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München - Beim FC Bayern hat Leon Goretzka in kurzer Zeit den Durchbruch geschafft. Auch unter Hansi Flick spielt er eine tragende Rolle im Mittelfeld. Die Gründe.

Leon Goretzka ist erst seit eineinhalb Jahren beim FC Bayern. Die Wahrnehmung ist aber eine andere.

Wenn er fit ist, spielt Goretzka beim deutschen Rekordmeister und in der Nationalmannschaft fast immer. Er stellt sich regelmäßig den Medien - im Unterschied zu vielen anderen bei Sieg und Niederlage. Dabei gibt er Reflektiertes, auch durchaus Selbstkritisches zu Protokoll.

Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler hat es, entgegen vieler Prognosen, auf Anhieb geschafft, sich bei den Bayern durchzusetzen. Und es wirkt eben, als wäre er schon länger da als nur 18 Monate.

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Schon Niko Kovac setzte auf ihn, bei Hansi Flick ist es nun ebenso. Womöglich auch wieder am Samstag im Topspiel bei Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach (Bundesliga: Gladbach - FC Bayern ab 15.30 Uhr im LIVETICKER).

"Leon hat in den letzten Spielen gezeigt, was er für eine Qualität hat. Er ist im Spiel gegen den Ball gut und hat viele Ballgewinne. Durch seine Schnelligkeit und Dynamik kann er auch das Mittelfeld gut überbrücken und hat immer wieder Tiefenläufe, mit denen er selbst Chancen kreiert", schwärmte Flick am Freitag auf SPORT1-Nachfrage.

Unter dem Kovac-Nachfolger hat sich Goretzka im Mittelfeld-Zentrum neben Thomas Müller behauptet. Dahinter räumt Joshua Kimmich ab. Alle drei profilieren sich durch ihr gutes Miteinander, sie kennen sich aus dem Effeff. Vieles wirkt einstudiert.

"Wir drei verstehen uns in der Mitte sehr gut, auch ohne Worte", sagt Goretzka im Gespräch mit SPORT1.

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Flick lobt seine Defensiv-Stärke

Man könnte auch sagen, dass ihr funktionierendes Wirken zur rechten Zeit kam. Unter Kovac wackelte es bei den Münchnern defensiv gewaltig. Flick forcierte daraufhin die defensive Stabilität, zu der die beiden Achter Goretzka und Müller sowie Kimmich als Sechser einen großen Teil beitrugen.

Was Goretzka im Vergleich zu seinen Kontrahenten auszeichnet, sind seine Stärken im gegnerischen Strafraum und sein Offensivdrang. "Er ist torgefährlich, was als Mittelfeldspieler auch wichtig ist. Aber er kann auch genauso gut in der Defensive dagegenhalten und die Position gut ausfüllen", lobte Flick.

In seiner ersten Bayern-Saison kam der Ex-Schalker auf 42 Pflichtspieleinsätze. Dabei gelangen ihm neun Tore und sieben Assists. Ein starker Wert für einen Mittelfeldspieler. Aufgrund einer Oberschenkelverletzung verpasste er in der laufenden Spielzeit die Anfangsphase, sodass bislang erst elf Pflichtspieleinsätze mit je zwei Toren und Assists zu Buche stehen.

Goretzka und Flick: Es ist ein bislang funktionierendes Duo, was auch den Augen der Bayern-Verantwortlichen nicht entgangen ist. Die allerdings wissen auch, dass der Nationalspieler noch Luft nach oben hat, vor allem in puncto Konstanz, mitunter aber auch im zweiten Kontakt.

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Auch seine Verletzungsanfälligkeit ist intern ein Thema, aber auch bei Goretzka, dessen sehnlichster Wunsch es ist, über einen langen Zeitraum verletzungsfrei zu bleiben. Unverkennbar war allerdings, wie er sich auch von seiner jüngsten Verletzung nicht unterkriegen ließ und im Fitnessraum an der Säbener Straße sowie in seinem privaten in seiner Münchner Wohnung intensiv für sein Comeback schuftete - mit Erfolg.

Flick und Goretzka kennen sich seit Jahren

Dass Flick und auch Co-Trainer Hermann Gerland, wie Goretzka mit Bochumer Vergangenheit, ihn besser machen können, davon ist er überzeugt. Ohnehin ist das Verhältnis zwischen Goretzka und dem aktuellen Bayern-Trainer von Wertschätzung geprägt. Beide kennen sich seit Jahren. Bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro war das damalige Schalke-Talent Hoffnungsträger, musste allerdings verletzt abreisen. Flick war damals DFB-Sportdirektor.

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Von guter Kommunikation mit dem Trainer, der wohl mindestens bis Sommer Trainer bleibt, profitiert aber nicht nur Goretzka. Auch die anderen zentralen Mittelfeldspieler der Bayern werden von den klaren Vorgaben Flicks gestärkt. Details, die unter Kovac zuletzt vermisst wurden. Vielen Spielern, auch Goretzka, fehlte die Orientierung auf dem Platz. Diese ist nun wieder gegeben.

Was Goretzka von Dauerbrenner Kimmich und dem derzeit wieder gesetzten Routinier Müller indes noch unterscheidet, ist der Status des Unangefochtenen.

Goretzka muss das Vertrauen in ihn regelmäßiger zurückzahlen, denn seine Konkurrenz ist zahlreich und prominent. Thiago, Corentin Tolisso und Michael Cuisance lauern im Hintergrund. Die Nase vorn hat aber derzeit Goretzka.

Auch gegen die Fohlenelf? "Das werde ich mir offenlassen", sagte Flick.

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