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GERMANY-JEWS-HISTORY-HOLOCAUST-ANNIVERSARY-FBL-GER-BAYERN MUNICH © Getty Images
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Vor dem ersten sportlichen Test der Saison besucht der FC Bayern auf seiner US-Tour das Holocaust-Museum in Los Angeles. Der Verein will damit ein Zeichen setzen.

Zwischen schweißtreibendem Training und umfangreichen Werbeaktivitäten stand für den FC Bayern bei seiner US-Tour gleich einmal der bedeutendste Termin auf dem Programm. 

Am Dienstagfrüh (Ortszeit) besuchte eine Münchner Delegation um Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus das Holocaust-Museum im Pan Pacific Park in Los Angeles. Der deutsche Fußball-Rekordmeister wollte damit ein Zeichen setzen.

"Der FC Bayern steht gegen Rassismus, gegen Gewalt - für Offenheit, für Toleranz. Wir wollen hier Klartext reden", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im SID-Interview.

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Rummenigge: "Wir sind ein weltoffener Verein"

Der Verein unterstütze auch "den Christopher Street Day in München und den Fanklub Queerpass, der sich etwa für Homosexuelle einsetzt. Ich habe da auch schon böse Briefe bekommen, warum der FC Bayern so etwas mache. Aber die landen bei mir ganz schnell im Schredder", ergänzte Rummenigge: "Wir sind ein weltoffener Verein. Es ist unsere Aufgabe, für diese Werte einzutreten."

Das Holocaust-Museum in der kalifornischen Metropole richtet zu Ehren des ehemaligen Bayern-Präsidenten Kurt Landauer eigens eine Sonderausstellung aus. Landauer, der als Jude von den Nazis verfolgt wurde, hatte den Klub in drei Amtszeiten zwischen 1913 und 1951 geprägt. "Das finde ich schon sehr bemerkenswert und macht uns stolz", sagt Rummenigge über die Ausstellung. Der Rekordmeister habe auch "speziell zu den jüdischen Gemeinden eine enge Verbindung, in München durch Charlotte Knobloch, aber auch im Ausland. Das pflegen wir ganz bewusst."

Für den FC Bayern sind diese Termine von besonderer Bedeutung. Auch die zahlreichen Marketingaktivitäten oder den werbewirksamen Besuch des Space Centers der NASA in Houston nannte Rummenigge "alternativlos. Das sind Märkte, die jetzt schon wichtig sind und noch wichtiger werden. Wir müssen uns da zeigen." Auch wenn es für Trainer Niko Kovac in der Vorbereitung ein schwieriger Spagat ist und Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in der Bild-Zeitung von einer "Höchstbelastung" für die Profis spricht.

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Der Klub kann und will jedoch keine Rücksicht darauf nehmen. Da müsse ein Trainer "mitziehen", unterstrich Rummenigge. Kovac plant deshalb eine "optimale Trainingssteuerung". Es mache ja "keinen Sinn, am Ende Schwerverletzte zu haben".

International Champions Cup live auf SPORT1

Seine 19 Profis um Kapitän Manuel Neuer in den Testspielen beim International Champions Cup gegen den FC Arsenal (18. Juli, ab 5.00 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), Real Madrid (21. Juli, ab 2.00 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) und den AC Mailand (24. Juli, ab 3.00 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) wird er entsprechend nur dosiert zum Einsatz bringen, "45, maximal 60 Minuten". Stattdessen würden die acht mitgereisten Juniorenspieler "spielen", kündigte Kovac bereits an: "Die Ergebnisse sind sekundär. Es geht darum, dass wir zum ersten Pflichtspiel topfit sind."

Thomas Müller sieht die Situation ohnehin entspannt, auch die vielen Termine außerhalb des Rasens. "Es ist schön, wenn etwas passiert, wenn man nicht nur trainiert", sagte der 29-Jährige der Bild. Die Reise halte "sicher ein paar Abenteuer bereit". Man müsse natürlich schauen, "wie wir die Belastung steuern. Aber dafür haben wir ja genug Experten." Rummenigge sieht die Vorbereitung trotz neun Stunden Zeitunterschied, weit über 20.000 Flugkilometern und großer Hitze ohnehin "in keinster Weise belastet. Ganz im Gegenteil: Unsere Spieler mögen solche Reisen." 

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