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München - Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach gibt vor dem Derby in Köln bei SPORT1 unvermutete Einblicke - etwa über den Faktor Glück in seiner Karriere.

2014 war er Weltmeister mit Deutschland, 2018 erntete er viel Lob als TV-Experte - und er ist noch immer mittendrin in einer bemerkenswerten Fußballer-Karriere.

Christoph Kramer, der am Samstag mit Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga auf den 1. FC Köln trifft (Bundesliga: 1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach am Sa. ab 15.30 Uhr im LIVETICKER), ist kein Profi wie jeder andere. Das zeigt sich auch im SPORT1-Interview vor dem Rhein-Derby in Köln.

Im Instagram-Format Split It! spricht er bei Moderatorin Lisa Ramuschkat über die verschiedensten Themengebiete, gibt überraschende Einblicke: über seinen Blick auf die Nationalmannschaft, sein Verhältnis zu Ex-Coach Peter Neururer und seine schleppend laufende "Zweit-Karriere" in der Musik. Zudem gesteht in der reflektierten Art, für die er bekanntgeworden ist, auch ein, dass seine Karriere nicht nur auf Talent und harter Arbeit beruht - sondern auch auf Glück.

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SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen zusammen:

Christoph Kramer über die Nationalmannschaft:

"Wir haben gegen Nordirland einfach einen ganz wichtigen Sieg gelandet und das ist ja am Ende das, was zählt. Du kannst ja eh nicht richtig sagen, was kommt: Du gewinnst die Quali vor der WM 2018 souverän mit zehn Siegen und spielst dann so eine WM. Von daher: Die Quali ist einfach nur dafür da, durchzukommen. Und man muss auch die Spieler verstehen, die hätten natürlich auch gerne frei - wobei es natürlich eine Riesen-Ehre ist, für Deutschland zu spielen. Dass das aber auch mal hart und zäh werden kann während so einer Quali, ist auch klar."

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... das Derby gegen Köln:

"Ich freue mich riesig, da herrscht besondere, fast durchweg positive Stimmung, das kitzelt ein paar Prozent extra raus. Ein paar, die es aggressiv machen, gibt es immer, aber ich fand es zuletzt eigentlich sehr human. Es gab aber mal eine Zeit, da sind die auf den Platz gelaufen und haben die Tore aufgeschweißt. Ich würde mich freuen, wenn das nicht mehr passiert, das wäre jetzt so mein Appell: das Stadion in Ruhe zu lassen, weil das kann auch nichts dafür. Und einfach ein tolles Spiel genießen. Ich bin mir sehr sicher, dass wir gewinnen, aber in welcher Form, das werden wir dann sehen."

... die Fragen nach seinem Blackout im WM-Finale 2014:

"Auf einer Nervigkeits-Skala von 1 bis 10 für mich eine 9,5."

... die Diskussion um eine Helmpflicht im Fußball:

"Tatsächlich habe ich so ein Ding mal ausprobiert im Training, aber ich kam damit nicht richtig klar. Keine Ahnung - mag ich nicht."

... über seine Mentalität:

"Ich muss sagen, dass ich einfach das große Glück habe - vielleicht auch Pech, aber in meinem Fall würde ich es als Glück bezeichnen, dass ich mir nicht so viel aus Druck mache oder anders ausgedrückt, das Leben sehr, sehr leicht nehmen kann."

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... seinen Bochumer Ex-Coach Peter Neururer:

"Der ist da schon ein Vorbildcharakter, weil er das Leben auch leicht nimmt. Man kann natürlich auch sagen: zu leicht. Aber wer ihn kennt, der weiß, dass er trotzdem hart arbeitet, aber auch bei diesem Druckthema Fußball vermittelt, dass das Ganze ein Spiel ist und Spaß machen soll, Spaß machen muss. Das habe ich aus der Zeit mitgenommen."

... den Faktor Glück:

"Es gab Momente, wo auch Glück dazu beigetragen hat, mich an mein Ziel zu bringen. Zum Beispiel in meiner Nachwuchs-Zeit, als ich mit 15 nicht in die Leverkusener B-Jugend übernommen wurde. Im Nachhinein war das ein Riesen-Glück für mich, weil ich da irgendwie das Ganze noch mal ganz anders gesehen habe, eine andere Mentalität auch entwickelt habe. Gerade in der schwierigen Phase Pubertät, in der ich mich befunden habe, war das im Nachhinein wirklich ein echter Glücksschritt für mich, weil ich da irgendwie was entwickelt habe in mir, das mich wirklich stark gemacht hat.

Nicht falsch verstehen: Natürlich bin ich kein Resultat aus nur glücklichen Momenten, aber man muss auch immer wissen, dass wirklich viele glückliche Momente dazugehören, damit man es auch schafft. Man darf nicht irgendwann anfangen zu denken, dass das alles so gekommen ist, weil man immer so ehrgeizig und so gut war."

... seine Ambitionen am Klavier:

"Das läuft ganz, ganz schlecht. Ich hatte tatsächlich Unterricht, aber ich kann keine Noten lesen, das müsste ich jetzt noch mal anfangen zu lernen. Aber ich mache nur ganz langsame Schritte und dann macht's halt einfach keinen Spaß. Wenn man zwei Stunden Unterricht hat und dann macht man zumindest einen kleinen Fortschritt, dann bleibt man ja wenigstens dran, aber bei mir sehe ich das nicht so richtig und deshalb ist das ein ganz schwieriges Thema. Aber trotzdem bleibe ich dran - mit meiner mentalen Stärke (lacht)."

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