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München - Die Sperre von Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies läuft in der Nacht zum Donnerstag ab. SPORT1 sagt, wie es mit dem Fußball-Funktionär weitergeht.

In der Nacht zum Donnerstag läuft die Sperre von Clemens Tönnies ab.

Drei Monate war der Aufsichtsratschef des FC Schalke 04 von seinen Aufgaben entbunden. Auslöser der Strafe war eine umstrittene Rede im August diesen Jahres auf dem "Tag des Handwerks" in Paderborn, in der sich Tönnies despektierlich über Afrikaner geäußert hatte.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum umstrittenen Schalke-Chef - und ob er überhaupt noch eine Zukunft bei den Königsblauen hat.

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Was hat Tönnies in dieser Zeit gemacht?

Während seiner Sperre versuchte Tönnies dem öffentlichen Leben fernzubleiben. Bis auf einem Auftritt in Düsseldorf, als Nationaltorwart Manuel Neuer den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalens verliehen bekam, ist er dieser Linie treu geblieben.

Selbst den Schalker Heimspielen blieb er fern, um im derzeit ruhigen Umfeld Auf Schalke keine unnötige Baustelle zu eröffnen.

Der Fleisch-Unternehmer war sehr erpicht darauf, Gras über den Vorfall wachsen zu lassen.

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Eins ist jedoch nicht von der Hand zu weisen: Seit Tönnies nicht mehr im Rampenlicht steht, läuft es für die Blau-Weißen besser denn je.

Ob er wirklich gänzlich sein Amt bei Schalke in dieser Zeit hat ruhen lassen, kann nur spekuliert werden.

Schalke-Legende Youri Mulder bezweifelt das. Vor kurzem sagte er bei SPORT1 unmissverständlich, dass der Aufsichtsratschef den Verein nach wie vor fest im Griff habe. "Ich bin mir ganz sicher, dass Tönnies im Hintergrund weiter die Entscheidungen trifft. Man braucht doch nicht glauben, dass er drei Monate den Verein nicht führen wird." 

Wie reagieren die Fans?

Wie das Gros der Fans zur Causa Tönnies steht, ist schwer zu sagen.

Die "Ultras Gelsenkirchen" haben auf SPORT1-Anfrage nicht geantwortet, die Schalker Fan-Initiative wollte sich nicht äußern.

Nach der Rede hatten sich vor allem prominente Fans missmutig zum Thema geäußert. Schauspieler Peter Lohmeyer zeigte sich sogar so sehr verärgert, dass er aus dem Club austrat. Er sagte, dass das Alleinstellungsmerkmal der Schalker im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus durch Tönnies' Worte beschädigt worden sei.

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Richterin Kornelia Toporzysek legte ihr Amt im Schalker Ehrenrat nieder, nachdem dieser den Aufsichtsratschef vom Vorwurf des Rassismus freisprach.

Nach seiner Rede bekam Tönnies allerdings auch Rückendeckung, unter anderem von Trainer-Legende Huub Stevens oder Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel.

Wie geht es mit Tönnies weiter?

Dass Tönnies auf die Schalker Bühne zurückkehrt, steht für Ex-Profi Mulder fest: "Ich glaube, dass er die gleiche Macht wieder haben wird, wenn er zurück ist."

Im kommenden Heimspiel gegen Düsseldorf (Samstag ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) werden die Anhänger den 63-Jährigen allerdings nicht zu Gesicht bekommen. Sein Büro vermeldete, dass er derzeit geschäftlich im Ausland weilt.

Um seine Abstinenz gegen die Fortuna dürfte der Fußball-Funktionär nicht ganz böse sein, entgeht er doch so einer direkten Konfrontation mit Düsseldorfs Vorstandschef Thomas Röttgermann, der nach der Tönnies-Rede öffentlich seinen Rücktritt gefordert hatte.

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Der Verein selbst ließ verlautbaren, dass man sich auf die bevorstehende Rückkehr freue. "In den vergangenen 25 Jahren ist es uns gelungen, Schalke 04 in einem sich immer stärker verändernden Fußballgeschäft als ernstzunehmenden Mitbewerber in der Spitzengruppe der Bundesliga zu halten und gleichzeitig unsere Identität zu bewahren. Daran hat Clemens Tönnies in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender einen großen Anteil", betonte der Vorstand Finanzen und Organisation, Peter Peters.

Sportvorstand Jochen Schneider ergänzte: "Wir alle freuen uns sehr auf Clemens Tönnies in seiner gewohnt aktiven Rolle."

Demnach soll Tönnies bei der nächsten Schalker Aufsichtsratssitzung im Dezember wieder ins Club-Geschehen eingreifen.

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