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Der zweite Saisonsieg von Borussia Dortmund war ein hartes Stück Arbeit. Coach Lucien Favre bewies in Köln aber mit zwei Entscheidungen Mut und wurde belohnt.

Zum zweiten Mal in Serie hat Borussia Dortmund in der jungen Bundesliga-Saison einen 0:1-Rückstand noch gedreht, sich zurückgekämpft und nach dem 5:1-Auftakterfolg gegen den FC Augsburg auch beim 1. FC Köln einen 3:1-Sieg gefeiert. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Der zweite Saisonsieg war allerdings ein hartes Stück Arbeit und vor allem dem Geistesblitz von BVB-Coach Lucien Favres zu verdanken: "Im ersten Durchgang haben wir zu langsam gespielt. Das war ein schweres Spiel - das haben wir erwartet. Mit der Einwechslung von Julian Brandt und Achraf Hakimi hat sich unser Spiel sofort verändert."

BVB-Coach Favre wechselt den Sieg ein

Beide Joker "haben unserem Spiel etwas gebracht", erklärte Favre weiter. Dabei sah es lange danach aus, als ob der Tabellenführer beim Aufsteiger aus Köln Punkte liegen lassen würde. Das konnten die Schwarz-Gelben dank der Einwechslungen und der damit einhergehenden Systemumstellung auf ein 4-1-4-1 nochmal abwenden.

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"Wir hatten das Vertrauen, weil wir eigentlich immer in der zweiten Halbzeit eine Schippe drauflegen können. Auch weil wir auf der Bank noch extrem viel Potenzial haben", erklärte Kapitän Marco Reus treffend.

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Und hier machte sich die Tiefe und Breite des Borussen-Kaders bezahlbar, der für rund 130 Millionen Euro verstärkt worden ist. Zum Köln-Spiel mussten Stars wie Hakimi, Brandt, Jacob Bruun Larsen, die allesamt im zweiten Durchgang eingewechselt wurden, sowie Dan-Axel Zagadou, Mo Dahoud, Thomas Delaney und Mario Götze auf der Platz nehmen.

Systemumstellung macht Köln zu schaffen

Nachdem die Kölner im ersten Durchgang dem BVB aber mit leidenschaftlicher Zweikampfführung, mutigen Kontern und konsequentem, laufintensivem Pressing den Schneid abgekauft hatten, sah sich Favre in der 62. Spielminute gezwungen zu reagieren.

Denn ein richtiger Spielfluss wollte bei den Dortmundern nie richtig aufkommen - und im 4-2-3-1-System fanden Reus, Jadon Sancho und Thorgan Hazard kaum Lücken in der FC-Abwehr, während Paco Alcacer über die ersten 45 Minuten in der Luft hing.

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Ein enttäuschender Julian Weigl, der nur 42,1 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, und Neuzugang Nico Schulz, der auf links gegen Kingsley Ehizibue kein Land sah, mussten für Brandt und Hakimi weichen. Dabei stellte Favre auf 4-1-4-1 um.

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Mit Erfolg: Nur eine Minute nach seiner Einwechselung schickte Brandt mit einem Steilpass Reus auf die Reise, der noch an Kölns Keeper Timo Horn scheiterte. "Wir sitzen dafür auf der Bank, dass wir ein belebendes Element sind", meinte Brandt anschließend. "Die Bank war heute sehr wichtig. Es ist ein schönes Gefühl, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte."

Sancho blüht im 4-1-4-1 auf

Von den zwei Einwechslungen und Favres Taktik-Kniff profiterte vor allem Sancho, der in der offensiven Viererreihe nun mit Hazard, Reus und Brandt ständig rotierte, für viel Verwirrung sorgte und immer besser ins Spiel fand.

Die Torabschlüsse häuften sich nun, nachdem der BVB im ersten Durchgang keine Großchance gehabt hatte, und folglich fiel in der 70. Minute durch Sancho (zwei Spiele: zwei Tore, zwei Assists) der verdiente 1:1-Ausgleich. Der Bann war endlich gebrochen.

Für Reus war der Ausgleich nur "eine Frage der Zeit". Favre habe der Mannschaft gesagt, "dass wir das Tempo weiter hochhalten müssen, denn dann werden die Kölner müde. Der Plan ist am Ende dann auch aufgegangen." Und Favre behielt Recht.

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In der 86. Minute fand dann Lukasz Piszczek mit einer perfekten Flanke Hakimi, der zum 2:1 einnickte. Der flinke Marokkaner setzte sich im Gegensatz zu Schulz immer wieder auf links gegen einen müde werdenden Ehizibue durch und leitete in der Nachspielzeit mit seinem Pass auf Sancho auch das 3:1 durch Paco Alcacer (3. Saisontor) ein.

Dortmunder Konkurrenzkampf ist ein Luxusproblem

Mit sechs Punkten aus zwei Spielen und einer Torausbeute von 8:2 grüßt Dortmund weiter von der Tabellenspitze und kann nun abwarten, wie sich der FC Bayern München auf Schalke schlagen wird. (TABELLE der Bundesliga)

"Mit sechs Punkten ist es ein guter Start, auch wenn fußballerisch noch Luft nach oben ist", freute sich Reus und schränkte zugleich ein. "Wir müssen immer zu 100 Prozent da sein und den Kampf annehmen. Nur spielerisch wird es nicht funktionieren. Wir wissen schon, dass wir nicht durch die Liga marschieren als wären es Fahnenstangen, sondern das ist harte Arbeit."

Während Brandt und Hakimi sich für einen Startelfeinsatz gegen Union Berlin am 3. Bundesliga-Spieltag empfohlen haben, saß Götze nur auf der Bank und kam bisher nur zwölf Minuten gegen Augsburg und elf Minuten im DFB-Pokal zum Einsatz. BVB-Kapitän Reus betonte jedoch, dass "wir alle Spieler brauchen". (SPIELPLAN der Bundesliga)

Das zeigte die Auswärtspartie in Köln deutlich, wie Brandt erklärte. Einerseits "ist es ein besonderer Konkurrenzkampf" in der Dortmunder Mannschaft, andererseits hat Coach Favre "aber eben ein Luxusproblem." Das werden die Erzrivalen aus Bayern auch zur Kenntnis genommen haben.

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