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München - Robert Lewandowski hat einen überragenden Saisonstart hingelegt. In der Bundesliga kann keiner mithalten, doch ist der Pole sogar der beste Mittelstürmer der Welt?

"Sensationell gut." So beschrieb Niko Kovac den Auftritt von Robert Lewandowski beim FC Schalke 04 am vergangenen Wochenende. "Er hat einmal mehr bewiesen, dass er der beste Stürmer der Bundesliga ist."

Tatsächlich war die Performance des Torjägers beeindruckend. Beim 3:0-Sieg des FC Bayern erzielte er alle drei Tore. "Das war mehr als Weltklasse", huldigte SPORT1-Kolumnist Tobias Holtkamp Lewandowski im CHECK24 Doppelpass.

Schon am ersten Spieltag erzielte er beim 2:2 gegen Hertha BSC beide Tore seines Klubs. Er ist die Lebensversicherung des deutschen Rekordmeisters.

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Alles deutet darauf hin, dass er in dieser Saison zum fünften Mal in sieben Jahren die Torjägerkanone der Bundesliga gewinnt. Im nationalen Bereich kann kein Stürmer mit Lewandowski mithalten.

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Seitdem er 2014 von Borussia Dortmund nach München gewechselt ist, ist er in der Elite auf seiner Position angekommen. 133 Tore in 161 Bundesligaspielen erzielte der Pole bislang für die Bayern, insgesamt kommt er auf 207 Treffer in 292 Liga-Partien.

Doch wie ist es im internationalen Vergleich? Ist er sogar der beste Mittelstürmer der Welt? SPORT1 macht den ausführlichen Datencheck!

Nur Cristiano Ronaldo trifft häufiger

Lewandowski bewegt sich im elitären Kreis der besten Mittelstürmer der Welt, und das nicht als Randfigur. Dass er sich vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken muss, belegen die Zahlen (Quelle: Opta).

Seit dem Jahr 2014 hat nur ein einziger Neuner mehr Tore erzielt als der Bayern-Stürmer. Er hört auf den Namen Cristiano Ronaldo und traf 226 Mal ins gegnerische Tor. Lewandowski netzte 197 Mal ein. Auch in Sachen Effizienz muss sich der 31-Jährige nicht verstecken: Alle 104 Minuten trifft Lewandowksi. Auch in dieser Rubrik ist nur Ronaldo besser, der alle 91 Minuten einen Treffer erzielt.

Eine der wichtigsten Eigenschaften eines Stürmers ist die Effektivität. In puncto Chancenverwertung weist Edinson Cavani unter den Top-Stürmern den besten Wert auf. Der PSG-Torjäger nutzt 25,8 Prozent seiner Gelegenheiten. Barca-Knipser Luis Suárez liegt mit 25,4 Prozent leicht dahinter und dann kommt schon Lewandowski, der 24,8 Prozent seiner Chancen in Tore umwandelt.

Ein kompletter Stürmer

"Seine Effizienz und Kaltschnäuzigkeit sind einzigartig", lobte Bayern-Trainer Kovac seinen Schützling zuletzt.

Zurecht, denn Lewandowski nutzt fast die Hälfte seiner Großchancen. Auch in diesem Wert ist er mit der namhaften Konkurrenz auf Augenhöhe. Mit 46,3 Prozent Großchancenverwertung steht er vor Cavani (44,6), Suárez (43,2) und Karim Benzema (45,4). Ronaldo (49,8) und Sergio Agüero (50,2) kommen auf einen leicht besseren Wert, Harry Kane (55,2) ist am effizientesten.

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Was Lewandowski auszeichnet - ohne dass es in diesem Wert vorkommt - ist, wie er seine Tore erzielt. Er ist das, was man einen kompletten Stürmer nennt. 126 Treffer erzielte der Knipser mit rechts. 36 mit links und 33 per Kopf. 15 Tore schoss er aus der Distanz, fünf Freistöße verwandelte er direkt, 28 Elfmetertor kommen hinzu (90 Prozent Trefferquote). In Sachen Vielseitigkeit ist nur ein Spieler ähnlich beeindruckend: Wieder einmal Ronaldo.

Vom Chancentod zum eiskalten Torjäger

Wo Lewandowski spielte, dort traf er auch. Das bewies er bei Znicz Pruszkow, Lech Posen, Borussia Dortmund und dem FC Bayern. Interessant ist aber, dass Lewandowski in seiner Anfangszeit in der Bundesliga als Chancentod verschrien war.

Tatsächlich verwertete der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft in seiner ersten Saison nur 10,7 Prozent seiner Chancen und 25 Prozent der Großchancen, die sich ihm offenbarten.

Seine Treffsicherheit hat er seitdem kontinuierlich gesteigert. In zwei seiner Spielzeiten landete er unter den Top 10 der besten Chancenverwertungen in einer Bundesliga-Saison (seit 2010). 2016/17 spielte er die fünftbeste Saison in diesem Zeitraum (27,4 Prozent Chancenverwertung), 2018/19 die achtbeste (26,7 Prozent). Mario Gomez liegt mit seiner Quote aus der Saison 2010/11 auf Rang 1 (37,5 Prozent).

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Zudem ist Lewandowski mit Gerd Müller in der Bundesliga der einzige Spieler, der innerhalb eines Jahrzehnts über 200 Bundesliga-Tore erzielte. Müller ist auch der Einzige, der in der Geschichte der Bundesliga eine bessere Torausbeute vorweisen kann. Er traf alle 105 Minuten. Lewa alle 112 Minuten.

Dauerbrenner Lewandowski

Von nichts kommt nichts. Diese alte Weisheit hat sich Lewandowski von Anfang an zu Herzen genommen. Sein Trainingseifer ist auch mit 31 Jahren noch bemerkenswert. Seine Einstellung macht ihn zum Dauerbrenner unter den Neunern.

20.556 Pflichtspielminuten seit Beginn der Saison 2014/15 sprechen eine klare Sprache. Nur sechs Spieler haben in diesem Zeitraum länger auf dem Feld gestanden, darunter mit Suárez (21.211 Minuten) nur ein Mittelstürmer. Allerdings spielt er - wie auch Agüero, Benzema, Kane und Ronaldo - in einer Liga mit je 20 Teams und teilweise zwei Pokal-Wettbewerben.

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Der körperlichen Fitness ordnet Lewandowski alles unter. Das erinnert ihn ein wenig an Ronaldo, dem einzigen Neuner, der noch über ihm schwebt.

Aber Robert Lewandowski ist ja auch noch drei Jahre jünger.

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