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FC Schalke: David Wagner über S04, Nübel, FC Bayern, Fährmann

Wagner spricht über Mission S04

Lesedauer: 14 Minuten

In seinem ersten exklusiven Interview als Trainer von Schalke 04 spricht David Wagner darüber, wie er die Königsblauen wieder auf Vordermann bringen will - und was ihm sein Freund Jürgen Klopp riet.

David Wagner erscheint gut gelaunt und voller Tatendrang zum exklusiven Interview mit SPORT1.

Der 47-Jährige ist zurück beim FC Schalke - nun als Trainer. Von 1995 bis 1997 absolvierte er für die Königsblauen 29 Bundesligaspiele. 1997 wurde er mit dem Klub unter Trainer Huub Stevens UEFA-Cup-Sieger.

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Nach seiner Zeit als Coach bei Huddersfield Town (2015-2019) startet Wagner nun als Trainer an alter Wirkungsstätte in das Abenteuer Bundesliga

In seinem ersten Interview als Schalke-Coach spricht Wagner über seine neue Aufgabe.

SPORT1: Herr Wagner, Sie sind rund zwei Wochen im neuen Verein. Wie war es bisher?

David Wagner: Sehr aufregend, weil ich die Jungs kennengelernt habe und das ganze Team hinter dem Team. Mein ganz persönlicher Moment liegt allerdings schon drei Monate zurück: Als ich das erste Mal wieder auf Schalke war. Da konnte ich mir die Geschäftsstelle und das tolle Trainingsgelände anschauen. Das war sehr emotional für mich. In den Tagen nach meiner Vorstellung wollte ich erstmal alle Leute kennenlernen, mit denen ich zusammenarbeite.

SPORT1: Wie war Ihre Reaktion, als das Angebot von Schalke kam?

Wagner: Ich saß mit meiner Frau im Auto, als Marc (Berater Marc Kosicke, er berät auch Jürgen Klopp, d. Red.) mich anrief und mir erzählte, dass Schalke Interesse habe. Die heiße Diskussion ging dann gleich im Auto los. Ich fand das Angebot sofort spannend und der Job hat mich gleich interessiert. Meine Frau war auch direkt Feuer und Flamme. Es war für uns eigentlich klar, dass wir das machen wollen. Wir sind dann glücklicherweise auch recht schnell zusammengekommen.

© Reinhard Franke

SPORT1: War Schalke 04 oder die Bundesliga ein Wunsch oder hätten sie sich auch eine Stelle im Ausland vorstellen können?

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Wagner: Ganz ehrlich? Wenn mich nach meinem Aus bei Huddersfield jemand gefragt hätte, wo es weitergehen soll, hätte ich bestimmt England geantwortet. Der Grund war nun mal die Premier League. Aber die Geschichte hat dann eine solche Dynamik entwickelt und Schalke ist einfach einer der wenigen Vereine in der Liga, wofür es sich lohnt, aus England zurückzukommen. Ab diesem Moment habe ich nicht mehr an die Premier League gedacht und wir haben es durchgezogen. Jetzt bin ich froh, dass alles geklappt hat.

SPORT1: Hatten Sie vor Vertragsabschluss Kontakt zu Ihrem Kumpel Jürgen Klopp? Was hat er Ihnen geraten?

Wagner: Natürlich haben wir darüber gesprochen. Dass ich irgendwann mal Bundesliga-Trainer werden will, das stand schon vorher für mich fest. Die Frage war nur, wann. Kloppo sagte zu mir, dass Schalke absolut zu mir passt. Es ist schließlich ein hoch emotionaler Klub, mit Leidenschaft und Wucht. Jetzt schauen wir mal, ob er Recht hat.

SPORT1: Bei Ihrer Vorstellung saßen neben Ihnen noch drei andere Personen auf dem Podium: Sportvorstand Jochen Schneider, der noch nicht so lange da ist, der neue Technische Direktor Michael Reschke und Teammanager Sascha Riether. In Huddersfield haben Sie fast alles alleine entscheiden müssen. Ist es für Sie nun eine große Umstellung oder eine Erleichterung?

