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Bundesliga: Alexander Nübel über Schalke-Aufschwung und seine Zukunft

So plant Nübel seine Zukunft

Lesedauer: 8 Minuten

Alexander Nübel vom FC Schalke 04 erklärt im SPORT1-Interview, warum es in der laufenden Saison besser läuft und welche Rolle David Wagner dabei spielt.

Torwart-Juwel Alexander Nübel vom FC Schalke 04 erklärt exklusiv im ersten Teil des SPORT1-Interviews, warum es in der laufenden Bundesliga-Saison besser bei den Königsblauen läuft.

Welche Rolle der neue Schalke-Coach David Wagner dabei spielt und was sich im Gegensatz zum Vorjahr in der Mannschaft geändert hat. Auch seine Zukunft ist ein Thema.

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Zudem verrät der 23-Jährige, was er in der spielfreien Länderspielpause macht, und weshalb der Torwart mit seinen besten Freunden nicht über Fußball redet.

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SPORT1: Schalke steht so gut da, wie schon lange nicht mehr. Konnte man die Länderspielpause daher richtig genießen?

Alexander Nübel: Auf jeden Fall. Ich glaube, die Zeit ist schöner, wenn man mehr Punkte auf dem Konto hat. Im letzten Jahr musste man die Länderspielpause mehr nutzen und fokussierter arbeiten. So kann man in der ersten Woche den Kopf freikriegen. Wenn man am Wochenende kein Spiel hat, hat man nicht den ganz großen Druck. Diese Woche ist es wieder ganz normal und der Fokus ist voll auf das Wochenende gerichtet.

Nübel über seine Hobbies

SPORT1: Kann man so eine spielfreie Woche, wenn am Wochenende kein Bundesliga-Spiel ansteht, für private Hobbies nutzen?

Nübel: Das auch. Wir haben nicht so viel trainiert wie sonst und auch am Wochenende frei gehabt. Familie und Freunde treffen – das ist immer ganz schön in der Länderspielpause.

SPORT1: Sie fahren oft nach Paderborn zurück, um Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen. Kann man so einen Freundeskreis als Profi überhaupt pflegen?

Nübel: Ja, sehr gut. In einer Stunde bin ich zu Hause. Daher fahre ich manchmal auch nach dem Training heim, wenn zum Beispiel ein Kollege Geburtstag hat oder etwas in der Familie ansteht. Zwei gute Freunde studieren sogar in Münster. Das ist noch näher, daher ist es für mich relativ einfach, die Kontakte zu pflegen.

