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München - Uli Hoeneß hat eine Transferoffensive des FC Bayern angekündigt. Das Werben um Hudson-Odoi oder Sané bleibt bislang erfolglos. Doch späte Coups haben Tradition.

"Wenn Sie wüssten, was wir schon alles sicher haben für die neue Saison ..."

Ein Satz mit Signalwirkung, den Uli Hoeneß im Februar im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 sagte. "In unserer Transferpolitik haben wir dieses Jahr beschlossen, nicht zu klotzen - aber nächstes Jahr", kündigte der Präsident des FC Bayern eine große Transferoffensive an.

"Der Engländer würde sagen: 'It's more to come'", sagte Hoeneß ebenfalls, ehe der eingangs und in den vergangenen vier Monaten viel zitierte Satz fiel.

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Zu diesem Zeitpunkt standen zwei Neuzugänge für den Sommer bereits fest, beim dritten fehlte nur die offizielle Bestätigung - hinzugekommen sind seither: keine. Zumindest wurden keine verkündet.

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Pavard, Hernández, Arp - und nun?

Als erster neuer Spieler für die kommende Saison war im Januar Benjamin Pavard von Absteiger VfB Stuttgart präsentiert worden. Der 23-Jährige kommt für 35 Millionen Euro vom Neckar an die Isar.

Pavard bildet ein französisches Weltmeister-Doppel mit Lucas Hernández, der für 80 Millionen Euro von Atlético Madrid zu Bayern wechselt - der bislang weltweit zweitteuerste Fußball-Transfer des Sommers nach Eden Hazard (für 100 Millionen Euro vom FC Chelsea zu Real Madrid).

Außerdem wurde das 19 Jahre alte Sturmtalent Jann-Fiete Arp für drei Millionen Euro vom Hamburger SV verpflichtet.

Dass während der Rückrunde keine weiteren Transfers bekanntgegeben wurden, begründete Hoeneß damals im CHECK24 Doppelpass mit den Worten: "Wenn wir jetzt schon bekanntgeben, wen wir haben, dann sind die, die dann vielleicht nicht mehr spielen, ja böse."

Nun ist die Saison vorbei - und Fans und Beobachter warten gespannt auf die Ergebnisse einer vermeintlichen Shopping-Tour im Hintergrund.

Interesse an Callum Hudson-Odoi und Leroy Sané

Nicht versteckt, sondern öffentlich buhlen die Bayern seit mehreren Wochen um zwei Spieler. Bereits im Wintertrainingslager in Katar verkündete Sportdirektor Hasan Salihamidzic, dass der FCB den 18 Jahre alten Flügelspieler Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea "unbedingt" verpflichten will.

Und zuletzt machten die Verantwortlichen keinen Hehl daraus, dass der deutsche Nationalspieler Leroy Sané auf ihrem Zettel steht. 

"Wir beschäftigen uns mit der Personalie", sagte Hoeneß der Süddeutschen Zeitung über ein Werben um den 23-Jährigen von Manchester City, während Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem DFB-Pokal-Finale Ende Mai gegenüber der Bild betonte: "Es ist ein interessanter Spieler. Wir werden es versuchen."

Beide Jungstars sind bekanntlich noch bei ihren Klubs.

Gerüchte um Werner, Chiesa, Pépé und Co.

Auch die vielen weiteren mit dem FC Bayern in Verbindung gebrachten Transfergerüchte unterschiedlicher Güte haben noch zu keinem Wechsel geführt. 

Timo Werner (RB Leipzig), Federico Chiesa (AC Florenz), Nicolas Pépé (OSC Lille), Niklas Stark (Hertha BSC), Alexander Nübel (FC Schalke 04), um nur die prominentesten Namen zu nennen - sie alle haben noch keine Münchner Umzugsfirmen gebucht, soweit bekannt.

Auch Arjen Robben kam spät

Klar ist aber auch: Das Sommer-Transferfenster öffnet in Deutschland am 1. Juli und schließt am 31. August. "Wir haben noch Zeit", betonte Salihamidzic kürzlich, als es darum ging, dass der FC Bayern weiter die Augen nach Verstärkungen offenhält. "Enspannt bleiben" wäre die Devise.

Tatsächlich hat der FC Bayern durchaus gute Erfahrungen mit vergleichsweise spät abgewickelten Transfers gemacht.

2009 kam mit Arjen Robben einer der größten Glücksgriffe der Vereinsgeschichte erst nach Beginn der Bundesliga-Saison. Am 28. August wurde der Transfer des Niederländers damals erst offiziell. Auch Roy Makaay (4. August 2003), Javi Martinez (29. August 2012) und Kingsley Coman (30. August 2015) kamen erst spät - und schlugen ein!

Der Transfersommer 2019 ist noch lang, die Kaderplanung beim FCB lange nicht abgeschlossen - für ein Fazit bleibt es zu früh. Erst am Ende aber wird man sehen können, wen die Bayern "schon alles sicher" gehabt haben.

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