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Ismaning - Zwei Spiele, sechs Punkte: Für den BVB hätte die Saison nicht besser starten können. Nun fallen jedoch Hazard und Witsel aus - und Lucien Favre muss umbauen.

Ein überhartes Einsteigen von Kölns Sebastian Bornauw im Spiel gegen Dortmund kostete den BVB Anfang der Woche schon Neuzugang Thorgan Hazard, mit einer Rippenverletzung fehlt er den Dortmundern voraussichtlich knapp vier Wochen.

Am Freitag folgte die nächste Hiobsbotschaft: Hazards belgischer Landsmann Axel Witsel fällt mit einem Faserriss im Adduktorenbereich ebenfalls wochenlang aus.

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Die Länderspielpause kommt zwar gerade zur rechten Zeit. Trotzdem verpasst das Duo neben dem Auswärtsspiel am Samstag bei Union Berlin (Bundesliga: Union Berlin - Borussia Dortmund ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) höchstwahrscheinlich auch das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen - und wohl auch den Champions-League-Auftakt gegen den FC Barcelona am 17. September.

Kehl bedauert Verletzung

"Thorgan war gut drauf, natürlich fehlt er uns. Wir hoffen, dass er nicht zu lange ausfällt, wir werden ihn noch brauchen", betonte Sebastian Kehl in den Ruhr Nachrichten.

Ganz so grandios wie Kehls Aussagen es vermuten lassen waren Hazards Leistungen zwar noch nicht. Aber Fakt ist: Der BVB muss umstellen - umso mehr, nachdem auch Taktgeber Witsel ausfällt. Die oft gelobte Tiefe im Kader der Schwarz-Gelben wird erstmals auf den Prüfstand gestellt.

Sollte Favre dem bisher praktizierten 4-2-3-1 treu bleiben, liegt die Alternative für Witsel auf der Hand: Thomas Delaney, in dieser Saison noch ohne Pflichtspielminute, dürfte auf der Doppelsechs an der Seite von Julian Weigl auflaufen.

Für Hazards Position in der offensiven Dreierreihe gibt es dagegen gleich mehrere hochkarätige Alternativen: SPORT1 beleuchtet, was für wen spricht.

Option Raphael Guerreiro

In der letzten Saison setzte Trainer Lucien Favre vor allem in der Rückrunde auf Raphael Guerreiro im linken Mittelfeld. Favre schätzt die Vielseitigkeit des Portugiesen. Auch mit Blick auf die Topspiele nach der Länderspielpause gegen die offensivstarken Teams aus Leverkusen und Barcelona ist Guerreiro auf dieser Position eine echte Alternative.

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Stand Guerreiro letzte Saison in der Startelf, verloren die Dortmunder in der Bundesliga nur ein Spiel - das turbulente Revierderby am 31. Spieltag gegen Schalke (2:4).

Problem an der Alternative: Guerreiro könnte bis zum Leverkusen-Spiel gar nicht mehr da sein. Seit Wochen drängt der BVB auf eine Verlängerung des 2020 auslaufenden Vertrags. Guerreiro ziert sich.

Grund ist offenbar das Interesse des französischen Meisters Paris Saint-Germain, der dem in Frankreich geborenen Guerreiro ein Gehalt von acht Millionen Euro in Aussicht stellt. Die Financial-Fairplay-Regelung zwingt Paris aber angeblich, für Guerreiro Verkäufe zu tätigen, sodass ein Abschluss nicht absehbar ist. Der Neymar-Transfer zieht sich schließlich weiter hin.

Danish Dynamite

Ein weiterer Spieler, der in der letzten Saison schon erfolgreich auf dieser Position gespielt hat, ist Jacob Bruun Larsen. Der Däne spielte eine überragende Vorbereitung und war in der Hinrunde auf Linksaußen gesetzt.

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Leistungsschwankungen wurden dem 20-Jährigen in der Folge zum Verhängnis. Auch an seiner Effektivität muss Bruun Larsen noch arbeiten. Nicht jedes Talent ist eben ein Jadon Sancho.

Vor der Hazard-Verletzung stand auch ein Bruun-Larsen-Wechsel im Raum. Der soll inzwischen aber vom Tisch sein.

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Chance für Götze?

Ein weiterer möglicher Nutznießer der Hazard-Verletzung ist Mario Götze. Favre sieht den 27-Jährigen zwar nicht auf den Flügeln, Kapitän Marco Reus könnte aber für seinen Kumpel auf die Hazard-Position wechseln. Für Götze wäre damit seine Wunschposition, die Zehn, in Favres 4-2-3-1 frei.

Götze bewies in der vergangenen Rückrunde aufsteigende Form und war auf dem Weg zu alter Stärke. An Paco Alcácer gibt es für Götze aber im Sturm aktuell kein Vorbeikommen. Mehr als zwölf Minuten gegen Augsburg waren dem WM-Helden von 2014 in der Liga deswegen noch nicht vergönnt.

Götze wurde in letzter Zeit immer wieder mit einem Wechsel ins Ausland in Verbindung gebracht.

Brandt soll jetzt liefern

Die wahrscheinlichste Option aber lautet: Julian Brandt. Der Zugang aus Leverkusen wurde nach einer kleinen Verletzung in der Vorbereitung von Favre in den ersten Spielen sukzessive aufgebaut. Trotzdem hinterließ Brandt bei seinen Einwechslungen einen bleibenden Eindruck.

Gegen Augsburg erzielte er technisch anspruchsvoll das 5:1, gegen Köln war er nach der Einwechslung (62.) der entscheidende Spieler beim 3:1-Sieg nach einem 0:1-Rückstand. Brandt kann, wie in Köln, im Zentrum spielen. Er kann aber auch den Linksaußen geben.

Neben dem 4-2-3-1 hat Favre auch letzte Saison schon oft das offensivere 4-1-4-1 mit nur einem Sechser spielen lassen. Gegen das erwartungsgemäß tiefstehende Union Berlin ist die Formation mit zwei offensiv denkenden Zentrumsspielern durchaus eine Option - gerade auch nach dem Witsel-Ausfall.

Damit könnten sogar zwei der vier genannten Alternativen in die Startelf rücken. Julian Brandt dürfte nach seiner Leistung in Köln die erste Option sein.

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