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Domenico Tedesco hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Nach SPORT1-Informationen befindet sich der ehemalige Schalke-Coach in Moskau, um einen Vertrag bei Spartak zu unterschreiben © Getty Images
17 Trainer saßen in diesem Jahrtausend bereits auf dem Schalker Trainerstuhl, der sich nach Huub Stevens Abgang 2002 eher zum Schleudersitz entwickelte. SPORT1 zeigt die Schalke-Trainer aus diesem Jahrtausend und verrät, was sie derzeit machen © Florian Hajra/GettyImages/iStock
HUUB STEVENS: Er ist und bleibt DER Schalke-Trainer der jüngeren Vereinsgeschichte. Unter Stevens gewann S04 mit den legendären Eurofightern den UEFA-Cup 1997 und holte auch zweimal den DFB-Pokal (2001, 2002). 2001 verpasste Stevens nach einem dramatischen Saisonfinale die langersehnte Meisterschaft mit den Königsblauen und wurde "Meister der Herzen" © Getty Images
Nach seinem ersten Engagement (1996-2002), nahm Stevens noch zwei weitere Male auf der Trainerbank der Knappen Platz. Zuletzt in der Saison 2018/19, als er nach Tedescos Entlassung im März 2019 bis zum Saisonende die Mannschaft trainierte. In 314 Spielen holte er im Schnitt 1,61 Punkte. Mittlerweile ist er Aufsichtsratsmitglied auf Schalke © Getty Images
FRANK NEUBARTH: Stevens Nachfolger 2002 wurde der frühere Bremer Angreifer. Die Fußstapfen, die der Niederländer hinterließ, waren für den Bundesliga-Newcomer zu groß. Nach nur 33 Pflichtspielen war im März 2003 wieder Schluss und Neubarth wurde entlassen - trotz eines Punkteschnittes von 1,67. Nach Stationen bei Holstein Kiel und Carl Zeiss Jena trainiert das Werder-Urgestein derzeit den FC Verden 04 in der Landesliga Lüneburg © Getty Images
MARC WILMOTS: Der Belgier versuchte als Interimstrainer den Spirit der Eurofighter von 1997 zu verbreiten. Er hatte für 96 Tage und acht Pflichtspiele das Kommando. Der Punkteschnitt des "Kampfschweins": 1,25. Mittlerweile ist Wilmots Nationaltrainer des Irans © Getty Images
JUPP HEYNCKES: Die Trainerlegende versuchte sich auch als Coach bei den Königsblauen. 2004 verpasste er das Saisonziel UEFA-Cup und wurde nach einem schwachen Start in die Saison 2004/05 und einem schwierigen Verhältnis zur Mannschaft gefeuert. In 57 Pflichstpielen sicherte er Schalke dennoch achtbare 1,72 Punkte. Seine Trainer-Karriere hat Heynckes 2018 beendet © Getty Images
EDDY ACHTERBERG: Für vier Spiele übernahm dann Eddy Achterberg das Ruder. Sein überragender Punkteschnitt: 2,25. Zuletzt war der Niederländer als Scout bei RB Salzburg aktiv, hat sich aber aus dem Sportgeschehen zurückgezogen © Getty Images
RALF RANGNICK: Der Fußball-Professor heuerte zweimal bei Schalke an (2004 und 2011). Führte Schalke in seiner ersten Saison zur Vizemeisterschaft und war auch danach sehr erfolgreich. Rangnick musste allerdings im Dezember 2005 den Hut nehmen, als er sich mit Rudi Assauer überwarf. 2011 holte er mit S04 den DFB-Pokal, trat aber im September desselben Jahres wegen Burnouts zurück. Holte in 88 Spielen herausragende 1,82 Punkte im Schnitt. Aktuell ist er bei Red Bull "Head of Sport and Development Soccer" © Getty Images
OLIVER RECK: Genau für ein Match durfte dann 2005 Oliver Reck die Königsblauen coachen. Er verlor beim VfB Stuttgart mit 0:2. Nach einem Engagement bei Kickers Offenbach ist der ehemalige Torhüter seit Juni 2018 vereinslos © Getty Images
MIRKO SLOMKA: Bei seiner ersten Trainerstation im Profibereich wusste Slomka sofort zu überzeugen. Insgesamt 830 Tage und 109 Pflichtspiele war er der erste Mann auf Schalke. Verpasste 2007 die ersehnte Meisterschaft als Vizemeister und musste im April 2008 den Platz räumen (Punkteschnitt: 1,79). Derzeit ist Slomka Trainer bei Hannover 96 in der 2. Liga © Getty Images
