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Sargis Adamyan wurde beim Startelf-Debüt für Hoffenheim zum Bayern-Schreck
Sargis Adamyan wurde beim Startelf-Debüt für Hoffenheim zum Bayern-Schreck © Getty Images
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München - Sargis Adamyan wird beim Startelf-Debüt für die TSG Hoffenheim zum Matchwinner gegen den FC Bayern. Noch 2017 spielte er in der Regionalliga Südwest.

Nach seiner Auswechslung in der 82. Minute geht Sargis Adamyan kurz in die Knie, berührt mit der Hand den Rasen und bekreuzigt sich.

Er und Trainer Alfred Schreuder fallen sich am Spielfeldrand in die Arme, der Trainer klopft seinem Spieler auf den Rücken. Noch mehr Glückwünsche und Händeschütteln von den Ersatzspielern auf der Bank, Adamyan strahlt. Die Hoffenheimer Fans im Gästeblock sind hellwach, sie sind laut, sie feiern ihren Mann des Tages mit Sprechgesängen.

Adamyan: Startelf-Debüt bei der TSG

Und das nicht ohne Grund: Der 26-jährige Armenier ist zweifacher Torschütze im Spiel gegen den FC Bayern München, der in dieser Woche erst noch für ein Schützenfest in London gesorgt hat. Adamyans Tore führen die TSG Hoffenheim zum Auswärtssieg beim Rekordmeister und damit zu drei Punkten. (Service: TABELLE der Bundesliga)

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Dabei hatten die Kraichgauer einen schlechten Start in die neue Saison hingelegt, konnten aus sechs Spielen nur magere fünf Punkte mitnehmen und erlebten sogar zwei 0:3-Heimpleiten. Alles deutete auf eine weitere Niederlage hin.

Vor allem als Adamyan, der an Stelle von Christian Baumgartner auf dem Platz stand, bereits in der vierten Minute eine Großchance vergibt. Das wirft den Startelf-Debütanten allerdings keineswegs aus der Bahn, er behält die Nerven und sagt später lässig: "Ich wollte trotzdem positiv bleiben. Das ist mir ganz gut gelungen."

Bis zu seinem Startelf-Debüt in der ersten Bundesliga bei der TSG Hoffenheim war es ein langer Weg.

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Vom Bolzplatz in die erste Bundesliga

Geboren wurde der 26-Jährige in Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, als Sohn eines Schuhfabrikanten. Im Alter von fünf Jahren zog er mit seiner Familie nach Mecklenburg-Vorpommern, wo seine Kindheit und Jugend stark von Sport geprägt war. Im Tischtennis wurde er sogar Jugend-Landesmeister. Doch da gab es auch noch seine andere Leidenschaft: Fußball.

Bereits als Kind kickte Adamyan auf den Bolzplätzen seiner neuen Heimat, bevor er 2008 beim 1. FC Neubrandenburg seine Vereinskarriere einläutete, die auf unterklassigem Niveau zu enden schien, nachdem er sich trotz einiger Drittliga-Einsätze bei Hansa Rostock nicht dauerhaft durchsetzen konnte. Noch vor zwei Jahren spielte er beim TSV Steinbach Haiger in der Regionalliga Südwest.

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Der Durchbruch im Profifußball folgte mit dem ablösefreien Wechsel in die zweite Bundesliga zum SSV Jahn Regensburg. Unter dem damaligen Trainer Achim Beierlorzer, war er auf einmal gesetzt und unverzichtbar. Der Trainer wusste um die offensiven Qualitäten des Neuzugangs und förderte ihn auch im Hinblick auf die defensiven.

Qualitäten, von denen die TSG Hoffenheim seit seinem Wechsel im Sommer nun profitieren kann.

"Er hat es einfach verdient"

Sebastian Rudy schwärmt nun regelrecht von seinem Teamkollegen: "Super Junge, kann ich nur sagen. Der hat sich die Chancen heute von Anfang an hart erarbeitet. Er ist einer, der in jedem Training 100, 120 Prozent gibt und es freut mich unheimlich, dass er die zwei Dinger heute reingehauen hat. Ich glaube, wir müssen froh sein, dass wir so einen Spieler in unseren Reihen haben. Der Junge hat es einfach verdient."

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Auch Defensivspieler Benjamin Hübner fand nach dem Spiel lobende Worte: "Er ist sehr bodenständig, er ist schnell, beweglich, hat einen guten Abschluss. Bodenständig auch, weil er das erste Mal höherklassig spielt und er packt alles: jede Trainingseinheit, jedes Spiel - und für so einen freut es mich, wenn es belohnt wird."

Belohnt mit zwei Toren. Die beiden Treffer gegen den Rekordmeister findet Adamyan "überragend. Vor allem, dass wir hier einen Dreier mitnehmen konnten, ist überragend. Wir freuen uns riesig." Trotz der ausgelassenen Stimmung geht es für den Armenier aber nicht zum Feiern auf die Wiesn, sondern zurück zur Nationalmannschaft. Mit Armenien trifft er am 12. Oktober auf Liechtenstein.

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