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München - Bei ihrem letzten Bayern-Spiel in der Allianz Arena sitzen Franck Ribéry und Arjen Robben zunächst auf der Bank - und feiern doch einen märchenhaften Abschied.

Selbst Hollywood hätte kein besseres Drehbuch schreiben können: Franck Ribéry und Arjen Robben haben in ihrem letzten Bundesliga-Heimspiel in der Allianz Arena einen absoluten Traumabschied vom FC Bayern München gefeiert.

Nicht nur, dass die beiden Altstars noch einmal eine Meisterschaft feiern durften - sie trugen sich zudem beide ein letztes Mal in die Torschützenliste ein. Und das, obwohl beide zunächst auf der Bank gesessen hatten.

"Das was sie hier geleistet haben, war sensationell. Sie haben eine Ära geprägt", hatte Bayern-Coach Niko Kovac bereits vor dem Spiel betont, aber zugleich mit Blick auf die Entscheidung zugunsten von Kingsley Coman und Serge Gnabry in der Startelf erklärt: "Ich musste sportlich entscheiden. Emotional gesehen hätte ich die anderen beiden natürlich auch bringen können."

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Kovac bringt Ribéry und Robben

Beim Stand von 3:1 für die Münchner war es schließlich so weit: Zunächst brachte Kovac in der 61. Minute Ribéry für Coman in die Partie, sechs Minuten später kam Robben für Gnabry - und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Der CHECK24 Doppelpass mit Ralf Rangnick und Stefan Effenberg, am Sonntag ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM

In der 72. Minute setzte Ribéry am linken Strafraumeck noch einmal zu einem seiner unwiderstehlichen Dribblings an, ließ zwei Gegenspieler stehen und chippte den Ball sehenswert über Kevin Trapp hinweg ins Netz. Der Franzose stürmte in Richtung rechte Eckfahne, rutschte auf den Knien über den Rasen und wurde von sämtlichen Teamkollegen gefeiert.

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Doch damit nicht genug: In der 78. Minute lupfte Lewandowski den Ball in den Sechzehner, David Alaba legte quer und auch Robben kam aus kurzer Distanz unbedrängt zu seinem Abschiedstor in der Allianz Arena.

Auf der Tribüne standen derweil Uli Hoeneß die Tränen in den Augen. Alles hollywoodreif eben. Dennoch blieb Robben ein weiteres hollywoodreifes Highlight verwehrt: Mit einem weiteren Treffer hätte der Niederländer sein 100. Bundesliga-Tor für den Rekordmeister erzielt. So blieb es bei "nur" 99 Toren.

Die Experten im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 zollten der jetzt schon legendären Flügelzange Respekt - allen voran Ralf Rangnick. "Das sind zwei Spieler, die jetzt über zehn, zwölf Jahre den FC Bayern geprägt haben", erklärte er.

Rangnick bedauert "Qualitätsverlust"

"Ich glaube schon, dass der Abschied der beiden ein großer Qualitätsverlust für die Bundesliga ist. Die Bayern müssen jetzt schauen, dass solche Spieler wieder entwickelt werden, entweder aus den eigenen Reihen oder von anderswo verpflichtet werden und diese dann in die Fußstapfen treten können", sagte der Trainer von RB Leipzig.

Kingsley Coman und Serge Gnabry seien zwei gute, junge Spieler auf der Position, aber Ribéry und Robben seien vom Typus her besondere Spieler.

Vor allem imponierte der Doppelpass-Runde der wahnsinnige Ehrgeiz der beiden Altstars. Robben war schon beim Warmmachen sichtlich verärgert gewesen, weil er seiner Meinung nach zu lange auf seine Einwechslung hatte warten müssen. Er trat aus Wut sogar gegen den Pfosten. Als er das Zeichen von der Trainerbank bekam, setzte er einen Vollsprint Richtung Auswechselbank an, um ja keine Sekunde mehr zu verpassen.

Robben: "Heute war der große Tag"

"Heute war der große Tag. Da legst du alles rein, weil du das letzte Spiel genießt. Es war ein Happy-End", erklärte Robben nach dem Spiel. 

Noch emotionaler gab sich Ribéry nach dem Spiel. Nach dem Spiel konnte der Franzose seine Tränen nicht mehr zurückhalten. "Das war mein letzter Moment in der Allianz Arena. Ein komisches Gefühl mit vielen Emotionen. Für mich war die Zeit hier sehr wichtig für mein Leben. Ich bin auch stolz darauf, was ich hier erreicht habe", erklärte er.

Er bedankte sich herzlich bei der Bayern-Familie und den Fans. "Viele Menschen bei Bayern sind - glaube ich - traurig. Meine Familie ist es auch. Ich auch. Als ich kam, was das Buch auf. Jetzt ist es zu. Aber was drinsteht, bleibt das ganze Leben." Und als Krönung durften Ribéry und Robben ihr letztes Kapitel noch selbst mitgestalten. Und zwar so, wie es Hollywood kaum besser hinbekommen hätte. 

 

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