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München - Jann-Fiete Arp trainiert bereits bei Bayern. Das Supertalent will topfit bei den Profis einsteigen und sich durchbeißen. Ex-Trainer Christian Titz schwärmt bei SPORT1.

Zusatz-Training für die große Chance!

Bereits zehn Tage vor dem offiziellen Trainingsstart der Bayern-Profis hat Neuzugang Jann-Fiete Arp das Training beim Rekordmeister aufgenommen.

"Er ist unbekümmert, völlig geerdet, enorm wissbegierig und bereit, ein erfolgreicher Fußballer zu werden und dafür viel zu investieren. Dass er jetzt schon ins Training einsteigt, spricht für ihn und zeigt, welche Einstellung er jetzt schon hat", sagt Christian Titz im Gespräch mit SPORT1. Der 48 Jahre alte Cheftrainer von Regionalligist Rot-Weiss Essen gilt als einer der größten Förderer von Arp und trainierte ihn beim HSV in der U17 sowie in der Bundesliga und Zweiten Liga.

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Nach SPORT1-Informationen war es der Wunsch des 19-Jährigen, sich schon jetzt den Amateuren der Münchner in deren Trainingslager im Stubaital (Österreich) anzuschließen, um topfit am 8. Juli bei den Profis aufzuschlagen. Zuvor erholte sich der Stürmer mit Freundin Linda unter anderem im Dubai-Urlaub, besuchte dort ein Konzert der Band "Maroon 5" und aß im In-Restaurant "Nusr-Et". Jetzt steht wieder harte Arbeit an.

"Ich will mich optimal auf meinen Start bei den Profis des FC Bayern vorbereiten und freue mich, dass ich diese Möglichkeit bei den Amateuren bekommen habe", wird Arp von den Vereins-Medien zitiert.

Arp will angreifen

Bislang wurde der Transfer des Ex-Hamburgers im Umfeld des Rekordmeisters teilweise belächelt. Getreu dem Motto: Was wollen die Bayern mit einem Stürmer, der in der vergangenen Saison bei nur 17 Einsätzen in der Zweiten Liga einmal traf, oft nicht mal im Kader stand und sogar zwischenzeitlich in die Regionalliga-Reserve verbannt wurde? Erschwerend kommt hinzu, dass das Arp-Paket kein Günstiges ist. Zwischen 15 und 20 Millionen Euro, inklusive Ablösesumme und Gehalt, soll er den Roten in den nächsten Jahren wert sein. 

Arp will nun beweisen, dass mit ihm in München zu rechnen ist - trotz Mega-Konkurrenz. Seine Chance wird er im bislang noch sehr dünnen Profi-Kader bekommen. Ziemlich sicher wird der U19-Nationalspieler auch mit dabei sein, wenn sich der Bayern-Tross auf seine USA-Reise begibt (15.-24. Juli) und dann auf den FC Arsenal, Real Madrid und den AC Mailand treffen wird.

Jann-Fiete Arp im Trainingslager des FC Bayern II
Jann-Fiete Arp im Trainingslager des FC Bayern II © FC Bayern München

Ausleihe ist kein Thema

Immer wieder tauchten zuletzt auch Gerüchte auf, wonach Arp in der kommenden Saison direkt ausgeliehen werden könnte. Nach SPORT1-Informationen ist dieses Szenario aktuell aber kein Thema. Arp möchte in München bleiben und notfalls Spielpraxis in der Reserve sammeln, die in der kommenden Saison in der Dritten Liga spielen wird. 

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"Fiete hat als junger Fußballer bereits eine sehr gute Entwicklung genommen. Man darf nicht vergessen, dass er als Jugendlicher bereits zwei Jahre bei den Profis gespielt hat und erst jetzt offiziell aus der A-Jugend herauskommt", erklärt Titz. "Fiete hat seine Leistungen zum Saisonende hin stabilisiert. Wie nun das Kapitel bei Bayern München ausgehen wird, kann man nie vorhersehen. Er ist jedenfalls ein ausgezeichneter Fußballer mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Fiete hat die Qualität, ein sehr guter Bundesliga-Fußballer zu werden."

Jansen wünscht "viel Erfolg"

Vielleicht sogar beim FC Bayern? Nach neun Jahren beim HSV und einer für ihn schwierigen Saison wagt er einen Schritt, den vor ihm schon viele Talente gingen und teilweise gnadenlos gescheitert sind. Er selbst will nicht der Nächste sein, sondern seine eigene, erfolgreiche Bayern-Geschichte schreiben. "Ich wünsche Fiete viel Erfolg und dass er bei den Bayern wieder mehr Selbstvertrauen bekommt, damit er in seinem Reifeprozess und in einem neuen Umfeld neue Schritte gehen kann", sagt HSV-Präsident Marcell Jansen im Gespräch mit SPORT1

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Passend dazu teilte Arp seinen Fans nach seinem letzten HSV-Pflichtspiel gegen den MSV Duisburg am 34. Spieltag auf Instagram mit: "Ich hoffe durch die enorme Liebe die ihr mir gegeben habt, gestärkt zum FC Bayern München gehen zu können, um zu zeigen, dass Hamburger Jungs auch bei den Größten überzeugen und erfolgreich sein können."

Bei den Bayern hätten sie jedenfalls nichts dagegen.

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