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München - Auf Schalke kommen drei Neuzugänge des FC Bayern zu ihrem Bundesliga-Debüt. Einer überzeugt komplett, zwei Spieler nur teilweise. Die SPORT1-Analyse.

Beim 3:0-Auswärtssieg des FC Bayern bei Schalke 04 absolvierten die Neuzugänge Lucas Hernández, Philippe Coutinho und Ivan Perisic ihre Bundesliga-Premieren für die Münchner.

Michael Cuisance kam nicht zum Einsatz - er durfte jedoch beim "Traumspiel" in Vilshofen am Sonntag erstmals für die Münchner ran und feierte wie Coutinho und Perisic seine Torpremiere.

Wie aber schlugen sich die drei Debütanten am Samstagabend auf Schalke? SPORT1 nahm die Star-Neuzugänge unter die Lupe.

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Lucas Hernández

Der 80-Millionen-Neuzugang profitierte vom kurzfristigen Ausfall Thiagos, der wegen einer Nackenverletzung nicht mitwirken konnte. Prompt baute Niko Kovac für den Franzosen die Defensive um: Hernández rückte in die Innenverteidigung, Benjamin Pavard wurde zum Rechtsverteidiger, Joshua Kimmich ging auf die Sechs.

Der Plan ging auf. An der Seite von Niklas Süle überzeugte der 23 Jahre alte Weltmeister von 2018. Guido Burgstaller schaltete er nahezu komplett aus, gewann 63 Prozent seiner Zweikämpfe. Immer wieder gelangen ihm wichtige Balleroberungen.

Beim Spielaufbau wechselte die Kovac-Elf zur Dreierkette. Den äußeren, linken Part übernahm dann Hernández - und wurde oft angespielt. Viele Pässe kamen an, hin und wieder hatte er aber auch einen Fehlpass drin.

"Er war lange verletzt, daher habe ich ihn sehr gut gesehen", resümierte Hasan Salihamidzic. "Er ist sehr zweikampfstark, hat eine richtig gute Präsenz und eine unglaubliche Mentalität. Das zeigt er auch jeden Tag im Training. Deswegen war es auch überhaupt kein Problem, ihn schon so früh zu bringen."

Hernández selbst freute sich, nach seiner Verletzungspause endlich wieder auf dem Platz stehen zu können. "Die fünf Monate Verletzungspause waren nicht einfach. Ich musste hart arbeiten - und jetzt nach so langer Zeit wieder zu spielen, ist das Beste, was mir passieren konnte. Hoffentlich bleibt es dabei, die Saison ist noch lang", sagte er zu SPORT1 nach dem Spiel auf Schalke.

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Sportdirektor prophezeite: "Da wird noch mehr kommen, der Junge ist einfach gut. Wir werden noch viel Freude an ihm haben."

Fazit: Hernández fügte sich prächtig ein. Gut möglich, dass Kovac gegen Mainz 05 in der Startelf an ihm festhält.

Philippe Coutinho

Klar, dass sich alle Augen auf den brasilianischen "Weltstar" (Zitat Niko Kovac) richteten. Auch die seiner Familie, die ihn im Stadion unterstützte. Um 19.44 Uhr war es dann soweit: Innerhalb von nur fünf Sekunden war Coutinho bereit zur Einwechslung.

Mit drei Sprüngen auf dem rechten Fuß und einem Stoßgebet gen Himmel betrat er das Feld. Zuvor hatten ihm Kovac und sein Bruder Robert letzte Instruktionen gegeben. "Er hat mir gesagt, auf welcher Position ich spielen soll. Auch wie ich verteidigen soll, wenn wir nicht den Ball haben, und dass ich auf dem Platz ich bleiben soll", verriet er auf SPORT1-Nachfrage.

Coutinho kam beim Stand von 2:0 für Thomas Müller in die Partie (57.) und ging sofort auf die Position des Spielmachers. Corentin Tolisso und Joshua Kimmich agierten dahinter fortan als Doppelsechs. Der Franzose gab ihm oft Instruktionen.

Coutinho deutete in seinem ersten FCB-Einsatz vor allem seine Passstärke an, brachte 23 von 26 Zuspielen an den Mann. Mehrmals steckte er den Ball mit nur wenigen Kontakten auf die Flügelspieler oder Robert Lewandowski im Zentrum durch und arbeitete auch in der Defensive mit.

Auffällig: Wann immer Coutinho abspielte, lief er sich direkt wieder in freie Position oder zog in die Spitze.

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Deutlich wurde aber auch, dass es ihm noch an Spritzigkeit mangelt. "Ich bin sehr glücklich über meine ersten 30 Minuten und den Sieg. Jetzt möchte ich hart an meiner Fitness arbeiten, denn es ist ein sehr intensives Spiel hier", erklärte Coutinho.

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Lob für seinen ersten Bayern-Auftritt gab es von Manuel Neuer: "Er ist ein positiver Typ, der alles geben möchte. Es ist gut für unser Spiel, dass wir einen spielstarken Spieler hinzubekommen haben, der Weltklasse-Niveau hat." Auch Sportdirektor Salihamidzic schwärmte, man sehe "was für ein feiner Fußballer das ist, wie er den Ball annimmt und mitnimmt. Er ist ja kaum zu fassen."

"Man hat schon gesehen, welche Fähigkeiten er am Ball hat, wie er sich löst und die Räume beläuft und bespielt", urteilte Kovac bei Sky. "Es fehlt aber noch ein bisschen Kraft, das ist ganz normal. Mit seinem Einstand bin ich zufrieden."

Fazit: Die große Coutinho-Show war es noch nicht, dafür aber ein solider Einstand. Möglich ist, dass er mit einer guten Trainingswoche Müller schon gegen Mainz 05 aus der Startelf verdrängt.

Ivan Perisic

Der Kroate kam fast zeitgleich mit Coutinho ins Spiel (57.), Serge Gnabry musste für ihn raus. Perisic agierte auf der linken Außenbahn, Aktivposten Kingsley Coman wechselte auf die rechte Seite.

Der 30-Jährige forderte immer wieder die Bälle und lief in die Schnittstellen - die ganz großen Szenen aber blieben ihm verwehrt. Glück für Perisic, dass auf sein Handspiel nach einem Freistoß von Daniel Caligiuri kein Elfmeter folgte (63.).

Als er in der 84. Minute einen langen, verunglückten Diagonalball von Lewandowski mit einer Grätsche rettete, bekam er Applaus von David Alaba.

"Ivan wird sich auch auszahlen", prophezeite Salihamidzic. "Er hat gezeigt, dass er mitspielen kann. Wenn er mal antritt, sieht man, welche Qualitäten er hat. Ich bin sehr zufrieden."

Fazit: Perisic ist eine gute Alternative, falls Gnabry und Coman schwächeln. Noch haben die beiden aber die Nase vorn.

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