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München und Berlin - Union Berlin steht vor seiner Premieren-Saison in der Bundesliga. Die ersten Weichen sind gestellt, es bleiben jedoch auch Fragezeichen.

Nach dem Feiern folgt für gewöhnlich der Kater.

Und manchmal auch die eine oder andere unerfreuliche Überraschung auf der Kreditkartenabfrechnung.

Im Fall von Union Berlin trifft dabei nur Letzteres zu.

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Der Platzsturm nach dem erstmaligen Aufstieg ins deutsche Fußball-Oberhaus, inklusive Einsatz von Pyrotechnik, kostet den Verein nun eine verhältnismäßig saftige Geldstrafe.

Doch auch die vereinsinterne Rekord-Strafe in Höhe von 56.800 Euro bremst die gewaltige Euphorie rund um die Alte Försterei nur bedingt.

Der Klub aus dem Berliner Stadtteil Köpenick nimmt es wie gewohnt mit Humor - steht er doch vor einer historischen und richtungsweisenden Premieren-Saison in Deutschlands Eliteklasse.

Die ersten Weichen für eine erfolgreiche Spielzeit wurden dabei bereits gestellt.

Bundesliga-Power für den Klassenerhalt

Insbesondere personell ließ Union in den vergangenen Wochen durchaus aufhorchen. Mit Christian Gentner und Neven Subotic wurden bereits zwei erfahrene Bundesliga-Profis verpflichtet.

Auch die Transfers von Anthony Ujah (kommt für zwei Millionen Euro von Mainz 05) und Marvin Friedrich (ebenfalls zwei Millionen Euro), der bisher vom FC Augsburg nur ausgeliehen war, wirken sehr durchdacht und bewegen sich preis-leistungsmäßig auf einem ansehnlichen Niveau.

Ebenso bemerkenswert: Bisher mussten die "Eisernen" keinen einzigen ihrer Aufstiegs-Helden ziehen lassen. Lediglich das Leih-Ende von Robert Zulj (TSG Hoffenheimn) könnte sich negativ auf die Offensiv-Power des Aufsteigers auswirken.

Durch die Verpflichtung des dänischen Angreifers Marcus Ingvartsen vom KRC Genk für eineinhalb Millionen Euro wurde jedoch bereits vorgesorgt.

Einreise-Probleme bei Abdullahi

Noch wartet jedoch viel Arbeit auf die Union-Verantwortlichen. Ganze 32 Spieler machten sich am vergangenen Montag auf die Reise ins zweite Trainingslager im oberösterreichischen Windischgarsten.

Dabei fehlte aus dem Profi-Kader nur Suleiman Abdullahi. Der nigerianische Offensivspieler weilte zuletzt wegen Passproblemen in seiner Heimat und durfte nicht nach Deutschland einreisen. 

Diese haben sich jedoch mittlerweile geklärt und der Angreifer trainiert bereits mit der Mannschaft.

Die ersten Testspiele

Am Freitag steht das erste Testspiel an. Gegner ist der SV Ried aus Österreichs 2. Liga. SPORT1 zeigt das Spiel ab 17.55 Uhr LIVE im TV. Einen Tag darauf geht es gegen den FC Blau-Weiß Linz (14.30 Uhr).

Bis zum Bundesliga-Auftakt am 18. August gegen RB Leipzig bleiben Trainer Urs Fischer und seinem Stab also noch knapp fünf Wochen, um die Mannschaft auf das Abenteuer Bundesliga vorzubereiten. 

Und diese Zeit wird auch benötigt. Denn der Großteil des Kaders kann wenig bis gar keine Erfahrung in der höchsten deutschen Spielklasse vorweisen. 

Zudem wird das Trainer-Team auch taktisch Veränderungen vornehmen müssen, auch wenn das Team bereits in der zweiten Liga nicht unbedingt für rauschenden Offensiv-Fußball stand.

Die Sommerfahrpläne der Bundesligisten

Der große Spagat

Auch abseits des Platzes steht der Kult-Klub vor wegweisenden Veränderungen. Gelingt der Spagat zwischen Arbeiter-Image und dem knallharten Bundesliga-Kapitalismus?

Zusätzliche Einnahmequellen durch ein erweitertes Sponsoring oder den Ausbau des VIP-Bereiches scheinen unumgänglich, will man sich langfristig in der ersten Liga etablieren.

Ein Authentizitätsverlust könnte die Folge sein.

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Präsident Dirk Zingler, der die Geschicke des Vereins seit nunmehr 15 Jahren leitet, sieht darin jedoch keine Gefahr.

"Es wird sicher größeres Bohei geben und das wird uns Spaß machen, aber wir bleiben, wie wir sind", gibt er sich bei rbb24 optimistisch.

Den treuen Fans der "Eisernen" werden diese Themen jedoch zunächst einmal zweitrangig erscheinen. Die Vorfreude auf das erste Jahr im ganz großen Rampenlicht überwiegt und stellt alles andere zunächst in den Schatten.

Ein kleiner Kater wird dabei wohl nach jedem Spieltag wohlwollend in Kauf genommen werden.

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