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München - Philippe Coutinho spricht über einen möglichen Verbleib beim FC Bayern. Aber wie realistisch ist es, dass der Rekordmeister die Kaufoption zieht?

Ob beim Einmarsch mit der Blaskapelle, beim Wettnageln oder beim Tischkicker - die Programmpunkte seines Besuchs beim Fanclub Kasing erledigte Philippe Coutinho mit einem Lächeln.

Freundlich, höflich, zuvorkommend - so hat sich der Brasilianer seit seiner Ankunft beim FC Bayern im Sommer regelmäßig präsentiert.

Auch wenn es sportlich für ihn persönlich zuletzt weniger Grund zur Freude gab, fand Coutinho am Sonntag allerhand warme Worte für seinen derzeitigen Arbeitgeber.

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Coutinho schwärmt von Bayern

"Ich habe mich vom ersten Moment an sehr wohl gefühlt", sagte Coutinho. "Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe." Zwar bleibe sein Jugendklub Vasco da Gama sein Herzensverein, "aber wenn ich bei einem Verein bin wie beim FC Bayern, identifiziere ich mich auch mit ihm".

Bis Saisonende ist der 27-Jährige vom FC Barcelona an die Bayern ausgeliehen. Anschließend besitzt der Rekordmeister gemäß den Angaben der Katalanen eine Kaufoption in Höhe von 120 Millionen Euro. Aber werden die Münchner von dieser Klausel auch Gebrauch machen?

Coutinho selbst äußerte sich am Sonntag auch zu seiner Zukunft. "Wenn alles passt, würde ich gerne hierbleiben", meinte der Offensiv-Star, gewohnt höflich, aber auch unverfänglich.

Großer Name, große Hoffnungen

Mit dem Transfer setzten die Bayern im vergangenen Sommer ein Zeichen: Mit Coutinho kam schließlich ein großer Name an die Säbener Straße. Doch die großen Hoffnungen konnte der frühere Liverpool-Star bislang noch nicht vollends erfüllen.

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Unter Niko Kovac war Coutinho im offensiven Mittelfeld ab dem 4. Spieltag gesetzt, in seinen ersten beiden Bundesligapartien über 90 Minuten gelangen ihm je ein Tor und eine Vorlage. Doch dem Bayern-Spiel konstant seinen Stempel aufdrücken - das schaffte Coutinho in der Folge nicht.

Coutinho unter Flick kein Stammspieler

Und nach der Trennung von Kovac fand sich Coutinho unter Hansi Flick zunächst auf der Bank wieder. Es ehrt ihn, dass er auch in dieser Phase seine Höflichkeit wahrte. "Ich weiß, dass ich besser spielen soll. Ich will besser spielen", räumte Coutinho selbstkritisch ein.

Auch Interimstrainer Flick nahm seinen Schützling öffentlich in die Pflicht, vor dem Spiel bei Fortuna Düsseldorf prangerte er Coutinhos Defensivarbeit an und betonte: "Ich würde mir wünschen, dass er hier zeigt, was er kann."

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Worte, die ihre Wirkung nicht verfehlten: Coutinho erzielte beim 4:0-Sieg nicht nur sein drittes Tor, sondern überzeugte auch im Gegenpressing.

Bei der 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Samstag kam Coutinho allerdings erneut erst in der 69. Minute von der Bank aus ins Spiel. Er zeigte sich engagiert (vier Torschüsse, zwei Torschussvorlagen), aber die Wende konnte auch er nicht herbeiführen.

Bayerns Transferplanungen beeinflussen Coutinhos Zukunft

Die fehlende Konstanz in seinen Leistungen ist nicht das beste Argument für eine Anschlussbeschäftigung bei den Bayern über den Sommer hinaus. Zumal Coutinho mit 120 Millionen Euro nicht gerade ein Schnäppchen ist.

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Hinzu kommen die weiteren Transferplanungen der Bayern, die voraussichtlich bei Leroy Sané einen neuen Anlauf nehmen werden. Unter 100 Millionen Euro ist der Offensivstar von Manchester City aber nicht zu haben. Auch für Bayerns Transferziel Nummer zwei, Kai Havertz, wird seitens Bayer Leverkusen eine ähnliche Ablösesumme aufgerufen.

Ob die Bayern dann noch bereit sind, für Coutinho noch tiefer in die Tasche zu greifen, erscheint angesichts seiner durchwachsenen Zwischenbilanz nicht unbedingt realistisch.

Dass die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic, die den Coutinho-Deal mit Barca im Sommer einfädelten, den Brasilianer durchaus gerne weiterhin im Bayern-Trikot sehen würden, gilt als offenes Geheimnis.

Der Kosten-Nutzen-Faktor sollte aber eben auch passen.

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