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München - Bayern holt sich mit Pavard und Hernández zwei Weltmeister aus Frankreich ins Team. Kann die neue French Connection mit Coman und Tolisso an alte Erfolge anknüpfen?

Vive la France!

Mit Franzosen hat der FC Bayern seit jeher gute Erfahrungen gemacht. Sicher auch ein Grund, warum die Münchner am Freitagmittag mit Benjamin Pavard den zweiten Franzosen binnen fünf Tagen vorstellten. Bereits am Montag präsentierte der Rekordmeister Lucas Hernández. Zwei der bisher drei Neuzugänge kommen aus dem Land des aktuellen Weltmeisters. Jann-Fiete Arp bekanntlich nicht.

SPORT1 fragte bei Hasan Salihamidzic nach. Was schätzen Sie an französischen Spielern?

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Salihamidzic lobt französischen Fußball

"Den französischen Fußball zeichnet in den letzten Jahren aus, dass man dort technisch und taktisch hervorragend geschult ist. Das sieht man auch bei den beiden, die wir hier als Weltmeister präsentiert haben", sagte der Sportdirektor und ergänzte: "Was auch Benjamin mitbringt, ist der unbedingte Wille und Hunger auf Titel. Das ist hier beim FC Bayern ganz wichtig und wird groß geschrieben. Deswegen sind unsere Jungs, die wir aus Frankreich haben, auch richtig hier."

Aktuell tummeln sich vier Franzosen im Bayern-Kader. Die Weltmeister Hernández, Pavard und Corentin Tolisso, sowie Kingsley Coman, der bei der WM in Russland nicht mitwirkte. 

Bayern genießt guten Ruf in Frankreich

Franck Ribéry verließ die Bayern diesen Sommer nach insgesamt zwölf Jahren beim Rekordmeister. Der Linksaußen geht als einer der erfolgreichsten Bayern-Spieler aller Zeiten in die Geschichtsbücher ein – gewann 2013 auch das Triple. 2007 wechselte er für 25 Millionen Euro von Olympique Marseille zum FCB.

Ribéry schaffte es sogar zum Publikumsliebling. Pavard, dem die Franzosen wegen seines Traumtores bei der WM einst ein Lied widmeten, träumt von Ähnlichem. "Ich war sehr bewegt über dieses Lied und vielleicht bekomme ich ja hier auch eines auf deutsch“, so der Innenverteidiger.

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Gut für die Bayern: Die Spieler reden untereinander scheinbar ausnahmslos positiv von den Roten. Sie alle schätzen laut eigener Aussage das familiäre Miteinander im Verein.

Hernández und Pavard verrieten wenig überraschend, dass sie sich bei Ribéry, Tolisso und Coman im Vorfeld auch darüber informiert haben. Die einhellige Empfehlung: Kommt zum FC Bayern!

Franzosen hinterlassen Eindruck bei Bayern 

Alle wissen zudem, dass sie beim Rekordmeister eine erfolgreiche Tradition fortsetzen.

Den Anfang mit Spielern aus der Grande Nation machte Jean-Pierre Papin. 1991 wurde er zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. 1994 kam er für fünf Millionen Mark vom AC Milan. Allerdings erzielte der Stürmer nur sechs Tore in 40 Einsätzen für die Bayern.

Deutlich erfolgreicher in München war Bixente Lizarazu. Der Linksverteidiger wechselte 1997 für rund sieben Million D-Mark von Athletic Bilbao zu den Bayern. 2001 gewann der Baske mit dem FCB die Champions-League. Seit 2017 ist er als Klubbotschafter für den Verein unterwegs.

Noch immer präsent ist die FCB-Karriere von Willy Sagnol. Der Rechtsverteidiger gewann 2001 zusammen mit Lizarazu die Champions League. 2000 lotsten ihn die Bayern für 15 Millionen Mark von der AS Monaco nach München. Nach 277 Spielen für den Rekordmeister beendete Sagnol 2009 seine Laufbahn beim FCB. Zur Saison 2017/18 kehrte er zu den Bayern zurück und arbeitete unter Carlo Ancelotti sogar als Co-Trainer.

Hoeneß beeindruckt Ismael

2005 überwies man für Valérien Ismael rund 8,5 Million an Werder Bremen. 2006 holte der Innenverteidiger mit den Bayern den Meistertitel und den DFB-Pokal. Oft verletzungsgeplagt verließ er die Münchner 2008 in Richtung Hannover 96. Vor allem Hoeneß hatte zu ihm aber immer ein besonderes Verhältnis – wie später zu Ribéry.

Bei SPORT1 erinnert sich Ismael: "Im August 2006 habe ich mir einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen. Nach der Operation gab es einen Abend, an dem mich meine Frau besucht hat. Auf einmal klopfte es an der Tür und Uli Hoeneß überraschte mich mit einem Besuch und brachte mir ein Geschenk. Er hat mich total aufgebaut und mir zugesichert, dass mich der Verein nicht im Stich lassen würde."

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Etwas in Vergessenheit gerät, dass einst auch Alou Diarra in München spielte. Der 44-malige französische Nationalspieler blieb in seiner Bayern-Zeit von 2000 bis 2002 allerdings ohne Profi-Einsatz. Seine Karriere kam erst später ins Rollen.

French Connection soll für Titel sorgen

Zurück in die Gegenwart. Mit Hernández, Pavard, Tolisso und Coman verfügen die Münchner über vier Nationalspieler, die allesamt den Anspruch haben, Stammspieler zu sein.

Als Aushängeschild gilt vor allem der Transfer von Hernández, den man für 80 Millionen Euro von Atlético Madrid holte. Noch befindet er sich nach einer Knie-OP zwar in der Reha. Zum Bundesliga-Auftakt will er aber mitwirken. "Wir sind sehr stolz, dass sich Lucas für den FC Bayern entschieden hat. Er ist ein toller Spieler. Nicht nur der FC Bayern, sondern auch die gesamte Bundesliga darf sich glücklich schätzen, einen weiteren Weltmeister hier zu haben", sagte Rummenigge stolz.

Laut transfermarkt.de gaben die Bayern bisher schätzungsweise 231 Millionen Euro für Franzosen aus. Zusammen holten sie über 40 nationale und internationale Titel mit den Münchnern.

Unwahrscheinlich, dass es bei den bisher positiven Erfahrungen mit den Bayern-Franzosen bei diesen Zahlen bleibt.

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