Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Wenn die Münchner schwächeln, will die Konkurrenz da sein, sagt sie immer wieder. SPORT1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp hält den Zeitpunkt für gekommen.

Hallo Bundesliga-Freunde,

ich finde, zu den besten Serien im TV gehört auf jeden Fall die Bundesliga. Was da immer los ist, was für Charaktere kommen (und gehen…), diese überraschenden Wendungen - größte Unterhaltung. Nur in Sachen Staffelfinale war die Bundesliga in den letzten Jahren echt schwach. Immer der gleiche Meister am Ende? Immer Bayern? Und nicht ein bisschen Dramatik auf den letzten Metern? Puh, Bundesliga, da geht mehr. Da MUSS mehr! Sonst hat die Serie bald ein Problem.

Auf den Punkt: Wenn der FC Bayern im Mai wieder Meister wird, hat die Bundesliga versagt. Wann, wenn nicht in solchen Jahren, wenn es in München zwickt und zwackt, soll denn noch mal eine andere Mannschaft die glänzende Schale in den Konfetti-Himmel recken?

Anzeige

So viele Bayern-Baustellen wie lange nicht

Überall, wo sich in diesen Tagen Szenekenner, Experten und unmittelbar Beteiligte der aktuellen Bundesliga-Serie treffen, geht's schnell vor allem darum, was beim Branchen-Dino an der Säbener Straße hinter den Kulissen los ist.

So viele Baustellen, da sind sich alle einig, hatten sie dort lange nicht. Stimmt ja auch: Was beim FC Bayern - während des laufenden Spielbetriebs - zuletzt los war, reichte sonst für zwei oder drei Jahre. Trainerteam ausgetauscht, Uli-Hoeneß-Ära beendet, neuer Präsident, neuer Sportvorstand - und Oliver Kahn im Anflug, als neuer Chef von alles.

DAZN gratis testen und die Champions League live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

Der Sport stand im Herbst oft im Schatten der großen Umbauarbeiten auf der Führungsebene. Gerade dem Erledigen einiger alltäglicher Aufgaben, solcher Spiele zum Beispiel in Augsburg oder zu Hause gegen Hoffenheim oder Leverkusen, hat das geschadet.

Von 13 Partien in der Bundesliga haben die Bayern bisher sechs nicht gewonnen - also fast die Hälfte. Dazu kommen die meisten Gegentore der Top vier (18). Für Bayern-Verhältnisse ist das bis jetzt eine schwache Hinrunde.

Und bis zur Winterpause wird es kein Geschenke einsammeln für Übergangstrainer Hansi Flick und seiner Spieler. Mit Bremen (14. Dezember) kommt nur noch ein vermeintlich kleiner Gegner. Wolfsburg (21. Dezember) ist nur vier Punkte hinterher, aber vor allem auswärts wird's heftig: jetzt Samstag wartet Tabellenführer Mönchengladbach, und sie werden brennen, elf Tage später der SC Freiburg, unter Flutlicht.

Die Schonzeit ist vorbei

Die Bundesliga muss die enttäuschende Bayern-Hinrunde ausnutzen, mit den schweren Partien jetzt zum Jahresende, um endlich mal wieder einen neuen Meister zu krönen. Acht Jahre ist es her, dass zuletzt ein anderer Verein Deutschlands stärkste Fußball-Mannschaft stellte (Borussia Dortmund, 2011/2012).

Meistgelesene Artikel

Immer wieder kamen die Parolen, von überall, wenn die Bayern mal schwächeln, dann müssen wir zur Stelle sein. Es ist so weit, liebe Bundesliga! Namentlich Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig, Schalke und Dortmund. Die Schonzeit ist vorbei, die Zeit der Ausreden auch. Der stärkste Bundesliga-Motor stottert - also zuschlagen, bitte! Jetzt. Die Serie braucht euch.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

Nächste Artikel
previous article imagenext article image