Wagner: Die Zusammenarbeit ist sehr gut, weil offen kommuniziert wird und es klar ist, sich als Team zu verstehen. Wir haben natürlich zusammen noch keine Schlachten geschlagen. Es sind jetzt bereits zehn bis zwölf Wochen, in denen wir zusammenarbeiten. Und es funktioniert wirklich hervorragend. Wir versuchen Ideen zu entwickeln, wie wir die Strukturen verändern wollen, und glauben, so erfolgreich sein zu können. Dementsprechend ist es für mich interessant, weil ich in allen Bereichen bereits in Huddersfield Kenntnisse gewonnen habe. Ich kann auf Schalke deshalb auch den einen oder anderen Input geben. Dass sich meine Kernkompetenz jetzt auf die Arbeit mit den Jungs auf dem Platz konzentriert, ist sehr angenehm für mich.

SPORT1: Wie wollen Sie Schalke verändern?

Wagner: Zuerst mal mit extrem viel Arbeit. Wir haben festgestellt, dass wir strukturell einiges verändern müssen, wovon wir bereits einiges umgesetzt haben. Alles in dem Bewusstsein, dass diese Veränderungen Zeit brauchen. Es geht um Kontinuität und darum, sich als Gemeinschaft, als Gruppe zu verstehen. Damit meine ich nicht nur die Mannschaft und das Team um die Spieler, sondern alle, die für diesen Verein arbeiten. Jeder Mitarbeiter soll alles aus sich rausholen für Schalke. Dieses Verständnis bezieht selbstverständlich auch die Fans mit ein. Schalkes Anhänger leben uns eigentlich vor, um was es geht. Wenn etwas in diesem Stadion in der Vergangenheit konstant herausragend war, dann waren es die Fans auf der Tribüne. Sie zeigen, wie man Schalke lebt, nämlich leidenschaftlich und emotional und von Zusammenhalt geprägt.

SPORT1: Warum hat dies in der Vergangenheit nicht immer funktioniert?

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Wagner: Das weiß ich nicht. Da war ich viel zu weit weg und habe aus dieser Zeit auch kein Insider-Wissen, um das beurteilen zu können. Fakt ist, irgendwie hat es nicht funktioniert. Wir müssen aus vergangenen Fehlern lernen, aber gleichzeitig mutig nach vorne gehen. Ändern kann man nur den Moment und das, was vor einem liegt.

SPORT1: Schalke 04 galt zuletzt als heißes Eisen für Trainer. Haben Sie keine Angst, sich zu verbrennen?

Wagner: Nein. Die hohe Trainer-Fluktuation ist natürlich Fakt und dafür kann ich kein Gegenargument liefern. Nichtsdestotrotz finde ich diese Aufgabe unglaublich spannend und ich habe wahnsinnig Lust auf Schalke. Die Schwere der Aufgabe ist mir bewusst und ich weiß auch um die Halbwertszeit eines Bundesliga-Trainers, nämlich weniger als ein Jahr. Ich hatte in den vergangenen Jahren das Glück, dass ich viereinhalb Jahre für einen Verein (Borussia Dortmund II, d. Red.) arbeiten durfte und das andere Mal fast vier Jahre (Huddersfield Town, d. Red.). Ich kenne die Statistik. Es hat mich nicht daran gehindert, die Herausforderung auf Schalke annehmen zu wollen.

SPORT1: Sie haben unter Huub Stevens 1997 als Spieler den UEFA-Pokal gewonnen. Er hat doch bestimmt auch mit Ihnen geredet.

Wagner: Klar. Wir haben telefoniert, uns auch persönlich getroffen und mehrere Stunden miteinander gesprochen. Es war ein offenes und vertrautes Gefühl. Auch wenn es sich anfänglich merkwürdig anfühlte, weil Huub damals mein Trainer war. Mittlerweile sitzt er wieder im Schalker Aufsichtsrat. Es ist ein ganz großes Plus für uns, dass wir mit Huub eine Person haben, die drei Monate ganz nah bei der Mannschaft war und den Verein ohnehin in- und auswendig kennt. Huub ist zudem eine wahnsinnig große Hilfe, wenn es darum geht, strukturelle Veränderungen herbeizuführen, weil er aus eigener Anschauung um die Notwendigkeit weiß.

