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München und Mönchengladbach - Josip Drmic rettet Borussia Mönchengladbach gegen die TSG Hoffenheim - mit seinem ersten Liga-Treffer seit fast einem Jahr. Doch seine Zukunft liegt woanders.

In der 82. Minute zog Dieter Hecking seinen letzten Trumpf.

Beim Stand von 1:2 im Europa-Duell von Borussia Mönchengladbach mit der TSG Hoffenheim wechselte der Noch-Trainer Stürmer Josip Drmic für Tobias Strobl ein.

Jenen Drmic, der in dieser Saison erst zum sechsten Mal im Kader stand und zuvor nur zwei Mal zum Einsatz gekommen war.

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Jenen Drmic, der sein letztes Pflichtspiel-Tor bei der WM 2018 gegen Costa Rica für die Schweiz und seinen letzten Treffer für die Borussia am 12. Mai 2018 erzielt hatte.

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Doch all das war in diesem Moment vergessen. Gladbach brauchte ein Tor - und nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung schlug der Joker zu.

Drmic: "Es war eine Explosion"

Der zuletzt mit Ego-Vorwürfen konfrontierte Alassane Plea spitzelte einen Pass von Ibrahima Traore uneigennützig zu Drmic weiter, der den Ball aus zehn Metern in zentraler Position rechts unten im Tor unterbrachte und für den 2:2-Endstand sorgte (Das Spiel im LIVETICKER zum Nachlesen).

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"Es war eine Explosion bei mir", sagte Drmic, der bei seinem Einsatz von den Verletzungen von Lars Stindl und Raffael profitierte, bei SPORT1: "Ich bin überglücklich. Es war nicht einfach für mich, ich habe eine Leidenszeit hinter mir."

Denn Verletzungen sind ein Thema, mit dem sich auch Drmic auskennt. Ein Knorpelschaden setzten ihn beim Hamburger SV in der Saison 15/16 für 266 Tage außer Gefecht, eine Knieverletzung, Rückenprobleme und ein Muskelfaseriss bei Gladbach für insgesamt 250 Tage.

"Es ist eine Situation, die man fast nicht glauben konnte, wenn man zurückguckt, was ich alles durchgemacht habe. Ich schieße aufs Tor und dann ist er drin und du holst einen Punkt...Das sind Emotionen pur", sagte Drmic in der ARD über sein Tor.

Drmic erzielt wichtigen Treffer im Europa-Duell

Es war ein Treffer, der Millionen bedeuten könnte. Denn durch den Punktgewinn bleibt die Borussia mit 52 Punkten als Fünfter vor der TSG Hoffenheim (51), die bei einem Sieg an Gladbach vorbeigezogen wäre (Service: Tabelle der Bundesliga).

Bei einem Sieg von Bayer Leverkusen gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag würde die Borussia zwar auf Rang Sechs abrutschen. Das hätte aber wiederum die Folge, dass der Rückstand auf die Eintracht auf dem Champions-League-Platz nur zwei Zähler betragen würde.

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So oder so: Eine Teilnahme im europäischen Geschäft hat Gladbach dank Drmic weiter in der eigenen Hand. Deswegen feierte Heckings Team das späte Remis auch wie einen Sieg.

"Wir sind hingefallen, aufgestanden, wieder hingefallen und wieder aufgestanden", freute sich Drmic bei SPORT1.

Sommer als Rückhalt

Über weite Strecken war der Auftritt des fünfmaligen deutschen Meisters allerdings leblos.

Einzig die katastrophale Chancenverwertung der Hoffenheimer und ein starker Yann Sommer verhinderten weitere Gegentreffer als die durch Pavel Kaderabek (33.) und Nadiem Amiri (79.). "Ohne Yann", stellte Drmic fest, "wäre das Resultat anders gewesen."

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Der zweite Held des Abends blickte bereits auf den Endspurt. "Wir müssen alles dafür tun, damit wir zusammen Europa erreichen. Dafür wollen wir sechs Punkte aus zwei Spielen holen", sagte Sommer.

Drmics Zukunft liegt woanders

Am 33. Spieltag gastiert Gladbach in Nürnberg, ehe die Borussia aus Dortmund an den Niederrhein reist.

Ob dabei auch Josip Drmic wieder eine Rolle spielen wird? Gut möglich, dass die späte "Explosion" gegen Hoffenheim Drmics letzter großer Auftritt im Gladbach-Trikot war.

Denn der Vertrag des Schweizers läuft aus. Drmic äußerte sich vor wenigen Wochen in der Bild dahingehend, dass er davon ausgehe, sich "etwas Neues" zu suchen.

Doch eins ist klar: Drmic hat zumindest noch einmal auf sich aufmerksam gemacht - und Gladbach einen womöglich wichtigen Punkt gerettet.

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