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München - Der SPORT1-Experte glaubt, dass der FC Bayern den Kreuzbandriss von Niklas Süle ohne Transfer kompensieren kann. Lucien Favre hält er nicht für gefährdet.

Hallo Fußball-Freunde,

es muss für den FC Bayern nicht nur ein Schaden sein, dass er beim 2:2 in Augsburg Punkte liegen gelassen hat.

Solche Ergebnisse sind gut, um alles zu analysieren. Jetzt muss sich jeder Gedanken machen, was da schiefgelaufen ist. Die Art und Weise, wie die Münchner das Spiel aus der Hand gegeben haben, war nicht Bayern-like. Augsburg hat es gut gespielt, aber machen wir uns nichts vor: Normalerweise gewinnen die Bayern solche Spiele. Sie kreieren Chancen, aber lassen sie liegen.

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Niko Kovac ist nicht das Problem des FC Bayern

Für den FC Bayern ist es extrem wichtig, dass sie hinten ihre Stabilität finden, daran müssen sie arbeiten. Die Umschaltbewegung gegen den Ball ist bei Bayern nicht gut gewesen. Augsburgs Ausgleichstor ist das beste Beispiel: Lucas Hernández führt einen schlechten Zweikampf, vorne bleiben alle stehen. Und deswegen sind sie in Unterzahl im eigenen Strafraum. Sie spielen unsauber zu Ende.

Sich auf den anderen zu verlassen, ist fatal. Sie führen die Zweikämpfe nur halbherzig, statt richtig reinzugehen.

Ich sehe, dass viele das Problem an Niko Kovac festmachen, ich tue es nicht: Kovac ist definitiv der richtige Trainer. Es liegt jetzt an den Spielern. Manchmal müssen sich auch die Spieler zusammensetzen, ohne den Trainer, und sich fragen, wie es weitergeht. Wichtig ist jetzt der Zusammenhalt.

Jérôme Boateng kann Niklas Süle ersetzen

Der Kreuzbandriss von Niklas Süle ist natürlich zusätzlich bitter, Bayern wandelt nun in der Abwehr auf dünnem Eis. Süle wird sich jetzt darauf fokussieren, rechtzeitig zur EM fit zu werden, bei Bayern wird er in dieser Saison keine Rolle mehr spielen.

Ich finde aber: Wenn Jérôme Boateng es annimmt, kann er Süle ersetzen, das traue ich ihm zu. Die Bayern sind nicht so hilflos, es ist kein Notstand. Sie können auch mal Dreierkette spielen oder mit Javi Martínez hinten statt im Mittelfeld.

Dass beim großen Konkurrenten Borussia Dortmund Trainer Lucien Favre in der öffentlichen Kritik steht, halte ich übrigens nicht für dramatisch. Die BVB-Führung hat eine unglaublich hohe Kompetenz mit Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc, Matthias Sammer und Sebastian Kehl.

Es geht nicht darum, dass die Presse Favres Kopf fordert, sondern wie sehr die Verantwortlichen zu ihm stehen. Sie wissen ja, wen sie verpflichtet haben. Im Frühling könnte es sein, dass der BVB mit zwölf Punkten an der Spitze steht. Dann feiern wir ihn wieder.

Euer

Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 bildet der 50-Jährige mit Marcel Reif und Reinhold Beckmann das feste Experten-Team des CHECK24 Doppelpass.

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