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Mauricio Pochettino wird vorerst kein Trainer beim FC Bayern. Die Kandidaten-Listen wird kleiner und die Chancen für Hansi Flick als Dauerlösung steigen.

Seit Donnerstagabend ist klar: Mauricio Pochettino ist nach SPORT1-Informationen vorerst kein Trainer-Thema in München. Zuvor berichtete die BILD darüber. 

Der 47 Jahre alte Argentinier musste zuletzt bei den Tottenham Hotspur gehen und wurde seitdem umso heißer bei den Bayern gehandelt. Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Pochettino kennen und schätzen sich, auf eine Zusammenarbeit wird es aber vorerst nicht hinauslaufen. 

Gesucht wird ein Trainer, der spätestens ab Sommer 2020 eine neue Ära beim deutschen Rekordmeister einleiten soll. 

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Wer ist für diesen Auftrag noch im Rennen? 

Kandidat Nr. 1: Hansi Flick

Der Nachfolger von Niko Kovac ist mit vier Siegen (2:0, 4:0, 4:0, 6:0) furios gestartet. Die Heim-Pleite gegen Leverkusen (1:2) wertet man als Ausrutscher. Dass es ein solcher war, muss die Flick-Elf am Samstag im Topspiel bei Spitzenreiter Borussia Möchengladbach (15.30 Uhr/ LIVETICKER bei SPORT1) aber erst noch beweisen.

Flick weiß, dass seine Zukunft auch an Ergebnissen gemessen wird. Eine Pleite gegen die Fohlenelf und die anfängliche Aufbruchsstimmung könnte Gefahr laufen, zu kippen. Flick aber will davon nichts wissen, er konzentriert sich auf das Hier und Jetzt. "Die Verabredung ist, wir warten das Ende des Jahres ab, setzen uns zusammen und alles andere interessiert mich nicht", sagte er am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Auch die Stimmung im Team ist nach SPORT1-Informationen nach wie vor sehr gut. Vorteil Flick: Er genießt den Rückhalt von Karl-Heinz Rummenigge, der ihm den Trainerposten bis Saisonende in Aussicht stellte, sich zur Winterpause aber auch Platz eins in der Bundesliga gewünscht hat.  

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Befürworter Heynckes als Zünglein an der Wage?

Der Vorstands-Boss wird sich auch mit dem Gedanken befassen, ob der 54-Jährige nicht sogar als Dauerlösung taugt. Ebenso wie Salihamidzic, der in der Trainer-Findung maßgeblich beteiligt ist. 

Trainer-Legende Jupp Heynckes legte den Bayern-Bossen den Flick-Gedanken zuletzt nahe, bezeichnete seinen ehemaligen Schützling im Kicker als den "idealen Mann". Für Heynckes sei Flick für den Cheftrainer-Posten "prädestiniert", als Trainer sei er ein "Juwel".

Flick selbst hat viele Argumente auf seiner Seite: Die Mannschaft folgt ihm, spielerisch haben sich die Bayern unter ihm zum Positiven entwickelt. Seine Außendarstellung ist Bayern-like. 

Bewerten die Verantwortlichen dies als Maßstab, könnte Flick am Ende der Gewinner einer zähen Trainersuche sein. Bislang machte er sich aber vor allem als Verantwortlicher in der zweiten Reihe einen Namen. Es bliebe ein Rest-Risiko.  

Kandidat Nr. 2: Erik ten Hag

Im Rennen um den Trainerposten ist nach wie vor Erik ten Hag, der nach SPORT1-Informationen als ein Wunschkandidat gilt. Rummenigge gilt als großer Fan des Niederländers, derzeit in Diensten von Ajax Amsterdam (Vertrag bis 2022). 

Sein Spielstil entspricht dem, was man sich in München vorstellt: Schnelles und mutiges Offensivspiel bei hoher taktischer Flexibilität. Hört man sich um, gilt ten Hag oft als die "einfachste" Lösung.

Schließlich ist der frühere Trainer der Bayern-Amateure (2013-2015) erklärtermaßen für eine Rückkehr bereit und Ajax-Manager Marc Overmars öffnete auch die Tür, sollten die Bayern konkretes Interesse hinterlegen. 

Ein Risiko: Völlig unklar ist, ob ten Hag auch Bayern-Potential besitzt. Bei Ajax arbeitet er größtenteils mit Spielern zusammen, die noch zu Stars werden wollen. In München muss er einen mit Top-Stars gespickten Kader moderieren und bei Laune halten. Etwas, das Flick derzeit nachweislich gelingt. 

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Tuchel und Allegri unwahrscheinlich 

Immer wieder taucht auch der Name Thomas Tuchel auf, der bei Paris Saint-Germain noch einen Vertrag bis 2021 besitzt. Rummenigge soll nach der Kovac-Entlassung Kontakt zu dessen Management aufgenommen haben, um ein grundsätzliches Interesse an einem Bayern-Engagement auszuloten.

Darüber hinaus wurde zuletzt die Option Tuchel plus Flick ins Spiel gebracht, weil Flick einst beim Ex-Mainzer in Paris hospitierte. "Es sind schöne Namen, die hier genannt werden. Thomas ist einer der besten deutschen Trainer. Die Art und Weise, wie er Fußball spielen lässt, gefällt mir sehr gut. Was privat ist, bleibt aber privat", sagte Flick am Freitag als er darauf angesprochen wurde. Er könne sich "vieles vorstellen", erklärte der 54-Jährige.

Nach SPORT1-Informationen ist Tuchel allerdings kein Favorit auf den Trainerposten und dessen Anstellung unwahrscheinlich.  

Ebenso unwahrscheinlich ist eine Lösung mit Massimo Allegri. Der 52 Jahre alte Italiener (zuletzt Juventus Turin) ist eng verbandelt mit seinem Landsmann Giovanni Branchini, der bei den Bayern seit Jahren als Zwischenhändler fungiert und einen engen Draht zum Bayern-Vorstand pflegt.

Allegri spricht allerdings kein Deutsch. Ein Makel, den man intern auch bei Pochettino ausgemacht haben soll.  

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Startrainer von der Insel?

Mit Star-Trainern wie Pep Guardiola (Manchester City/Vertrag bis 2021) und Jürgen Klopp (FC Liverpool/bis 2022) werden sich die Bayern-Bosse sicherlich auch beschäftigen – und müssen es sogar. Bei ihnen ist man aber davon abhängig, ob sich einer der beiden vorzeitig aus seinem Vertrag löst.   

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