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Der bisherige Bundesligaspieltag sorgte in einigen Stadien für Gesprächsstoff, mehrfach wurde die Handspielregel lebhaft diskutiert. Nun reagiert der DFB.

Unverständnis bei Spielern und Trainern, heftige Vorwürfe von den Fans - aber (fast) alles ohne Rechtfertigung: Ungeachtet der zahlreichen Proteste haben die Schiedsrichter der Bundesliga die strittigen Handspiel-Szenen am 9. Spieltag größtenteils korrekt bewertet. 

Diese Auffassung vertritt die zuständige Sportliche Leitung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die einzig und allein eine Szene bei der Partie zwischen dem FSV Mainz 05 und dem 1. FC Köln am Freitag (3:1) falsch einstufte.

DFB: Köln hätte Elfmeter kriegen müssen

"In dieser Situation handelt es sich um ein strafbares Handspiel. Der Mainzer Abwehrspieler ist zum Ball orientiert und will den Ball abwehren", lautet die Erklärung der DFB-Verantwortlichen auf der Homepage des Verbands zum Handspiel des Mainzers Moussa Niakathe (61.).

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Der Grund: "Der linke Arm ist beim Schuss vom Körper abgespreizt und vergrößert die Körperfläche. Er geht deutlich in die Flugbahn des Balles und bleibt dort auch in der abgespreizten Haltung."

Zu recht fühlten sich die Kölner somit im Nachgang benachteiligt, vor allem ihr Trainer Achim Beierlorzer und der Geschäftsführer Armin Veh waren angesichts des verwehrten Elfmeters erzürnt.

"Es fühlt sich durch den Videobeweis noch beschissener an", klagte Beierlorzer, nachdem der Unparteiische Frank Willenborg zunächst eigentlich noch alles richtig gemacht hatte.

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Auf Anraten seines Videoassistenten lief Willenborg in die Review-Area, schaute sich die Szene noch einmal an - blieb fälschlicherweise allerdings bei seiner Entscheidung.

"Da läuft man raus, schaut sich das an und entscheidet trotzdem so? Na, Hut ab! Das ist für mich unfassbar. Da können wir ja in Zukunft immer so zum Ball gehen", klagte Veh.

Auch die Sportliche Leitung der Elite-Referees kritisierte die finale Entscheidung. "Wir hätten uns gewünscht, dass der Schiedsrichter seine Entscheidung korrigiert und auf Strafstoß entscheidet", heißt es auf dfb.de verbunden mit der Erklärung: "In diesem Zusammenhang muss nochmals darauf hingewiesen werden, dass nur der Schiedsrichter auf dem Feld eine Entscheidung treffen oder ändern kann."

DFB: Entscheidung gegen Schalke-Elfer korrekt

Und die lagen bei den restlichen Situationen am Wochenende ausnahmslos richtig, auch wenn sie in mitunter wütenden Protesten auf und neben dem Platz resultierten.

Wie beispielsweise im torlosen Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund, in dem BVB-Akteur Thorgan Hazard den Ball im Strafraum mit der Hand spielte.

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"Im Gegensatz zu der geschilderten Szene in Mainz ist Hazard nicht zur Abwehr auf den Ball orientiert. Als der Ball auf ihn zukommt versucht er, den Arm aus dem Gefahrenbereich herauszunehmen", lautet die vom DFB am Sonntag veröffentlichte Einschätzung zur Regelauslegung des FIFA-Schiedsrichters Felix Brych: "Es handelt sich somit eindeutig um keine bewusste Aktion mit den Händen zum Ball."

Eine strafbare gab es auch in der Partie zwischen Bayer Leverkusen und Werder Bremen (2:2) nicht, als Bayer-Spieler Nadiem Amiri bei einer Grätsche den Ball mit der Hand blockte.

"Das ist die sogenannte Abstützhaltung", hieß es vom DFB, also erlaubt. Der Bremer Maximilian Eggestein sprach dennoch aus, was fast alle denken: "Ich habe keine Ahnung mehr, was Handspiel ist."

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