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München - Thomas Müller steht vor seiner zwölften Saison als Profi des FC Bayern. Seine favorisierte Position im 4-3-3-System gibt es eigentlich nicht. Für ihn aber kein Hindernis.

Die Startelf des FC Bayern am Dienstagabend gegen Fenerbahce Istanbul roch verdächtig nach der möglichen Anfangsformation gegen Borussia Dortmund im Supercup am Samstag (Supercup: Borussia Dortmund - FC Bayern, ab 20.30 Uhr im LIVETICKER).

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Thomas Müller allerdings fehlte, der Ur-Bayer musste vorerst auf der Bank Platz nehmen. Die Flügel besetzte Niko Kovac im 4-3-3-System - wie zu erwarten war - mit Kingsley Coman und Serge Gnabry. Die Sechs mit Thiago und die beiden Achterpositionen mit Leon Goretzka und Renato Sanches.

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Müller fehlte in Startformation

Fehlte Müller, weil es irgendwie nicht das Müller-System ist? Weil andere Spieler formstärker sind?

All diese Fragen waren schnell ohne Belang, denn der 29-Jährige kam bereits nach 20 Minuten für den angeschlagenen Serge Gnabry ins Spiel - und fortan machte Müller das, was er so gerne macht: unorthodoxe Laufwege, starke Pässe und Tore. Drei an der Zahl in nur 27 Spielminuten.

"Drei Tore fühlen sich immer gut an", sagte er anschließend in Müller-Manier und erweckte dabei wie in all den Jahren zuvor nicht den Eindruck, als gäbe es in dieser Saison keinen Platz für ihn unter den ersten Elf.

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Gnabry und Coman vor Supercup angeschlagen

Das jedoch könnte man fast glauben in Anbetracht dessen, wie Kovac rein taktisch spielen lassen will. Müller, das freie Radikal der Bayern, liebt eigentlich den Platz hinter Robert Lewandowski. Den des zweiten Stürmers, der hängenden Spitze oder des Spielmachers. Diesen Platz gibt es im 4-2-3-1-System. Im 4-3-3 aber nicht unbedingt.

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Für Müller kein Problem, wie er auf SPORT1-Nachfrage feststellt: "Ich spiele am liebsten in der Mitte. Die Achterposition ist ja auch eine mittlere Position. Wie ich es seit zehn Jahren versuche zu vermitteln, kann ich meine Stärken da am besten ausspielen. Aber natürlich kann ich auch in der Spitze oder Rechtsaußen spielen. Da habe ich sicherlich auch Fähigkeiten, die ich einbringen kann. Auch, wenn es keine Außenbahn-Fähigkeiten sind."

Deshalb ist Müller, auch unter Kovac, irgendwie immer gesetzt - wohl auch am Samstag im Supercup in Dortmund, da Serge Gnabry wegen muskulärer Probleme in München bleiben wird und Kingsley Coman nach einer schweren Prellung im linken Knie vorerst auf der Bank sitzen dürfte.

"Thomas kann mehrere Positionen spielen", lobte Kovac am Freitag: "Natürlich wissen wir, dass er es über außen anders interpretiert als die anderen beiden (Gnabry und Coman, Anm. d. Red.), aber das gibt uns auch was Neues, was anderes. Sadi (Neuzugang Sarpreet Singh, Anm. d. Red.) und Alphonso (Davies, Anm. d. Red.) haben es Mittwoch aber auch sehr gut gemacht. Wir haben auch Alternativen."

Müller will im Supercup "alles reinlegen"

An Müller wird in Dortmund aber kein Weg vorbeiführen. "Uns und mir persönlich ist der Titel sehr wichtig. In Dortmund zu spielen hat immer eine gewisse Brisanz. Wir werden alles reinlegen", versprach er bereits.

Sein Wert für die Mannschaft als bayerisches Aushängeschild, Identifikationsfigur, als Vizekapitän, Führungsspieler und Entertainer der Medien dürfte in den kommenden Monaten auch nochmal merklich zulegen. Durch den Abgang von Franck Ribéry, Arjen Robben, Rafinha und Mats Hummels verloren die Münchner auch starke Charaktere.

Kovac dürfte sich künftig wohl zweimal überlegen, den Routinier in seiner nunmehr zwölften Bayern-Saison auf die Bank zu setzen.

Der Grund: Müller hat immer noch viel vor und will als Ex-Nationalspieler (100 Länderspiele/38 Tore) im EM-Jahr umso mehr Vollgas geben, wie er im SPORT1-Interview klarmacht: "Ich werde so in die Saison gehen, dass ich alles raushauen und meine bestmögliche Performance bringen kann. Was das dann für Nebengeräusche mit sich bringt, wird sich zeigen."

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