MIKE BÜSKENS: Der Eurofighter durfte 2008 und 2009 als Interimstrainer ran. In den ersten zehn Pflichtspielen feierte er neun Siege und ein Remis. In seinen letzten fünf Partien holte er allerdings nur noch einen Punkt (Schnitt: 1,93). Derzeit ist Büskens vereinslos. Zuletzt war er Co-Trainer unter Stevens auf Schalke in der vergangenen Saison © Getty Images
FRED RUTTEN: Der Niederländer übernahm 2008 den Posten bei Schalke, musste aber nach nur 268 Tagen wegen Erfolglosigkeit gehen. Nach 37 Spielen lag sein Punkteschnitt bei 1,54. Derzeit ist er Aufsichtsratsmitglied bei seinem Heimatverein Twente Enschede © Getty Images
FELIX MAGATH: Für 623 Tage hieß der Macher auf Schalke fortan Felix Magath. Seine Punktebilanz in 79 Partien liest sich eigentlich gut: 1,80 pro Spiel. Doch Magath überwarf sich nicht zuletzt aufgrund der hohen Kaderkosten mit der Vereinsführung, es folgte die Trennung im März 2011. Nach seinem Gastspiel in China bei Shandon Luneng Taishan ist Magath derzeit seit fast zwei Jahren vereinslos © Getty Images
SEPPO EICHKORN: Für insgesamt zwei Spiele (einmal im März und einmal im November 2011) saß Seppo Eichkorn auf der Schalker Trainerbank. Einem Sieg steht eine Niederlage gegenüber. Den Knappen blieb der jahrelange Co-Trainer von Felix Magath erhalten: Er ist Chefscout bei Schalke 04 © Getty Images
JENS KELLER: 660 Tage und 76 Pflichtspiele durfte dann Jens Keller regieren. Er führte den Klub zweimal in die Champions League. Vor der Entlassung im Herbst 2014 bewahrte ihn das auch nicht (Punkte pro Spiel 1,63). Keller wurde im April 2019 beim FC Ingolstadt freigestellt und ist derzeit vereinslos © Getty Images
ROBERTO DI MATTEO: "Ein Champions-League-Sieger bringt den langersehnten Ruhm zurück", dachten sich wohl die S04-Verantwortlichen. Doch der Italiener scheiterte und wurde nach nur 33 Pflichtspielen entlassen (1,48 Punkte pro Spiel). Di Matteo ging zurück auf die Insel zu Aston Villa und wurde nach nur vier Monaten im Oktober 2016 entlassen - seitdem hat er keinen Verein gefunden © Getty Images
ANDRÉ BREITENREITER: Der ehemalige Angreifer machte als erfolgreicher Trainer des SC Paderborn auf sich aufmerksam. Bei Schalke traute man ihm den nächsten Schritt zu. Doch nach einer Saison trennten sich die Wege, da Breitenreiter das Ziel Königsklasse verpasste. Seine Bilanz: 1,59 Punkte in 44 Spielen. Danach heuerte er bei seinem Jugendverein Hannover 96 an, ist aber seit Januar 2019 ohne Arbeitgeber © Getty Images
MARKUS WEINZIERL: Der Niederbayer blieb genau ein Jahr auf Schalke Trainer. Der damalige Manager Christian Heidel war nach einem enttäuschenden zehnten Platz nicht mehr von Weinzierl überzeugt und warf ihn raus (50 Partien, 1,52 Punkte pro Spiel). Wie viele seiner Vorgänger ist Weinzierl nach einem gescheiterten Engagement beim VfB Stuttgart derzeit ohne Verein © Getty Images
DOMENICO TEDESCO: Er war der Hoffnungsträger für die Königsblauen und galt als Shootingstar an Deutschlands Trainerhimmel. Nach einer fulminanten Premierensaison und der Vizemeisterschaft, scheiterte Tedesco in seinem zweiten Jahr krachend. Aus seinen letzten sieben Spielen holte er nur einen Punkt und musste nach 75 Pflichtspielen den Hut nehmen (1,57 Punkte im Schnitt). Er sucht nun sein Glück im Ausland: Spartak Moskau wird wohl sein neuer Arbeitgeber © Getty Images
DAVID WAGNER: Viele Schalke-Fans hoffen, dass mit dem achtzehnten Trainer in diesem Jahrtausend Kontinuität einkehrt. Wagners Start in die laufende Saison war vielversprechend. Von den ersten acht Pflichtspielen verlor er nur gegen die Bayern (Punkteschnitt: 2,13). Startet er eine neue königsblaue Ära? © Getty Images

