielen gelang ihm jedoch keine Torbeteiligung, und er wurde zweimal ausgewechselt. Nach SPORT1-Informationen rechnet Gnabry dennoch nicht damit, auf der Bank zu sitzen.

Starke Trainingsleistung von Robben

So oder so: Robben brennt auf seinen Einsatz: "Volle Allianz Arena, ich nach zehn Jahren, Franck nach zwölf, wir beide von Anfang an, Meister werden - da gibt's nichts Schöneres." Kovac meinte dazu: "Das nehme ich wahr, und das ist auch gut so. Wir haben aber den Trainer und auf der anderen Seite den Menschen. Das ist nicht immer kompatibel genug."

Soll heißen: Kovac würde Robben und gewiss auch den anderen beiden einen Startelfeinsatz von Herzen gönnen, Experimente kann er sich aber nicht erlauben im Titel-Showdown. Dafür steht für den FC Bayern - und auch für ihn selbst - zu viel auf dem Spiel.

Allerdings: Ließe Kovac alle drei auf der Bank und gäbe der Spielverlauf nicht deren Einwechslungen her, würde der Bayern-Trainer gewiss in Erklärungsnot geraten. Man stelle sich vor: Einer der Stammesältesten bei Bayern käme nicht zum Einsatz.

Schlusswort Kovac über "Robbery": "Was die beiden nicht nur sportlich für diesen Klub geleistet haben, ist einzigartig. Sie werden diesem Verein ganz bestimmt fehlen. Man muss zusehen, dass man so schnell wie möglich solch eine Zange wiederfindet und kreiert, denn die fällt nicht von den Bäumen. Schade, dass sie gehen. Ich hätte sie gerne mit 25 Jahren gehabt."

Aber vielleicht lassen dürfen sie als Mittdreißiger ja doch noch einmal alte Klasse aufblitzen lassen.

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