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München - Mit Mats Hummels verpflichet Borussia Dortmund den nächsten Kracher. Der BVB bläst damit endgültig zum Titel-Angriff. Nun steht der FC Bayern unter Druck.

Erst Nico Schulz am 21. Mai. Dann, innerhalb weiterer 24 Stunden, Julian Brandt und Thorgan Hazard.

Und nun, etwa einen Monat später, auch noch der Coup mit Mats Hummels, der am Mittwoch offiziell gemacht wurde und inklusive erfolgsabhängiger Bonuszahlungen die Vereinsrekordsumme von 38 Millionen Euro kosten soll.

Borussia Dortmund, in der Vorsaison trotz zwischenzeitlicher Neun-Punkte-Führung auf den FC Bayern nur Meister des Understatements, bläst zum Großangriff auf den Rivalen.

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BVB mit Meister-Ansage

"Wir werden in die Saison mit der Maßgabe gehen, dass wir ohne Wenn und Aber um die Deutsche Meisterschaft spielen wollen", hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits nach Saisonende verkündet – und diese Worte nach Hummels' Transfer wiederholt.

Gemeinsam mit Sportdirektor Michael Zorc und Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, lässt der BVB-Boss seinen Worten Taten folgen.

Während die Bayern seit der inzwischen fast schon legendären Aussage von Uli Hoeneß im CHECK24 Doppelpass ("Wenn Sie wüssten, was wir schon alles sicher haben…") neben den damals bereits feststehenden Wechseln von Benjamin Pavard und Jann-Fiete Arp nur noch den auch schon kurz vor dem Abschluss stehenden Transfer von Lucas Hernández vermeldet haben, tütet der BVB einen starken Transfer nach dem anderen ein.

Der Jäger lässt den Gejagten zumindest auf dem Transfermarkt aktuell ganz alt aussehen.

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Hummels will es noch einmal wissen

Auch wenn die Meinungen zu Hummels unter den BVB-Fans auseinandergehen: Der 30-Jährige ist für die Dortmunder Defensive, die 2017/18 bisweilen eher als Bubi-Abwehr daherkam, eine echte Verstärkung.

"Er ist eine ganz wichtige Führungspersönlichkeit auf und außerhalb des Platzes", sagte Zorc den Ruhr Nachrichten. Denn Hummels, der nach seiner Ausbootung im DFB-Team eine hervorragende Rückrunde spielte, will es noch einmal wissen.

"Er hat richtig Lust auf die Sache, sonst macht er so etwas ja nicht", sagte Zorc der Funke Mediengruppe: "Das ist kein einfacher Schritt. Es ist noch mal ein Aufbruch für ihn. Das gefällt mir."

Wie der BVB hat auch der Rückkehrer sportlich noch einiges vor. Sollte er auf dem Platz die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen, wird er auch den Großteil der Fans, von denen einige aufgrund seines Abschieds nach München 2016 noch gekränkt sind, bald wieder auf seiner Seite haben.

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Watzke, der am Freitag seinen 60. Geburtstag feiert, hatte bereits nach dem Abgang des Abwehrspielers Richtung München betont: "Ich gehe davon aus, dass wir uns wiedersehen und ich kann Dir eins sagen: Du bist beim BVB immer extrem willkommen."

BVB mit Transfer-Offensive

Insgesamt gab der BVB für das Quartett kolportierte 105,5 Millionen aus, die aufgrund von möglichen Bonuszahlungen noch ansteigen sollten.

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"Wenn wir von einem Spieler überzeugt sind, dann sind wir auch bereit, entsprechende Summen zu zahlen", sagte Zorc nach dem Bekanntwerden der Deals mit Brandt und Hazard der Sport Bild: "Wir wollen in den nächsten Jahren dranbleiben. Das ist ambitioniert, aber wir werden es versuchen."

Nimmt man die 21,5 Millionen Euro hinzu, die für die feste Verpflichtung von Paco Alcácer nach Barcelona fließen, hat der BVB den bisherigen Rekord für Transferausgaben von 121,1 Millionen Euro aus dem Sommer 2016 geknackt.

Damit haben die Dortmunder auch den bayrischen Konkurrenten überflügelt, der für insgesamt etwa 118 Millionen eingekauft hat, wobei allein Hernández mehr gekostet hat als Brandt, Hazard und Schulz zusammen.

Bayern unter Druck

Auf die Frage, wer der Gewinner des bisherigen Transfer-Sommers ist, kann es aber nur eine Antwort geben, zumal Dortmund durch den Verkauf von Christian Pulisic (für 64 Millionen zum FC Chelsea) kein allzu großes Minus macht und durch Hummels auch die Bayern schwächt.

Der Rekordmeister kündigte zwar zuletzt in Person von Hasan Salihamidzic noch einmal an, noch "ein paar Dingen auf dem Transfermarkt tun zu wollen".

Doch der zum Wunschspieler auserkorene Callum Hudson-Odoi (FC Chelsea) wird wohl ebenso wenig kommen wie Atléticos Rodrigo, der sich laut kicker für Manchester City entschieden hat. Und an einen Wechsel von Leroy Sané glaubt selbst Uli Hoeneß nicht mehr.

Noch hat der FC Bayern Zeit, nachzuziehen, das Transferfenster öffnet in Deutschland schließlich erst am 1. Juni und ist bis zum 31. August offen. In der Vergangenheit kamen beispielsweise Arjen Robben, Roy Makaay, Javi Martínez oder Kingsley Coman sehr spät – alle wurden zu Verstärkungen.

Doch aktuell gibt der BVB, der seine Lehren aus der vergangenen Saison gezogen hat, das um Weiten bessere Bild ab. Watzkes Meister-Wunsch ist alles andere als abwegig.

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