SPORT1: Lassen Sie uns über sportliche Personalien reden. Ralf Fährmann ist weg, einige reden von Flucht, Markus Schubert ist da. Wie beurteilen Sie diese beiden Vorgänge?

Wagner: Ich kenne niemanden, der Ralfs Wechsel so beurteilt, weil es ihm auch nicht gerecht wird. Ralf war über viele Jahre ein herausragender Rückhalt für Schalke 04. In der vergangenen Saison hat er indes seinen Platz im Tor an Alexander Nübel verloren. Jetzt bietet sich ihm die Möglichkeit, in der Premier League zu spielen, was ich ihm absolut zutraue, denn er ist und bleibt ein sehr guter Torhüter. Als die Entscheidung zum Wechsel gefallen war, waren wir natürlich froh, mit der Verpflichtung von Markus Schubert die Möglichkeit zu haben, ihn schon jetzt zu uns zu holen.

SPORT1: Wie sehen Sie Ihren Torwart Alexander Nübel? Er hat sich zur Nummer eins bei S04 und in der U21 hochgearbeitet.

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Wagner: Alex ist ein riesengroßes Talent. Für sein junges Alter und so wenig Bundesligaspiele hat er die U21-Europameisterschaft bravourös gemeistert. Ein ganz großer Verdienst, dass die Mannschaft so viel geleistet hat, gebührt ihm. Auch, dass die U21 das Endspiel erreicht hat. Alex hat so viel Potenzial und zählt für mich zu den großen deutschen Torhüter-Talenten, wenn nicht sogar zum größten in diesem Alter. Wir sind alle froh, dass er bei uns im Verein ist.

SPORT1: Wie lange noch?

Wagner: Wir werden alles daransetzen, den Vertrag mit ihm zu verlängern. Erstmal sind wir happy, ihn bei uns zu haben. Ich habe ganz große Hoffnungen, dass er sich mit Hilfe unseres Torwarttrainers (Simon Henzler, d. Red.) weiter verbessert. Hoffentlich bleibt er lange bei uns. Das ist eine Position, in der wir richtig gut aufgestellt sind.

SPORT1: Gibt es Parallelen zu Manuel Neuer, der auch seine Anfänge auf Schalke hatte?

Wagner: Ja, ich sehe da absolut Parallelen, auch im Torwartspiel. Aber nicht nur, dass Alex auf Schalke spielt, sondern er hat auch das Potenzial für die A-Nationalmannschaft. Er hat jetzt erstmal Urlaub und ich freue mich, ihn bald auf Schalke begrüßen zu können.

SPORT1: Würden Sie Nübel raten, auf Schalke zu bleiben?

Wagner: Da ich Trainer von Schalke 04 bin, würde ich ihm natürlich raten, noch hier weiter Fußball zu spielen. Wir werden ihm interessante Optionen aufzeigen, wie seine mittel- und langfristige Zukunft im königsblauen Trikot aussehen kann. Ich habe Alex mittlerweile kennengelernt, er ist ein intelligenter Junge mit einem guten Charakter, er ist clever und ausgeschlafen. Er wird seine Entscheidung schon mit Bedacht treffen.

SPORT1: Käme ein Wechsel zu den Bayern für Nübel zu früh?

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Wagner: Ich würde erstmal gerne mit ihm arbeiten, bevor ich solche Aussagen treffe. Ich habe Alex bereits aus Huddersfield verfolgt. Er ist ein Torwart mit einer enormen Qualität und deshalb für ganz viele Vereine attraktiv. Glücklicherweise ist er unser Spieler.

SPORT1: Ozan Kabak und Benito Raman wurden verpflichtet. Müssen noch mehr neue Spieler her? Vielleicht für das Mittelfeld?

