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Axel Witsel verrät, wie ihn eine schlechte Erfahrung mit seiner kranken Tochter aus China vertrieb - und warum er sich für Borussia Dortmund entschied.

Seit Axel Witsel im vergangenen Sommer zu Borussia Dortmund gewechselt ist, ist der Belgier nicht mehr aus dem Team von Trainer Lucien Favre wegzudenken.

Im zentralen Mittelfeld ist der 30-Jährige eine der prägendsten Figuren im Team und für die Balance zwischen Defensive und Offensive enorm wichtig. 

Vor dem Spiel des BVB beim 1. FC Köln (Bundesliga: 1. FC Köln - Borussia Dortmund am Freitag ab 20:30 Uhr im SPORT1-LIVETICKER), das es in Deutschland nur bei DAZN zu sehen gibt, verrät der 30-Jährige im Interview mit dem Streamingportal, warum er vor einem Jahr von China nach Dortmund wechselte - und dass ein privates Erlebnis mit seiner ältesten Tochter Mai-Li dabei eine entscheidende Rolle spielte.

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Axel Witsel abgeschreckt von China-Krankenhaus

"Meine Tochter hatte eine sehr schmerzhafte Darm-Erkrankung", erzählt der zweifache Familienvater Witsel, der zwischen Januar 2017 und Sommer 2018 für den Klub Tianjin Quanjian aktiv war: "Im internationalen Krankenhaus hatten sie nicht die Geräte, um sie zu behandeln."

Er hätte dann zwei Optionen gehabt: "Entweder in das richtig chinesische Krankenhaus zu gehen oder nach Peking zu gehen, was aber rund zwei Stunden Autofahrt waren. Wir hatten aber eigentlich keine Zeit, weil es wirklich gefährlich hätte werden können. Wir sind dann also in das chinesische Krankenhaus gefahren, das war wirklich chinesisch."

Die Erfahrung, die er dort gemacht hätte, sei abschreckend gewesen: "Das war verrückt. Du gehst ins Krankenhaus, ziehst ein Ticket und wartest dann. Ungefähr wie im Supermarkt, wenn du Fleisch kaufst. Du hast dein Ticket, deine Nummer kommt irgendwann dran und du wirst aufgerufen. Wir haben dann zwei bis drei Stunden gewartet."

Obwohl Witsel bei Tianjin rund 18 Millionen Euro Gehalt pro Jahr kassiert haben soll, bewog ihn das Erlebnis, das China-Abenteuer zu beenden: "Nach diesem Vorfall habe ich zu meiner Frau gesagt: Ich spiele die Weltmeisterschaft und dann kehren wir nach Europa zurück. Geld ist wichtig, aber nicht gleichbedeutend mit Glück."

"Für BVB war ich die erste Wahl"

Warum es dann nach Dortmund ging und nicht zu einem anderen Klub? "Ich hatte auch andere Angebote, hätte vielleicht nach Paris oder Manchester gehen können, aber ich wollte nicht abwarten. Und ich hatte das Gefühl, dass ich für Dortmund die erste Wahl war."

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Letztlich habe es sich erwiesen, dass es "die richtige Entscheidung war". Die Verhandlungen mit seinem damaligen Klub Tianjin aus China seien nicht einfach gewesen, "aber am Ende hat alles funktioniert".

Dass der BVB nicht nur eine Durchgangsstation ist, davon ist Witsel überzeugt: "Ich habe für vier Jahre unterschrieben - und diese vier Jahre möchte ich auch beim BVB bleiben, vielleicht sogar länger. Ich bin viel gereist, habe in Portugal, Russland und China gespielt. Deswegen ist es jetzt gut für mich und meine Familie, hier zu bleiben. Dortmund ist nicht die schönste Stadt der Welt, für uns ist es aber der perfekte Ort, weil Dortmund nur zwei Autostunden von Belgien entfernt ist. Von China aus waren es elf Stunden mit dem Flugzeug."

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Dass die starke vergangenen Spielzeit nicht mit dem Meistertitel gekrönt wurde, sei "natürlich schade", findet Witsel.

Eine Erklärung für den Einbruch in der Rückrunde sei die fehlende Erfahrung: "Ich war noch nie in einer Mannschaft mit so vielen jungen, talentierten Spielern. Am Ende eines Meisterschaftsrennens ist Erfahrung sehr wichtig - und davon hatte Bayern einfach mehr. Nun sind wir dank der Neuzugänge noch stärker."

Einer davon ist Mats Hummels - auch wenn der neue Abwehrchef mit seinen 30 Jahren über den Talentstatus längst hinaus ist. "Ich bin froh, dass er da ist, und davon überzeugt, dass er sehr wichtig für uns sein wird", sagt Witsel. "Mats hat viel Erfahrung und bereits viele Titel gewonnen. Ein Verein wie Dortmund muss Titel gewinnen. Mats ist ein super Typ und ein weiterer Leader. Einen Typen wie ihn haben wir gebraucht." 

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