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Trainer Lucien Favre steht beim BVB in der Kritik, die Gerüchteküche brodelt. Ist José Mourinho eine Option? SPORT1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp hat eine klare Meinung.

Hallo Bundesliga-Freunde,

die Stimmung beim BVB war schon mal besser! Man wird den Eindruck nicht los, dass das sorgfältig geplante und offensiv kommunizierte Wir-wollen-Meister-werden-Projekt schon vor dem 10.Spieltag so sehr ins Wanken geraten ist, dass es wieder nichts wird mit der Schale im Mai.

Acht Jahre ist die letzte Meisterfeier der deutschen Nr. 2 dann schon her, 2012 feierten auf dem Borsigplatz Spieler wie Gündogan, Perisic oder Lewandowski.

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Das Ärgerliche aus Dortmunder Sicht: Die Möglichkeit, die Bundesliga anzuführen und, davon beflügelt, eine selbstbewusste Dominanz auf das Spielfeld zu bekommen, war absolut gegeben.

Der FC Bayern hat geschwächelt - doch der BVB war nicht zu Stelle. Elf Punkte haben sie schon liegen lassen, viel zu viel für den Zeitpunkt, den Kader und erst recht die eigenen Ansprüche.

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Das Organisieren, besser noch: Bewältigen, von Anspruch und Wirklichkeit wird die größte Aufgabe für Borussia Dortmund in den nächsten Jahren. Das Rad immer weiterzudrehen, immer größer, um auch international einer der wichtigsten Top-Player zu werden, birgt große Gefahren.

Mourinho ist eine Option beim BVB - aber eine schlechte

Das Spiel der Fußball-Riesen verlangt mittlerweile Einsätze, die im Grunde nicht mehr zu refinanzieren sind.

Selbst der FC Bayern, den Dortmundern im Umsatz aktuell etwa 250 Millionen Euro voraus, stößt immer häufiger an seine Grenzen und muss sich mittlerweile viel häufiger hintenanstellen, als den Verantwortlichen recht ist.

Der globale Wettbewerb ist brutal und die Voraussetzungen sind ungleich, die neuen "Gegner" reichen von Investoren aus Asien oder den USA über Öl-Milliardäre bis zu Fondsverwaltern aus dem reichsten Land der Welt.

Als in der vergangenen Woche der Name José Mourinho als möglicher nächster Trainer in Dortmund die Runde machte, spekulierten auch im Verein einige: Kann das wirklich sein, dass wir so einen internationalen Trainer-Star hier in den Ruhrpott holen?

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Die Antwort ist relativ klar: Ja - denn Mourinho ist tatsächlich eine Option für die BVB-Entscheider. Auch mit Matthias Sammer, dem Berater des Vorstands, wurde der Ex-Coach von Manchester United bereits diskutiert, mit allen Vor- und Nachteilen.

Doch so herausragend Mourinho für die Bundesliga wäre, die Verantwortlichen für die Vermarktung im Ausland würden vor Freude Purzelbäume schlagen, sprichwörtlich, so wenig wäre er der richtige Mann für den BVB!

Mourinhos beste Zeit liegt hinter ihm

Die Chance, vom relativ satten und vor allem ausschließlich auf sich selbst fokussierten Portugiesen, gesund und nachhaltig weiterentwickelt zu werden, wäre verschwindend gering.

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Mit Mourinho würde sich Borussia Dortmund keinen Gefallen tun, er ist nicht mehr der erfolgsbesessene Fußball-Innovator, der zwischen 2002 und 2013 Porto, Chelsea, Inter und Real zu besonderen Leistungen trieb.

Mourinhos beste Zeit liegt sehr wahrscheinlich hinter ihm, es gäbe viele bessere und sinnvollere Möglichkeiten für den BVB.

Beruhigend: Auch unter den Dortmunder Verantwortlichen gibt es diese Meinung - und einige andere Ideen für eine erfolgreiche Zukunft.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

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