"Liebe es, nicht über Fußball zu sprechen"

SPORT1: Nehmen Ihre Freunde Sie anders wahr, seitdem Sie Stammtorhüter und Kapitän auf Schalke sind?

Nübel: Meine engsten Freunde nicht und das ist das Schöne, dass wir eigentlich nie über Fußball reden. Deswegen sind es meine besten Freunde.

SPORT1: Ist das wichtig für Sie?

Nübel: Für mich ist das absolut wichtig. Ich liebe Fußball, aber ich liebe es auch, nicht über Fußball zu sprechen. Deshalb fahre ich auch so oft nach Hause, um über die Vergangenheit, die Schulzeit und andere Dinge zu sprechen. Meine Freunde studieren alle und da rede ich genauso gerne drüber wie über Fußball.

SPORT1: Gibt es spezielle Hobbys, die Sie mit Ihren Freunden dann ausüben?

Nübel: Früher haben wir viel gepokert. Jetzt freuen wir uns einfach nur, wenn wir uns sehen und quatschen.

Nübel über Schalke und seine Zukunft

SPORT1: Wie wirkt der Rummel, der auf Schalke herrscht, auf Sie? Mussten Sie sich damit erst anfreunden, irritiert Sie das manchmal vielleicht auch?

Nübel: Ich musste mich auf jeden Fall damit anfreunden. Ich bin privat zurückhaltend und nicht der Typ, der direkt auf jeden zugeht. Hier sprechen einen die Leute direkt an, man bekommt auch mal einen Spruch gedrückt. Das war komisch, aber jetzt ist es eigentlich normal. Für Leute, die neu dazukommen, ist es eigentlich schön, weil du dich besser integrieren kannst. Die Leute machen es einem hier sehr einfach.

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SPORT1: Für viel Rummel sorgt natürlich auch Ihre Zukunft. Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?

Nübel: Natürlich zählen sportliche Faktoren dazu, am meisten aber persönliche und familiäre Dinge.

SPORT1: Das würde dann aber ja im Umkehrschluss bedeuten, dass man den räumlichen Abstand zu Paderborn nicht vergrößern sollte.

Nübel: Zu diesen Faktoren zählen aber auch Sachen wie das Ausland, bei denen man sagen könnte, man lernt etwas für sein Leben.

SPORT1: Treffen Sie diese wichtige Entscheidung, wenn Sie denken, dass Sie soweit sind, oder gibt es irgendeinen Zeitpunkt, bis zu dem Sie Ihre Entscheidung getroffen haben möchten?

Nübel: Ich habe mir keine Frist gesetzt. Ich werde es entscheiden wie es kommt. Dazu habe ich alle Möglichkeiten im Moment und ich bin froh, dass ich keine Frist habe.

SPORT1: Noch einmal zurück zu Schalke. Wenn man so gut in die Saison startet, heißt das, dass gleichzeitig die Ansprüche steigen?

Nübel: Bei uns in der Mannschaft fängt keiner an zu träumen. Bei den Fans weiß ich es nicht, die sind sehr emotional. Bei uns intern spielt das keine Rolle. Wir fokussieren uns im Moment wirklich nur auf das nächste Spiel und freuen uns, am Wochenende zu spielen, weil wir immer das Gefühl haben, dass wir was machen können und das ist das Schöne.

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Warum läuft es auf Schalke wieder?

SPORT1: Was würde es Ihnen bedeuten, international zu spielen?

Nübel: Niemand bei uns im Verein würde es vorziehen nur Bundesliga zu spielen. Dazu zähle ich auch. International zu spielen ist schön, es ist aber auch mental sehr anstrengend und auch für den Körper kommt hinzu, dass man dann alle drei Tage spielt. Das ist nicht ohne. Aber wenn man entscheiden könnte, ob man international spielt oder nicht, würde jeder international noch dazu nehmen.

SPORT1: Warum läuft es, im Vergleich zur letzten Saison, auf einmal so gut bei Schalke?

