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München - Borussia Mönchengladbach grüßt nach dem 5:1 gegen Augsburg von der Tabellenspitze. Der Trainer, Neuzugänge, die Moral - SPORT1 nennt die Gründe.

Die Fans von Borussia Mönchengladbach sangen inbrünstig "Deutscher Meister wird nur der VfL", Patrick Herrmann schleppte sich nach seiner perfekten Woche mit letzter Kraft auf den Zaun und feierte mit Megafon die unverhoffte Eroberung der Tabellenführung.

Durch das furiose 5:1 (4:0) gegen den FC Augsburg sprang die Mannschaft von Trainer Marco Rose von Rang fünf auf eins und grüßt erstmals seit acht Jahren wieder von der Spitze.

Doch bei aller Euphorie am Niederrhein nach dem vierten Bundesliga-Sieg in Serie und dem besten Saisonstart seit 43 Jahren sind die Fohlen von der ersten Meisterschaft seit 1977 noch meilenweit entfernt. Wie viel Arbeit Rose noch vor sich hat, zeigen auch die enttäuschenden Auftritte in der Europa League gegen den Wolfsberger AC (0:4) und Istanbul Basaksehir (1:1).

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Fakt ist aber, dass die Borussia zumindest bis zum 18. Oktober von der Spitze der Liga grüßt. SPORT1 zeigt, was den neuen Tabellenführer ausmacht.

- Trainer Marco Rose

Trotz Rang fünf und der damit verbundenen Qualifikation für die UEFA Europa League wurde der Vertrag von Dieter Hecking nicht verlängert, frühzeitig entschied sich Sportdirektor Max Eberl bereits für einen Neuanfang mit dem begehrten Rose.

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Der gebürtige Leipziger hatte mit RB Salzburg 2018 und 2019 die österreichische Meisterschaft geholt. "Wir haben uns entschieden, einen neuen Weg zu gehen - ohne Revolution", begründete Eberl im Sommer in einem Interview auf der Gladbacher Vereins-Homepage den Schritt.

Roses Stil steht für aggressives Pressing, Vorwärtsverteidigen und schnelles Umschalten nach Ballgewinn. All dies war in den letzten Bundesligaspielen, vor allem gegen Augsburg, schon deutlich zu erkennen. Der ehemalige Bundesligaspieler von Mainz 05 hat den taktischen Umbruch am Niederrhein überraschend schnell vollzogen. 

- Neuzugänge schlagen ein

Mit dem rechten Außenverteidiger Stefan Lainer brachte Rose aus Salzburg einen Spieler mit, der zu 100 Prozent seine Anforderungen erfüllt. Mit seiner Mentalität und seiner Naturgewalt auf der rechten Seite avancierte der Österreicher zum Stammspieler. Zudem erzielte er bisher ein Saisontor und bereitete zwei Treffer vor. 

Auch Breel Embolo, der nach seiner unglücklichen Zeit auf Schalke in Gladbach einen Neuanfang wagt, hat voll eingeschlagen. Dies beweisen drei Saisontore - zwei davon als Joker.

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Marcus Thuram, der Sohn des französischen 98er-Weltmeisters Lilian Thuram, steht mit seiner Größe von 192 Zentimetern für ein körperliches Upgrade im Vergleich zum fast 20 Zentimeter kleineren Belgier Thorgan Hazard. Mit seiner wuchtigen Spielweise sorgt er, wie auch Embolo, für ein neues Element im Angriff, nachdem die Borussia in den vergangenen Jahren meist ohne echten Stürmer agierte.

Thuram überzeugt auch mit seiner Schnelligkeit und technischen Fertigkeiten. Gegen Fortuna Düsseldorf drehte er mit zwei Jokertoren das Spiel quasi im Alleingang. 

Zudem macht der Algerier Ramy Bensebaini dem lange auf der Linksverteidiger-Position gesetzten Oscar Wendt Beine und sorgt für einen gesunden Konkurrenzkampf. 

- Auf Sommer ist Verlass

Yann Sommer ist und bleibt der Rückhalt des Teams. Selbst wenn die Abwehr einmal wackelt, bewahrt der Schweizer die Ruhe und hat mit vielen starken Paraden schon den einen oder anderen Punkt gerettet. 

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- Die Moral stimmt 

Die "neue" Borussia lässt sich auch von Rückschlägen nicht verunsichern. Nur drei Tage nach der blamablen 0:4-Heimpleite in der Europa League gegen den Wolfsberger AC gelang ein wichtiger Derby-Sieg gegen Düsseldorf nach einem 0:1-Rückstand. Auch beim 3:1 in Mainz schlug Mönchengladbach nach einem Rückstand noch zurück. Auch das späte 1:1 bei Basaksehir Istanbul zeigt die intakte Moral in der Mannschaft.

- Plea ist wieder der Alte

Alassane Plea spielte in der Vorsaison eine überragende Hinrunde. Neun Tore erzielte der mit 23 Millionen Euro teuerste Neuzugang der Gladbacher Bundesliga-Geschichte.

In der Rückrunde geriet der Franzose in ein Formtief, ließ nur noch drei Tore folgen. Unter Rose blüht er jetzt wieder auf. Nach sieben Bundesligaspielen stehen vier Tore und vier Vorlagen für ihn zu Buche.

- Gute Teamchemie

Die gute Teamchemie trägt maßgeblich zum Gladbacher Höhenflug bei. Nach Embolos erstem Saisontor in Mainz stürmten sofort alle Ersatzspieler zu ihm hin und feierten ihn. Beim Spiel gegen Augsburg freute sich das ganze Team für Doppel-Torschütze Herrmann. 

Überhaupt Herrmann: Das Gladbacher Urgestein schien auch unter Rose schon beinahe in Vergessenheit zu geraten, meldete sich nach drei Toren in den letzten zwei Spielen nun aber eindrucksvoll zurück. Roses Kommunikation innerhalb des Teams scheint also zu passen.

Mit dem unzufriedenen Michael Cuisance wurde zudem ein möglicher Unruhestifter abgegeben.

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