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München - Der Supercup zwischen BVB und FC Bayern verspricht ein spektakulärer Vorbote einer spannenden Saison zu werden - ein Gastbeitrag von DAZN-Kommentator Alexander Schlüter.

Hallo Fußball-Freunde,

mit den Ex-Kollegen ist das ja immer so eine Sache. Es gibt die, die einem vor lauter Wiedersehensfreude förmlich ins Gesicht springen wollen, wenn man sie Monate nach dem eigenen Jobwechsel an irgendeiner Straßenecke trifft. Dann gibt es die, bei denen eine komische Stimmung entsteht. Unausgesprochene Fragen à la "Verdienst du jetzt besser als ich?" oder "Hat es dir bei uns nicht gefallen?" hängen wie unsichtbare Spruchblasen über dem gekünstelten Smalltalk. Und dann gibt es noch die schlimmste Sorte Ex-Kollegen – die, die absichtlich wegschauen und versuchen dich zu ignorieren, wenn du ihnen zufällig über den Weg läufst – aus welchen Gründen auch immer.

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Letzteres wird den Bayern-Spielern zumindest schwer fallen, wenn sie am Samstag beim Supercup auf Mats Hummels und seinen BVB treffen (Supercup: Borussia Dortmund - FC Bayern, Sa. ab 20.30 Uhr im Liveticker). Dabei stufe ich die Chancen, dass die Borussia dem alten Arbeitgeber des Innenverteidigers die Stimmung verhagelt, als durchaus groß ein.

Dortmund hat mich in der Vorbereitung überzeugt, vor allem die Zusammensetzung des neuen Kaders gefällt mir sehr gut. Mats Hummels kommt in diesem Kontext eine besondere Rolle zu. Während Jungs wie Hazard und vor allem Brandt das Potenzial mitbringen, den nächsten Schritt zu machen und sich zu internationalen Topspielern zu entwickeln, erhofft sich die schwarz-gelbe Fanseele von Hummels Konstanz auf hohem Niveau. Mit Blick auf den Einbruch in der vergangenen Saison ein durchaus nachvollziehbarer Wunsch.

Neben seiner Erfahrung stellt der mittlerweile 30-Jährige dank seiner herausragenden Passfähigkeiten ein klares Upgrade für das Aufbauspiel der Dortmunder dar. Eine solche Qualität besaß Dortmund in diesem Bereich zuletzt in den Meisterjahren unter Kloppo, schon damals war Hummels der Spieleröffner. Nun reichten den BVB-Fans wenige Testspielminuten, um sich in den rechten Außenrist von Hummels zurückzuverlieben.

Am Samstag moderiert Alexander Schlüter den Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München live auf DAZN. Schlüter ist eines der Gesichter für die kommende Saison bei DAZN, das mit dem Erwerb der Bundesliga-Live-Rechte von Eurosport aufhorchen ließ. Neben dem Supercup wird DAZN unter anderem die Freitagsspiele der Bundesliga übertragen.

Bei aller Passqualität hat es natürlich seine Gründe, warum Hummels in München vor seinem Wechsel nicht mehr der gesetzte Innenverteidiger war. Er weiß selbst, dass er in diesem Leben keinen 100-Meter-Weltrekord mehr aufstellen wird – ich denke aber, dass die Vorzeigeathleten Akanji und Zagadou absolut passende Ergänzungen darstellen. Der ebenfalls neue Außenverteidiger Nico Schulz hat mich von allen Borussen in der Vorbereitung sogar am meisten überzeugt.

Klingt nach einem Titelkandidaten und so stufe ich den BVB auch ein. Die Defensive wurde gut verstärkt, offensiv wird mit Marco Reus der amtierende Fußballer des Jahres erneut der Fixpunkt sein.

Ob man dem FC Bayern in dieser Saison über die volle Rundenzahl Paroli bieten kann, hängt für mich von den oben angesprochenen Next-Step-Spielern ab. Entwickeln sich Brandt, Hazard und Co zu klaren Leistungsträgern, können wir uns auf ein hochspannendes Meisterrennen freuen.

Die Bayern werden hochmotiviert sein, diesem Vorhaben schon am Samstag den ersten Riegel vorzuschieben und Mats Hummels das Wiedersehen mit den alten Kollegen so unangenehm wie möglich zu gestalten.

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