Nübel: Die Saison davor ist es auch überragend gelaufen und dann auf einmal so schlecht. Das stellt sich die gleiche Frage. Man weiß nie, woran es letztlich liegt. Es ist sehr schwer. Viele Faktoren spielen eine Rolle. So passt es dieses Jahr, der Kader ist wieder etwas kleiner geworden. Wir spielen nicht international. So konnten wir uns gut auf die Saison vorbereiten und sind relativ gut gestartet.

SPORT1: Trotzdem ist es weitgehend die gleiche Mannschaft aber viele Spieler performen besser. Sind das alles individuelle Gründe oder gibt es eine allgemeine Erklärung dafür?

Nübel: Sowohl als auch. Manche haben letztes Jahr vielleicht weniger gespielt, spielen jetzt mehr und eine größere Rolle. Sind freier im Kopf. Letztes Jahr sind wir nicht gut gestartet und dann stehst du eigentlich das ganze Jahr unter Druck. Wenn du die ersten fünf Spiele verlierst, musst du das ganze Jahr performen, um das aufzuholen. Das ist schon sehr schwierig. Diese Saison sind wir besser reingekommen und alles ist ein bisschen entspannter. Wir haben keine englischen Wochen, nur im Pokal. Das hilft auch. Individuell hat jeder für sich einen Cut im Sommer gemacht, hat Urlaub gemacht und sich dann voll auf das nächste Jahr konzentriert. So sind wir relativ gut zusammengekommen.

Zwischenzeitlich träumte der FC Schalke 04 sogar von der Tabellenführung, doch auch mit dem 3:1-Sieg beim bisherigen Spitzenreiter RB Leipzig setzten die Königsblauen ein Ausrufezeichen © Getty Images
Für das Team von David Wagner war es der vierte Sieg in Folge – für den Coach aber kein Grund abzuheben. "Bitte gebt denen Tabletten", forderte Wagner für diejenigen, die nach dem sechsten Spieltag und einem Auswärtssieg in Leipzig in Euphorie verfallen © Getty Images
Dennoch lobte der 47-Jährige voller Stolz die Einstellung seiner Mannschaft. "Ich war begeistert vom Spirit, den die Jungs hatten. Denen kam in den letzten fünf Minuten das Laktat aus den Augen. Das sind Laktat-Junkies" © Getty Images
Dank der Siegesserie haben sich die Schalker in der Spitzengruppe der Liga festgesetzt. SPORT1 zeigt die Gesichter des Schalker Aufschwungs © Getty Images
ALEXANDER NÜBEL: Trotz Wechselspekulationen ernannte Wagner seinen Keeper vor der Saison zum neuen Kapitän. Eine Vertragsverlängerung scheint mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen. Er ist der Rückhalt der Schalker Mannschaft - allerdings nicht frei von Fehlern © Getty Images
Gegen RB rettete er mit einer Glanztat gegen Sabitzer, patzte allerdings beim Gegentor, von Fans wurde er nach Abpfiff dennoch gefeiert. "Das freut einen natürlich und baut einen ein Stück weit auf", sagte er bei "Sky" © Getty Images
SALIF SANÉ: Im zweiten Jahr auf Schalke endlich angekommen. Nach einigen Wacklern in der Vorsaison mittlerweile Leistungsträger - und torgefährlich. Erzielte in Leipzig nach einstudierter Ecken-Variante sein zweites Saisontor, schon jetzt so viele wie in der gesamten Vorsaison in 30 Partien © Getty Images
JONJOE KENNY: Im Vorjahr musste häufig der gelernte Mittelfeldspieler Caligiuri als Rechtsverteidiger aushelfen, mit der Verpflichtung des 22-jährigen Engländers hat S04 hier eine Dauerlösung gefunden. Vor allem Kennys Vorstöße sind eine neue Qualität im Schalker Spiel, er steht aktuell bei einem Tor und zwei Vorlagen © Getty Images
BENJAMIN STAMBOULI: Suchte in der turbulenten Vorsaison seinen Platz, pendelte zwischen Mittelfeld und Innenverteidigung. Bekam von den Fans die Kapitänsbinde entzogen und wurde zu einem der Sinnbilder der Schalker Krise. Galt im Sommer als möglicher Streichkandidat, ist jetzt aber aus der Innenverteidigung nicht mehr wegzudenken. Verpasste noch keine Minute © Getty Images
SUAT SERDAR: Der Ex-Mainzer verpasste die ersten beiden Bundesligaspiele, in denen Schalke sieglos blieb. Seit seiner Rückkehr läuft es. Im Vorjahr schon als Fehleinkauf abgestempelt, entwickelt sich der Mittelfeldmann immer mehr zum Chefstrategen © Getty Images
Beim 2:1-Erfolg gegen Mainz erzielte Serdar mit dem Führungstor bereits seinen zweiten Treffer in dieser Saison. In Leipzig überzeugte der 22-Jährige mit Zweikampfstärke im Mittelfeld © Getty Images
AMINE HARIT: Nach dem Verkehrsunfall mit Todesfolge schrieb Harit vor allem abseits des Platzes Schlagzeilen. Trainer Wagner hat ihm in Einzelgesprächen das Vertrauen ausgesprochen - und Harit zahlt zurück © Getty Images
Viermal traf er bislang, so oft wie in den vorherigen beiden Spielzeiten zusammen. In den vergangenen drei Bundesligaspielen verbuchte er sechs Scorerpunkte. Trainer Wagner verteilte am "Sky"-Mikrofon ein Sonderlob: "Für mich hat er heute eines seiner besten Spiele gemacht. Insbesondere taktisch, er hat ganz clever gespielt und sich in cleveren Räumen aufgehalten" © Getty Images
RABBI MANTONDO: Musste nach einer Fußverletzung lange auf sein Comeback warten, kämpfte sich nach Einsätzen für die U23 zurück ins Team – und verdrängte in Leipzig überraschend Vize-Kapitän Daniel Caligiuri auf die Bank. Mit seinem ersten Bundesligator rechtfertigte der Waliser seine Nominierung © Getty Images