Wagner: Ich denke, dass wir bisher schon richtig interessante Transfers getätigt haben. Es wird weitere Veränderungen geben, aber es ist noch zu früh in der Vorbereitung, um konkrete Aussagen darüber zu treffen. Das Transferfenster ist noch lange geöffnet. Die bisher getätigten Transfers haben wir alle gemeinsam entschieden: Jochen Schneider, Michael Reschke und ich. So wird es auch bleiben. Wir kriegen zudem glücklicherweise sehr gute Unterstützung aus unserer zweiten Mannschaft. Die ist genauso, wie man es sich als Chef-Trainer wünscht. Es zeichnet sich zudem ab, dass der eine oder andere in den nächsten Wochen zurückkommen wird. Die Spieler, die noch bei Turnieren eingesetzt werden, wie McKennie oder Sané, stoßen dann auch wieder zum Team.

SPORT1: Wie konnten Sie einen Spieler wie Kabak, den auch der FC Bayern wollte, von Schalke überzeugen?

Wagner: Das war eine Gemeinschaftsleistung von allen. Aber in diesem Fall vor allem das Geschick von Michael Reschke. Wir konnten Ozan einen guten Weg aufzeigen, wie er seine Karriere weiter aufbauen kann. Und dass es für ihn eine wahnsinnig gute Option ist, auf Schalke mit uns zusammen zu arbeiten. Das hat dazu geführt, dass er sich für uns entschieden hat.

SPORT1: Haben sie Interesse, Spieler aus der Premier League in ihren Kader zu holen? Chris Schindler von Huddersfield war im Gespräch.

Wagner: Wir sind an vielen guten Spielern interessiert. Den Gerüchten zufolge haben wir schon halb Huddersfield und ein Drittel der Premier League verpflichtet. Wenn Michael Reschke einen Spieler findet, der uns besser macht, und wir alle damit einverstanden sind, dann ist es vollkommen egal, woher er kommt. Wir suchen nicht nur Spieler mit Qualität, sondern auch mit Mentalität.

SPORT1: Wie stärken Sie Mark Uth nach der zurückliegenden Saison? Er wurde vor einem Jahr verpflichtet und hatte eine sehr gute Zeit in Hoffenheim. Doch seine erste Saison auf Schalke war für ihn ein verlorenes Jahr.

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Wagner: Mark hatte wahnsinniges Verletzungspech. Jetzt geht es erst mal darum, ihn körperlich zu stabilisieren. Er kennt ein bisschen unsere Spielidee, weil er in Hoffenheim ähnlich gespielt hat, das ist die Idee, mit der wir auch in die neue Saison gehen wollen. Ich freue mich sehr auf Mark und wünsche mir, dass er konstant gesund und fit bleibt. Mark hat große Qualitäten, die er bereits in der Bundesliga gezeigt hat. Wir werden ihm alle helfen, dass er zu alter Form zurückfindet.

