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Niko Kovac bringt beim FC Bayern mal wieder eine Dreierkette ins Spiel. SPORT1 gibt einen Überblick, was mit dem aktuellen Spielermaterial möglich wäre.

Der FC Bayern ist noch nicht mal in die Saison gestartet, aber bereits jetzt kann darüber spekuliert werden, wie die Elf von Niko Kovac in der kommenden Saison aussehen wird.

Grund: Im kicker stellte der Bayern-Trainer klar, dass die Dreierkette samt zweier hochstehender Außenverteidiger kommende Saison vor allem dann eine Option sein könne, sofern es nicht gelingen sollte, noch einen Kracher für die Außenpositionen zu bekommen. 

Allerdings muss auch erwähnt sein, dass Kovac bereits im Vorjahr bei seinem Amtsantritt in München die Dreierkette als Option ausgab. Umgesetzt hat er sie jedoch kaum.

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Vor allem, weil sich die Spieler des Rekordmeisters im bewährten 4-2-3-1-System wohlfühlen. Kovac probierte es zu Beginn der Vorsaison zunächst erfolgreich mit nur einem Sechser. Zunehmend wurden die Bayern jedoch löchriger, weshalb Kovac in der Herbst-Krise – und vor allem auf Anraten vieler Führungsspieler – auf eine Doppelsechs umstellte.

Bosse wollen ein Bayern-System

Vom 4-2-3-1 kann und wird Kovac als primäre Option auch zukünftig nicht abrücken, zumal es die Führungsetage der Bayern um Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nach SPORT1-Informationen bevorzugt, dass sich die Münchner in einem System festspielen, dieses perfektionieren und daraus eine Bayern-DNA entsteht. Wie das 4-2-3-1 mit einer Doppelsechs, das dem Rekordmeister 2013 unter Jupp Heynckes das Triple einbrachte. 

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Stand jetzt stellt sich die Mannschaft in diesem System fast von selbst auf. David Alaba und Joshua Kimmich dürften sich ihrer Stammposition auf den Außenverteidigerpositionen ebenso sicher sein wie Niklas Süle, Thiago, Kingsley Coman, Thomas Müller, Serge Gnabry und Robert Lewandowski. 

Neuzugang Lucas Hernández wird, wenn er fit ist, vorerst in der Innenverteidigung eingeplant. Der Linksfuß würde den halblinken Part übernehmen, so wie er es auch oft bei Atlético Madrid tat. In der französischen Nationalmannschaft hingegen agierte er bislang zumeist als Linksverteidiger.

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Benjamin Pavard kann ebenfalls im Zentrum spielen und ist wie Jérôme Boateng, dem Präsident Uli Hoeneß einen Wechsel nahelegte, eine Backup-Option. Der 23-Jährige kann aber auch als Rechtsverteidiger auflaufen. "Ich erwarte von ihm eine erhebliche Leistungssteigerung, ansonsten wird es eng für ihn beim FC Bayern", sagt Thomas Helmer, Moderator des CHECK24 Doppelpass, nach dessen schwacher Vorsaison beim Absteiger VfB Stuttgart.

Die mögliche taktische Ausrichtung des FC Bayern im 4-2-3-1
Die mögliche taktische Ausrichtung des FC Bayern im 4-2-3-1 © SPORT1-Montage: Marc Tirl/iStock

Dreierkette mit zwei Neuen

Eine interessante Option ist das 3-4-2-1-System. Süle wäre im Zentrum für die Ordnung verantwortlich, Hernández und Pavard könnten an seiner Seite spielen. Beide kennen sich mit der Dreierkette aus, auch Boateng.

Im Zentrum könnten sich Thiago und Javi Martínez ergänzen – als Doppelsechs. Auch Leon Goretzka ist im Zentrum immer eine Option, sieht sich jedoch eher als Achter oder Zehner denn als Sechser. Alaba und Kimmich könnten weiter aufrücken und im Spiel gegen den Ball wieder zu Außenverteidigern werden.

In der Offensive können sich Coman und Gnabry austoben und Lewandowski bedienen. Vorteil: Mit zwei hochstehenden Außenverteidigern wären sie mit weniger Defensivaufgaben betraut und können sich rein auf die Offensive konzentrieren. 

3-4-2-1: Eine mögliche taktische Ausrichtung des FC Bayern
3-4-2-1: Eine mögliche taktische Ausrichtung des FC Bayern © SPORT1-Montage: Marc Tirl/iStock

Auch zwei Spitzen denkbar

Möglich ist auch, dass Martínez in einem 3-1-4-2 als einziger Sechser aufräumt. Auch Corentin Tolisso kann diese Position bekleiden.

Auf den Außenpositionen müsste sich Kovac dann jedoch für ein offensives Pärchen (Coman/Gnabry) oder ein defensiveres (Alaba/Kimmich) entscheiden – oder mixen. Müller oder auch Jann-Fiete Arp würden Räume für Lewandowski schaffen.

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In einer Presserunde stellte der Pole zuletzt klar: "Wenn man die Option eines zweiten Stürmers hat, ist das besser für die Mannschaft und auch für mich."

Im 3-1-4-2 käme Javi Martínez beim FC Bayern eine Schlüsselrolle zu
Im 3-1-4-2 käme Javi Martínez beim FC Bayern eine Schlüsselrolle zu © SPORT1-Montage: Marc Tirl/iStock

Die bewährte Doppelsechs und die Doppelspitzen wären auch in einem 3-5-2 möglich. Nachteil: Das Zentrum ist überlaufen. 

Zwei Spieler, die kommende Saison umfunktioniert werden könnten, sind Joshua Kimmich, der wie in der Nationalmannschaft gerne dauerhaft in das defensive Mittelfeld möchte und Außenstürmer Alphonso Davies. Der Kanadier könnte aufgrund seiner Attribute (Schnelligkeit, Physis) vermehrt als Linksverteidiger zum Einsatz kommen. Kovac traut beiden diese Rollen zu und ließ sie dort auch schon jeweils auflaufen. 

© SPORT1-Montage: Marc Tirl/iStock
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Laut kicker planen die Bayern indes, wie schon in der Vorsaison, mit einem kleinen Kader. Um Konfliktpotenzial vorzubeugen, ist von nur 18 Feldspielern die Rede.

Verstärken will sich der Rekordmeister in jedem Fall noch auf der Außenbahn und wenn möglich auf der Sechs. Ein weiterer Innenverteidiger wäre Zubrot. 

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