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München - Eine Woche vor dem Auftakt im DFB-Pokal reist der FC Bayern ins Trainingslager an den Tegernsee. Dort wartet auf Niko Kovac noch die eine oder andere Aufgabe.

Eine Woche hat Niko Kovac noch, dann wird es für den FC Bayern endgültig ernst.

Zwar stand für die Münchner mit dem Supercup am vergangenen Wochenende formal bereits das erste Pflichtspiel der neuen Saison auf dem Programm, doch so richtig startet die neue Spielzeit erst am 12. August mit dem DFB-Pokalspiel bei Energie Cottbus.

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Ab Dienstag schwitzen die Bayern nun im Trainingslager in Rottach-Egern. Nicht nur die 0:2-Niederlage gegen den BVB hat zuletzt gezeigt, dass Kovac und sein Team dort noch einiges zu tun haben.

SPORT1 beleuchtet, welche Hausaufgaben der Rekordmeister am Tegernsee noch zu erledigen hat.

- Hernández ins Team integrieren

Während die Bayern in der Offensive noch immer nach ihrem Schlüsselspieler fahnden, haben sie diesen in der Defensive in Person von Lucas Hernández bereits frühzeitig gefunden.

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Nachdem sich der Verteidiger bislang wegen einer Operation infolge eines im Februar erlittenen Innenbandrisses in der Reha befunden hatte, soll er in Rottach-Egern ins Mannschaftstraining einsteigen. Das hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic im Rahmen des Supercups verkündet.

Kovacs Aufgabe ist es nun, den Weltmeister schnellstmöglich in die Mannschaft und vor allem in sein System zu integrieren. Denn Hernández soll in naher Zukunft nicht weniger als die neue Säule in der Innenverteidigung werden.

- Defensive im 4-3-3 festigen

Diese steht im bevorzugten 4-3-3-System von Kovac bislang alles andere als sattelfest. Mit einem Sechser und zwei Achtern sind die Bayern in Topspielen und gegen schnelle Gegner defensiv noch nicht genügend gefestigt und kommen offensiv zu wenig in Pressingsituationen - das hat auch die Niederlage in Dortmund wieder unter Beweis gestellt.

"Wie wir unsere Gegentore in Dortmund bekommen, ist ein Muster. Das ist dann ein Stück weit naiv, fehlende Konzentration und fehlende Qualität", prangerte Joshua Kimmich bereits nach dem Spiel an - und auch Kovac selbst kritisierte das Defensiv-Verhalten seiner Mannschaft.

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"Man sieht, dass die Mannschaft will, aber wir müssen hinten aufpassen, dass da nicht die Post abgeht", forderte er.

Will der 47-Jährige nicht wie im Vorjahr, als er schon einmal den Versuch eines 4-3-3-Systems gestartet hatte, in eine defensivere Formation mit zwei Sechsern zurückkehren, wird er im Trainingslager vor allem daran arbeiten müssen, die wacklige Defensive zu festigen.

- Thiago zum Sicherheitsmann erziehen

Eine Schlüsselrolle dürfte dabei Thiago zukommen. Sollte Kovac künftig regelmäßig auf einen Sechser setzen, muss der Spanier diese Rolle, je nach Gegner, ebenso übernehmen können wie sein Landsmann Javi Martínez.

Dazu muss der 28-Jährige aber seine Unkonzentriertheiten abstellen, die ihm zuletzt gegen Dortmund gleich mehrfach unterlaufen waren. Dort leistete er sich schon in der ersten Hälfte unnötige Fehlpässe, sein dritter auf Sancho leitete schließlich das 1:0 ein, sein vierter, am BVB-Strafraum, führte im zweiten Durchgang zum Kontertor des Engländers.

Spielt er auch weiterhin so riskant, kann ihn Kovac folglich im 4-3-3 gegen große Gegner nicht bringen. Eine weitere große Aufgabe für den Trainer lautet daher, Thiago so zu erziehen, dass dieser seine Klasse in Sicherheit ummünzen kann.

- Renato Sanches bei Laune halten

Während es bei Thiago insbesondere um taktische Stellschrauben geht, sieht die Situation bei Renato Sanches anders aus.

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Nachdem der Portugiese es auch in der Vorsaison nicht geschafft hatte, sich als Stammspieler zu etablieren, wurde er immer wieder mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Doch angesichts des aktuell ohnehin schon dünn besetzten Bayern-Kaders ist ein Abgang des 21-Jährigen keine Option.

"Ich möchte das Beste für mich", ließ Sanches während der USA-Reise bereits verlauten. Entsprechend unerfreut wird er daher über seinen Bankplatz im Supercup gewesen sein. Um ihn weiter bei Laune zu halten, sollte Kovac ihn am Tegernsee noch einmal besonders streicheln.

- Talente fördern, Transferdruck aufrechterhalten

Dazu gilt es, auch die Top-Talente Ryan Johansson und Sarpreet Singh nicht zu vernachlässigen. Denn im Falle eines Falles müssten diese sofort zur Verfügung stehen und sich beinahe nahtlos integrieren können.

Gerade der Neuseeländer Singh könnte den Notstand auf den Flügeln für sich nutzen, zeigte zuletzt im Audi Cup gegen die Tottenham Hotspur eine ansprechende Leistung. "Er kann ohne Zweifel Möglichkeiten bei uns bekommen", machte ihm Kovac anschließend Hoffnungen auf Einsätze bei den Profis.

Trotzdem muss der Trainer weiterhin den Transferdruck aufrechterhalten und den Bossen unmissverständlich klar machen, wo sein Kader noch verstärkt werden muss. Es spricht fast schon Bände über die aktuell angespannte Personalsituation, dass gegen den BVB gleich zwei Ersatztorhüter auf der Bank Platz nehmen konnten und der Kader trotzdem noch nicht voll besetzt war.

- Lust auf die Saison machen - auch bei den Fans

In einem Trainingslager darf aber auch niemals der Spaß zu kurz kommen. Denn neben der spielerischen Klasse kann am Ende auch der Teamgeist über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Für Kovac gilt es deshalb, seine Spieler bei Laune zu halten und alle heiß auf die neue Saison zu machen. Auch wenn der Gegner zum Auftakt "nur" Energie Cottbus heißt, muss er es schaffen, eine "Pokalgeilheit" zu kreieren.

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Selbiges gilt auch für die Fans. Diese gilt es zu bespaßen und bei Laune zu halten, dafür hat der Verein in erster Linie zwei öffentliche Trainingseinheiten am Dienstag und Samstag angesetzt.

Danach sind es dann nur noch zwei Tage, bis es ernst wird.

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