Schalke droht bei seiner Nummer eins Alexander Nübel das gleiche Schicksal wie bei vielen Talenten aus dem eigenen Nachwuchs - ein ablösefreier Wechsel. Nübels Vertrag läuft 2020 aus, eine Verlängerung kam bisher nicht zustande © Getty Images
Doch Schalke gibt nicht auf. "Wir wollen den Vertrag mit ihm verlängern und werden die Gespräche mit ihm intensivieren, wenn er von der U21-EM zurück ist", erklärte Sportvorstand Jochen Schneider auf der Mitgliederversammlung der "Knappen" © Getty Images
Er könne zwar nichts versprechen, erklärte Schneider, fügte aber an die Fans gewandt hinzu: "Aber ich kann euch eins versprechen: Ich werde alles dafür tun, dass so etwas nicht passiert wie bei Matip, Kolasinac, Gorezka oder Meyer." Sie alle hatten Schalke zum Nulltarif verlassen © Getty Images
SPORT1 zeigt, welche selbst ausgebildeten Identifikationsfiguren Schalke 04 seit 2008 ziehen lassen musste © SPORT1-Montage: Marc Tirl/Getty Images/Imago/Picture Alliance/iStock
LEROY SANÉ: Den größten Deal der Vereinsgeschichte machten die Gelsenkirchener mit dem Wuschelkopf. Sane sorgte in der Saison 2015/16 mit seinen Tempodribblings für mächtig Furore © Getty Images
In 57 Spielen machte er 13 Tore und legte 8 weitere Treffer auf, fortan standen die Spitzenklubs Schlange und Schalke hatte keine Chance mehr, sein Juwel zu halten © Getty Images
Für die damals stolze Ablösesumme von 50,5 Millionen Euro schlug Pep Guardiola zu. Bei ManCity hat ihn der Katalane zu einem der gefürchtetsten Flügelstürmer der Welt geformt, sein Marktwert liegt mittlerweile bei 100 Millionen Euro © Getty Images
LEON GORETZKA: Die Knappenschmiede selbst übersprang er, kam als 18-Jähriger vom VfL Bochum. Machte vor allem während des Confed-Cups im Jahr 2017 auf sich aufmerksam. Die Schalker Verantwortlichen versäumten eine frühzeitige Vertragsverlängerung, sodass... © Getty Images
... der FC Bayern den variabel einsetzbaren Mittelfeldspieler zur Saison 2018/19 ablösefrei verpflichten konnte. Beim deutschen Rekordmeister ist Goretzka Teil des Umbruchs. Sein erstes Jahr in München war vielversprechend © Getty Images
BENEDIKT HÖWEDES: Was Höwedes nie für möglich gehalten hätte, trat dann doch ein.Der Ur-Schalker - seit 2001 im Verein - verließ Gelsenkirchen 2017 in Richtung Turin zu Juventus. Dabei war er zuvor noch unbestrittene Führungsfigur und Kapitän © Getty Images
Doch unter Trainer Domenico Tedesco verlor Höwedes erst die Binde und dann auch noch das Verrauen in den Verein. "In den letzten Wochen ist dieses Vertrauensverhältnis mehrfach auf die Probe gestellt worden", schrieb Höwedes, inzwischen bei Lok Moskau, bei Facebook zum Abschied © Getty Images
MAX MEYER: Der Mittelfeldmann feierte bereits im Alter von 17 Jahren, 4 Monaten und 29 Tagen sein Bundesliga-Debüt im S04-Trikot. Bislang bestritt er insgesamt 164 Pflichtspiele, dabei erzielte er 21 Tore und gab 23 Vorlagen © Getty Images
Der U21-Nationalspieler erklärt im Herbst 2017, dass er seinen 2018 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird: "Ich habe ein Angebot zur Verlängerung bekommen, aber mit meinem Management entschieden, es nicht anzunehmen" © Getty Images
Meyer wurde daraufhin mit vielen großen Klubs in Verbindung gebracht. Am Ende landete er in der Premier League. Allerdings "nur" bei Crystal Palace. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat er sich in London eingelebt © Getty Images
MESUT ÖZIL: Der heutige Weltmeister wurde in der U19 ausgebildet und feierte im zarten Alter von 17 Jahren unter Mirko Slomka sein Bundesliga-Debüt © Getty Images
Allerdings wurde ihm damals dann Ivan Rakitic vor die Nase gesetzt, wegen mangelnder Einsatzzeiten wechselte er im Winter 2008 für schlappe 5 Milionen Euro zu Werder Bremen © Getty Images
Für Schalke kommt er nur auf 43 Pflichtspiele (1 Tor). Mittlerweile wanderten für den heutigen Londoner, der auch drei Jahre für Real Madrid spielte, bereits 70 Millionen Euro an Ablöse über den Tisch © Getty Images
SEAD KOLASINAC: Der Linksverteidiger wurde 2012 mit den A-Junioren Deutscher Meister und feierte im gleichen Jahr noch sein Bundesliga-Debüt © Getty Images
Mit drei Toren und fünf Vorlagen in der Saison 2016/17 spielte er sich ins Blickfeld der europäischen Top-Klubs, er ging ablösefrei zum FC Arsenal © Getty Images
JOEL MATIP: Auch für den Kameruner sahen die Knappen keinen einzigen Cent. Der Innenverteidiger ging 2016 nach 258 Pflichtspielen (23 Tore) zum Nulltarif nach Liverpool © Getty Images
Unter Klopp avancierte der 25-Jährige auf Anhieb zur festen Größe und darf sich seit diesem Sommer Champions-League-Sieger nennen © Getty Images
JULIAN DRAXLER: Mit ihm verbanden die S04-Fans besonders große Hoffnungen. Der Nationalspieler ist mit 17 Jahren und 117 Tagen der jüngste Schalker Spieler, der je in der Bundesliga eingesetzt wurde © Getty Images
Nach einer überaus erfolgreichen Anfangszeit sollte er zum Gesicht des FC Schalke werden, seine Vertragsverlängerung 2013 wurde mit einer Lkw-Aktion gefeiert. Anschließend stagnierte er allerdings in seiner Entwicklung, das königsblaue Trikot wurde für ihn immer mehr zu Last © Getty Images
So wechselte er im Sommer 2015 für 43 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg. Dort hielt es ihn aber nur 18 Monate, im Januar zog er für 40 Millionen zu Paris St. Germain weiter © Getty Images
MANUEL NEUER: Sein Abgang zum FC Bayern im Jahr 2011 tut den S04-Anhängern bis heute am meisten weh. Der Keeper wurde vom Publikumsliebling und Aushängeschild zum Feindbild, da er in einem Schalker Jahrbuch zuvor angegeben hatte, dass er niemals zum deutschen Rekordmeister gehen würde © Getty Images
Für den Weltmeister kassierten die Knappen immerhin (auch durch Bonuszahlungen) eine Ablöse von 30 Millionen. In Sommer mit den Verkäufen von Draxler, Özil und Sane nahm Schalke 128 Millionen ein © Getty Images
Neuer erfüllte sich dafür den Traum von zahlreichen Titeln: Sieben Meisterschaften, vier weitere Pokalsiege, Champions League, UEFA Supercup und Weltpokal gewann er mit den Münchnern. Von diesen Sphären sind die Knappen meilenweit entfernt © Getty Images

