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Die Verletzung von Niklas Süle macht auch eine Frage wieder heiß: Muss Mats Hummels zurück ins DFB-Team? SPORT1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp hat eine klare Meinung.

Hallo Bundesliga-Freunde,

Borussia Dortmund bemühte sich zuletzt redlich, den FC Bayern als Schlagzeilen-Champion abzulösen. Dass Klubchef Hans-Joachim Watzke die PR seines eigenen Buches wichtiger schien als die Ruhe im Verein, sorgte nicht nur in der Branche für viel Getuschel und Kopfschütteln - sondern auch beim eigenen Trainer.

Lucien Favre sieht seine Beziehung zum BVB mittlerweile als reines Arbeitsverhältnis. Zu viele Zweifel hegt er an Beistand und Schützenhilfe seiner Vorgesetzten. Watzkes regelmäßige und öffentliche Glorifizierung der Vergangenheit inklusive ständig wiederkehrender Lobhudelei für Vor-Vor-Vor-Vorgänger Jürgen Klopp stößt im Favre-Lager nur noch auf Unverständnis.

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Beim BVB ist die Lunte kurz geworden

Der knappe Heimsieg gegen Mönchengladbach war für das Pulverfass Borussia Dortmund viel mehr wert als die dringend benötigten drei Punkte. Die schwarz-gelbe Lunte ist kurz geworden im Herbst 2019.

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Was das Stressgebilde nun zusätzlich entlasten wird, ist eine (aus Watzke-Sicht sicher willkommene) sportliche Diskussion, die mit der schweren Verletzung von FC Bayern-Innenverteidiger Niklas Süle neu entfacht wurde: Muss Joachim Löw Dortmunds Führungsspieler Mats Hummels zurück in die Nationalmannschaft holen?

Wie die Dortmunder in der Sache denken, war schon vor der schlimmen Süle-Nachricht bekannt. Doch nun hat sich die Lage noch einmal stark zugespitzt, und die Antwort kann nur noch "Ja" heißen, auch für jeden ohne Vereins- oder Hummels-Brille - und auch für den Bundestrainer.

Löw hat leichtes Spiel

Löw, der nach der enttäuschenden WM 2018 etwas ändern wollte und mit verhältnismäßig viel Vorlauf auf das kommende Großturnier, die EM 2020, die nächste Generation ein- und aufbauen wollte, hat "dank" der Süle-Verletzung sogar leichtes Spiel. Er kann den monatelangen Ausfall des gesetzten Abwehrspielers jetzt als Vorlage nutzen, um die Hummels-Rückkehr zu verargumentieren.

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Auf Süle zu warten, wäre ein komplett unnötiges Risikospiel. Wenig ist im modernen Fußball wichtiger als eine eingespielte, aufeinander abgestimmte und sich blind verstehende Innenverteidigung. Die zentralen Defensivakteure sind mittlerweile so stark in den Aufbau einstudierter Angriffszüge involviert, dass sie im Grunde die ersten Spielmacher sind. Ein Bereich übrigens, die Spieleröffnung, in dem Hummels sogar europaweit nur wenige Kollegen toppen.

Es gibt keine Alternative zur Rückkehr von Hummels. Es gibt keinen deutschen Innenverteidiger auf seinem Level, weder Jonathan Tah noch Matthias Ginter, Thilo Kehrer oder Niklas Stark. Am ehesten Antonio Rüdiger, der mit ihm ein starkes Duo bilden würde.

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Löws Hoffnungen und Pläne wurden mit der Süle-Verletzung durchkreuzt. Doch das Beste für den Bundestrainer: Er muss Hummels nicht einmal überzeugen. Der 70-malige Nationalspieler kann sich eine Rückkehr in die DFB-Auswahl nach SPORT1-Informationen sehr gut vorstellen.

Es wäre für alle von Vorteil - sogar für Hans-Joachim Watzke, der noch einen Dortmunder mehr in der Nationalelf hätte. Und ein Thema weniger.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp ab sofort als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

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