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Alexander Nouri ist momentan auf der Suche nach einem neuen Klub
Alexander Nouri ist momentan auf der Suche nach einem neuen Klub © Getty Images
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Der Ex-Trainer von Werder Bremen lernt bei einer Hospitanz in der MLS eine völlig andere Führungskultur kennen. Bei SPORT1 berichtet er davon.

Seine letzte Trainer-Station endete im Frust, aber Alexander Nouri ist zuversichtlich, diesen Eindruck bald korrigieren zu können.

Im SPORT1-Interview mit Split It! plauderte der frühere Trainer des SV Werder Bremen mit Moderatorin Lisa Ramuschkat über seinen Alltag als Coach ohne Job - und geht dabei entspannt mit seinem misslungenen Intermezzo beim FC Ingolstadt in der 2. Bundesliga um.

"Jeder hat so eine Station wie ich jetzt mit Ingolstadt in seiner Vita, das gehört irgendwo dazu. Man sagt: 'Mit deiner Vertragsunterschrift unterzeichnest du auch sofort deine Entlassung' - da ist auch was dran."

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Unabhängig von seiner persönlichen Situation glaubt Nouri, dass es für Trainer in den vergangenen Jahren schwieriger geworden ist, den Erwartungen gerecht zu werden: "Ich finde, dass dieses extreme Schwarz-Weiß hat zugenommen hat und man den Trainern kaum noch Zeit gibt, Dinge zu entwickeln. Überall wo man den Trainern diese Möglichkeit einräumt, kann sich auch etwas Gutes entwickeln", sagt der 40-Jährige.

Alexander Nouri hospitierte bei mehreren US-Klubs

Der Deutsch-Iraner trainierte eine Saison lang Werder Bremen. Nach einem schwachen Saisonstart wurde er im Herbst 2017 an der Weser entlassen und vom jetzigen Trainer Florian Kohfeldt abgelöst. Es folgte ein kurzes Engagement beim FC Ingolstadt, wo er nach acht Spielen ohne Sieg seinen Job gleich wieder verlor. Seitdem ist Nouri auf Vereinssuche - und dabei, sich durch Weiterbildung in anderen Ländern für seinen nächsten Job zu rüsten.

"Ich versuche viel unterwegs zu sein, mir viele Dinge anzugucken, Inspiration zu holen und nicht darauf zu warten, dass mich das Glück sucht", berichtet Nouri. Er sei "viel in Amerika und Spanien unterwegs". Nouri absolvierte Hospitanzen bei den Seattle Sounders, bei den Los Angeles Galaxy und Los Angeles FC. Auch in Spanien bildete er sich fort, unter anderem beim FC Valencia.

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Eine besonders interessante Erfahrung machte Nouri in Seattle, wo er einen besonders intensiven Versuch des Trainers erlebte, seine Mitarbeiter in die Spielvorbereitung einzubinden: "Da hatte der Chef-Trainer in Vorbereitung auf den Spieltag und die Aufstellung in der Trainerkabine cirka zwölf Mann versammelt und jeder durfte seine Meinung einbringen. Vom Teammanager bis Physiotherapeut und Trainer der zweiten Mannschaft, Athletik- und Co-Trainer, Mannschaftsarzt und jeder durfte seine eigene Aufstellung präsentieren. Das hat super lange gedauert. Jeder sollte das Gefühl haben, Teil des Prozesses zu sein. Für ihn war das ein Mehrwert, für mich war das zu viel."

Insgesamt jedoch sei er beeindruckt gewesen von der "Leadership-Kultur" im US-Fußball, wobei er in Bezug auf das sportliche Niveau einschränkt: "Am Ende muss man sagen, ist das Produkt an sich nicht so gut, wie die Show drum herum."

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