SPORT1: Haben Sie Herzklopfen verspürt, als sie - diesmal als Trainer - wieder auf dem Rasen des Trainingsgeländes standen?

Wagner: Oh ja. Der alte Flutlichtmast des Parkstadions steht ja noch symbolisch da, das verursacht schon Herzklopfen. Auch wenn sich baulich viel verändert hat, ist es ein tolles Gefühl, wieder hier zu sein. Ich habe damals mehr auf der Bank gesessen als gespielt, und das absolut zu Recht. Die anderen waren einfach besser als ich. Ich habe verschwindend gering zu dem damaligen Erfolg des Europacup-Gewinns beigetragen. Aber es war für mich persönlich eine wahnsinnig schöne Zeit. Ich war nichtsdestotrotz Teil der Truppe und dieses Gefühl hatte ich immer.

SPORT1: Ihr persönliches Highlight-Spiel war gegen Bayer Leverkusen. Der Gegner bekam drei rote Karten und Sie waren später der Held. Erinnern Sie sich noch?

Wagner: Natürlich erinnere ich mich, schon allein deshalb, weil es mein erstes Bundesliga-Tor war. Und so viele habe ich nicht erzielt. Ich wurde damals relativ früh eingewechselt. Wir haben gedrückt, gedrückt, gedrückt und ich machte kurz vor Schluss den 1:1-Ausgleich. Ich konnte mich kaum halten vor Freude. Danach haben meine Kameraden zu recht mokiert, warum ich so lange gejubelt habe, denn wir hätten noch gewinnen können. Besser wäre es gewesen: Ball holen, zur Mittellinie laufen und weiter geht’s. Doch ich habe zweieinhalb Minuten für den Jubel verschwendet.