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Mainz - Mainz 05 kassiert nach dem 0:8 in Leipzig gegen Union Berlin die nächste Niederlage. Die Fans machen ihrem Ärger Luft. Trainer Sandro Schwarz ist angezählt.

Es herrschte Redebedarf, daran änderte auch der späte Anschlusstreffer nichts.

Der FSV Mainz 05 verlor eine Woche nach der 0:8-Klatsche bei RB Leipzig auch zuhause im Kellerduell gegen Union Berlin mit 2:3 (0:2) - aber die letztlich zu späte Aufholjagd konnte die Fans nicht besänftigen. Und der angezählte Trainer Sandro Schwarz wackelt bedenklich. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

Schröder: "Werden selbstkritisch sein"

"Wir sind sicherlich nicht glücklich über das Spiel heute", sagte der Mainzer Sport-Vorstand Rouven Schröder bei Sky. "Wir sind dementsprechend enttäuscht, dass wir es nach dem 0:8 nicht punkten konnten. Ich muss mich aber nicht jede Woche hinstellen und über Sandro Schwarz diskutieren. Das ist eine gemeinschaftliche Situation, die wir zu betrachten haben."

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Der 44-Jährige ergänzte: "Der normale Ablauf ist, dass wir das Spiel besprechen und auch selbstkritisch sind. Wir werden morgen ganz normal trainieren und die Dinge auch vorbereiten."

Mainz-Fans wollen Innenraum stürmen

Die Stimmung bei den Rheinhessen droht mehr und mehr zu kippen. Schon während des Spiels wurden in der Mainzer Fankurve die Banner eingerollt, nach der Partie schlugen den Spielern beim obligatorischen Gang vor die Kurve wütende Pfiffe entgegen. Als vereinzelt Fans über die Zäune in den Innenraum kletterten und die Spieler zur Rede stellten, verhinderten Ordner eine Eskalation. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Es war nicht schön, nach dieser Leistung da hingehen zu müssen", sagte Daniel Brosinski, "die haben uns einige Sachen an den Kopf geworfen, aber nach der Leistung kann man das verstehen."

Bezüglich der eigenen Leistung wurde der Mainzer Kapitän deutlich: "Das war totales Versagen von uns. Am Ende bringt es dann auch nichts, dass du noch zwei Tore schießt, denn da war das Ding ja eh schon gegessen. Über das ganze Spiel gesehen war das einfach zu wenig. Es muss sich jeder selbst hinterfragen, ob er alles auf den Platz gebracht hat."

Die Mainzer rutschten nach der achten Niederlage im elften Spiel auf den Relegationsplatz 16 ab. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Andersson-Doppelpack leitet Mainz-Pleite ein

Ein Eigentor des Mainzer Kapitäns Brosinski (30.) brachte die Rheinhessen auf die Verliererstraße. Der Schwede Sebastian Andersson (45.+3 und 51.) traf zudem für Union. Karim Onisiwo (81.) und Brosinski (90.+4) trafen für Mainz.

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"Wir führen 3:0, normalerweise darf es uns nicht passieren, dass wir den Faden verlieren. Das müssen wir analysieren. Da müssen wir auch noch ein bisschen Erfahrung sammeln. Uns fehlt noch, ein bisschen abgezockter zu sein und den Ball besser laufen zu lassen", sagte Union-Angreifer Sebastian Polter.

Die 24.349 Zuschauer in der Mainzer Arena sahen eine zähe Anfangsphase. Die von Schwarz geforderte "Reaktion" seiner Schützlinge blieb erst einmal aus, Union war die aktivere Mannschaft. Die Mainzer, deren Sportvorstand Rouven Schröder trotz der Misere auf Wintertransfers verzichten will, wirkten angeschlagen. 

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Die Gastgeber waren vor allem auf Fehler-Vermeidung bedacht. Auch deshalb fehlte den Rheinhessen in der Offensive der Mut. Die Verunsicherung war aber auch in der Defensive zu spüren. Christian Gentner hatte in der 15. Minute die Führung für Union auf dem Fuß.

Union selbstbewusst - Mainz glücklos

Die Hauptstädter strotzten im Gegensatz zum FSV vor Selbstvertrauen. Der Sieg im Stadtderby gegen Hertha BSC (1:0) ließ die Schützlinge von Trainer Urs Fischer mit breiter Brust auftreten. In der 19. Minute war es Christopher Lenz, der die Chance auf das erste Tor nicht nutzen konnte.

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Nur wenige Sekunden später hätte Adam Szalai für große Erleichterung im FSV-Lager sorgen können. Der Berliner Torwart Rafal Gikiewicz verhinderte den Rückstand durch den Ungarn (20.). Die Szene läutete eine bessere Phase der Mainzer ein. Die Gastgeber ackerten sich in die Partie. In der 28. Minute vergab Ridle Baku eine große Möglichkeit.

Mainzer Aufholjagd kommt zu spät

Das rächte sich kurz darauf. Nach einer Hereingabe des Berliner Kapitäns Christopher Trimmel traf sein FSV-Pendant ins eigene Tor. Kurz darauf musste der angeschlagene Berliner Innenverteidiger Keven Schlotterbeck vom Platz, für ihn kam Michael Parensen.

Bei den vom Rückstand geschockten Gastgebern ging bis zur Pause nichts mehr. Nach einer Ecke von Trimmel war Andersson in der Nachspielzeit per Kopf zur Stelle. Die Mainzer mussten sich auf dem Weg in die Kabine den Unmut der eigenen Fans anhören.

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Nach dem Seitenwechsel wurde es aus Mainzer nicht besser - ganz im Gegenteil. Wieder traf Andersson per Kopf nach einer Trimmel-Ecke. Erst in der 64. Minute war wieder etwas vom FSV zu sehen. Der eingewechselte Onisiwo traf dann, ehe Brosinski noch einmal für Spannung sorgte.

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