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München - Thomas Müller denkt angesichts seiner Reservistenrolle angeblich an einen Abschied vom FC Bayern im Winter. Was spricht dafür, was dagegen? Das Pro und Contra.

Sascha Haas: "Müllers Zeit wird wieder kommen"

Sascha Haas spricht sich für einen Verbleib von Thomas Müller beim FC Bayern aus
Sascha Haas spricht sich für einen Verbleib von Thomas Müller beim FC Bayern aus © SPORT1

Thomas Müller muss beim FC Bayern bleiben - und ich bin davon überzeugt, dass er auch bleiben wird.

Er ist die letzte echte Identifikationsfigur des Rekordmeisters auf und neben dem Platz. Er kommt aus der eigenen Jugend und hat sich zum WM-Torschützenkönig, Weltmeister und absoluten Führungsspieler entwickelt.

Keiner steht mehr für den FC Bayern und seine Mia-san-Mia-Philosophie als er!

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Ein echter Bayer, der lieber mit seiner Frau und ihren Pferden in Oberbayern Urlaub macht, als mit dem Privatjet in die Karibik zu fliegen. Darum lieben ihn die Fans genauso wie für seinen absoluten Willen und Einsatz auf dem Platz.

Neben seinem immensen Wert als Botschafter für die Weltmarke FC Bayern, ist er immer noch sportlich extrem wertvoll. Auch diese Saison hat er schon vier Torvorlagen und ein Tor auf dem Konto, obwohl er laut Trainer Niko Kovac nur noch dann spielt, "wenn Not am Mann sein sollte".

Diese Aussage hat das Urgestein sicher tief getroffen und das Verhältnis zwischen ihm und dem Trainer ganz bestimmt nicht verbessert.

Dennoch ist der Kader nicht so üppig besetzt, dass ihn der FC Bayern gehen lassen könnte. Vor allem nicht im Winter, da ein gleichwertiger Ersatz nur sehr schwer zu bekommen wäre.

Trotz seines schrittweisen Rückzugs wird auch Uli Hoeneß in der Personalie Müller weiter ein gehöriges Wörtchen mitreden wollen - und einem Verkauf sicher nicht zustimmen.

Zu guter Letzt kommt der Faktor Coutinho hinzu: Ob der Verein am Ende der Saison bereit ist, die festgeschriebene Ablöse von 120 Millionen Euro für den Brasilianer zu bezahlen, steht in den Sternen.

Spätestens dann wird Thomas Müllers Zeit wieder kommen.

Carsten Arndt: "Time to say goodbye!"

Carsten Arndt kann sich einen Bayern-Abschied von Thomas Müller gut vorstellen
Carsten Arndt kann sich einen Bayern-Abschied von Thomas Müller gut vorstellen © SPORT1

Kaum ist das Karriereende von "Fußballgott" Bastian Schweinsteiger einigermaßen verdaut, erschüttert das nächste Erdbeben die bayerische Seele.

Diesmal ist das Epizentrum allerdings ganz nah. Thomas Müller soll sich zum ersten Mal ernsthaft mit einem Abschied aus München beschäftigen!

Der Ur-Bayer, die letzte große Identifikationsfigur, in einem anderen Trikot? Undenkbar. Eigentlich.

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Wenn man die emotionale Komponente aber außen vor lässt, bleibt nur eine Erkenntnis: Time to say goodbye!

Zwar hatte der "Raumdeuter" auch unter Pep Guardiola, Carlo Ancelotti oder Jupp Heynckes schwierige Zeiten. Dass ihn Niko Kovac nun aber öffentlich als Notnagel geißelte, hebt die Problematik in bisher unbekannte Sphären.

Müllers sportliche Qualität ist unbestritten. Beim FC Bayern, oder vielmehr bei dessen Trainer, wird sie aktuell aber nicht in dem Maße gebraucht, wie er es sich selbst vorstellt.

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Das macht ihn auch für den Klub zu einem Problem. Seine Loyalität zu seinem Herzensklub wird zwar niemand infrage stellen - die zu seinem Trainer aber schon. Bayern droht eine Baustelle, die sich nicht so einfach schließen lässt.

Lässt der Meister seinen dienstältesten Spieler im Winter ziehen, wird Kovac weiter gestärkt. Zudem kommt Geld für einen Großangriff auf Leroy Sané und Philippe Coutinho oder Kai Havertz in die Kassen.

Die Fans werden erst einmal Sturm laufen, der Fußball ist aber derart schnelllebig, dass kein nachhaltiger Imageschaden zu erwarten ist. Das hat Schweinsteigers Abschied vor vier Jahren gezeigt.

Müller bietet sich vermutlich nicht mehr lange die Chance, noch einmal bei einem europäischen Topklub unterzukommen. Er ist mittlerweile 30 Jahre alt.

Übrigens genau das Alter, in dem Schweinsteiger nach 17 Jahren den FC Bayern Richtung Manchester United verließ. Auch das war: Undenkbar. Eigentlich.

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