Rolle von David Wagner

SPORT1: Herrscht in der Mannschaft eine andere Stimmung als vergangene Saison?

Nübel: Klar haben wir jetzt ein bisschen mehr Spaß. Aber auch, weil der Erfolg da ist. Da ist ja immer so. Aber generell ist der Umgang untereinander gleichgeblieben.

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SPORT1: Welche Rolle spielt David Wagner für den Aufschwung?

Nübel: Jeder kann sich neu zeigen, man fängt wieder bei Null an und kann zeigen, dass man am Anfang in der Startelf stehen will. Wenn man einen Trainer längere Zeit hat, ist er vielleicht fixiert auf manche Spieler und andere haben es sehr schwer, in die Startelf zu kommen. So gibt vielleicht jeder in der Vorbereitung ein Stück mehr Gas – vielleicht auch nicht. Das ist, glaube ich, bei jedem individuell anders. Das spielt eine große Rolle bei einem neuen Trainer.

SPORT1: David Wagner wirkt sehr kommunikativ. Wir geht er mit den Spielern um?

Nübel: Er redet viel mit den Spielern. Auf aber auch neben dem Platz. Für mich ist es immer gut, wenn ein Trainer auf die Spieler zukommt und die Kommunikation sucht. Man fühlt sich so mehr wertgeschätzt. Wenn du jeden Tag trainierst, aber der Trainer nicht mit dir redet, frägt man sich: 'Spiele ich überhaupt eine Rolle hier?' Das händelt er ganz gut, sodass jeder das Gefühl hat, hier eine größere Rolle zu spielen. Er trägt dazu bei, dass wir erfolgreich sind.