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Holtkamp-Kolumne: Wird Bayern Meister, hat die Liga versagt

Wird Bayern Meister, hat die Liga versagt

Lesedauer: 3 Minuten

Wenn die Münchner schwächeln, will die Konkurrenz da sein, sagt sie immer wieder. SPORT1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp hält den Zeitpunkt für gekommen.

Hallo Bundesliga-Freunde,

ich finde, zu den besten Serien im TV gehört auf jeden Fall die Bundesliga. Was da immer los ist, was für Charaktere kommen (und gehen…), diese überraschenden Wendungen - größte Unterhaltung. Nur in Sachen Staffelfinale war die Bundesliga in den letzten Jahren echt schwach. Immer der gleiche Meister am Ende? Immer Bayern? Und nicht ein bisschen Dramatik auf den letzten Metern? Puh, Bundesliga, da geht mehr. Da MUSS mehr! Sonst hat die Serie bald ein Problem.

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Robert Lewandowski trifft gegen die Hertha vom Punkt. Der Pole ist damit zurück auf dem geteilten ersten Platz © Getty Images
Denn zuvor hatte Timo Werner nach seinem Doppelpack gegen Union Berlin die Führung in der Torjägerliste übernommen © Getty Images
Lewandowski holte sich in der vergangenen Saison bereits zum vierten Mal die Torjäger-Kanone. Der Stürmer des FC Bayern triumphierte 2018/19 vor Paco Alcácer. Kann der Pole seinen Titel verteidigen? SPORT1 zeigt die besten Knipser der Bundesliga © imago
PLATZ 16: Serge Gnabry (FC Bayern München) - 6 Tore © Getty Images
PLATZ 16: Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach) - 6 Tore © Getty Images
PLATZ 16: Philipp Max (FC Augsburg) - 6 Tore © Getty Images
PLATZ 16: Martin Hinteregger (Augsburg/ Frankfurt) - 6 Tore © Getty Images
PLATZ 16: Amine Harit (Schalke 04) - 6 Tore © Getty Images
PLATZ 16: Breel Embolo (Borussia Mönchengladbach) - 6 Tore © Getty Images
PLATZ 16: Philippe Coutinho (FC Bayern) - 6 Tore © Getty Images
PLATZ 16: Jhon Cordoba (1. FC Köln) - 6 Tore © Getty Images
PLATZ 9: Kevin Volland (Bayer Leverkusen) - 7 Tore © Getty Images
PLATZ 9: Wout Weghorst (VfL Wolfsburg) - 7 Tore © Getty Images
PLATZ 9: Suat Serdar (FC Schalke 04) - 7 Tore © Getty Images
PLATZ 9: Marcel Sabitzer (RB Leipzig ) - 7 Tore © Getty Images
PLATZ 9: Milot Rashica (Werder Bremen) - 7 Tore © Getty Images
PLATZ 9: Robin Quaison (Mainz 05) - 7 Tore © Getty Images
PLATZ 9: Goncalo Paciência (Eintracht Frankfurt) - 7 Tore © Getty Images
PLATZ 7: Nils Petersen (SC Freiburg) - 8 Tore © Getty Images
PLATZ 7: Sebastian Andersson (Union Berlin) - 8 Tore © Getty Images
PLATZ 6: Marco Reus (Borussia Dortmund) - 9 Tore © Getty Images
PLATZ 4: Florian Niederlechner (FC Augsburg) - 10 Tore © Getty Images
PLATZ 4: Jadon Sancho (Borussia Dortmund) - 10 Tore © Getty Images
PLATZ 3: Rouwen Hennings (Fortuna Düsseldorf) - 11 Tore © Getty Images
PLATZ 1: Robert Lewandowski (FC Bayern) - 20 Tore © Getty Images
PLATZ 1: Timo Werner (RB Leipzig) - 20 Tore © Getty Images

Auf den Punkt: Wenn der FC Bayern im Mai wieder Meister wird, hat die Bundesliga versagt. Wann, wenn nicht in solchen Jahren, wenn es in München zwickt und zwackt, soll denn noch mal eine andere Mannschaft die glänzende Schale in den Konfetti-Himmel recken?

So viele Bayern-Baustellen wie lange nicht

Überall, wo sich in diesen Tagen Szenekenner, Experten und unmittelbar Beteiligte der aktuellen Bundesliga-Serie treffen, geht's schnell vor allem darum, was beim Branchen-Dino an der Säbener Straße hinter den Kulissen los ist.

So viele Baustellen, da sind sich alle einig, hatten sie dort lange nicht. Stimmt ja auch: Was beim FC Bayern - während des laufenden Spielbetriebs - zuletzt los war, reichte sonst für zwei oder drei Jahre. Trainerteam ausgetauscht, Uli-Hoeneß-Ära beendet, neuer Präsident, neuer Sportvorstand - und Oliver Kahn im Anflug, als neuer Chef von alles.

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Der Sport stand im Herbst oft im Schatten der großen Umbauarbeiten auf der Führungsebene. Gerade dem Erledigen einiger alltäglicher Aufgaben, solcher Spiele zum Beispiel in Augsburg oder zu Hause gegen Hoffenheim oder Leverkusen, hat das geschadet.

Von 13 Partien in der Bundesliga haben die Bayern bisher sechs nicht gewonnen - also fast die Hälfte. Dazu kommen die meisten Gegentore der Top vier (18). Für Bayern-Verhältnisse ist das bis jetzt eine schwache Hinrunde.

Und bis zur Winterpause wird es kein Geschenke einsammeln für Übergangstrainer Hansi Flick und seiner Spieler. Mit Bremen (14. Dezember) kommt nur noch ein vermeintlich kleiner Gegner. Wolfsburg (21. Dezember) ist nur vier Punkte hinterher, aber vor allem auswärts wird's heftig: jetzt Samstag wartet Tabellenführer Mönchengladbach, und sie werden brennen, elf Tage später der SC Freiburg, unter Flutlicht.

Die Schonzeit ist vorbei

Die Bundesliga muss die enttäuschende Bayern-Hinrunde ausnutzen, mit den schweren Partien jetzt zum Jahresende, um endlich mal wieder einen neuen Meister zu krönen. Acht Jahre ist es her, dass zuletzt ein anderer Verein Deutschlands stärkste Fußball-Mannschaft stellte (Borussia Dortmund, 2011/2012).

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Immer wieder kamen die Parolen, von überall, wenn die Bayern mal schwächeln, dann müssen wir zur Stelle sein. Es ist so weit, liebe Bundesliga! Namentlich Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig, Schalke und Dortmund. Die Schonzeit ist vorbei, die Zeit der Ausreden auch. Der stärkste Bundesliga-Motor stottert - also zuschlagen, bitte! Jetzt. Die Serie braucht euch.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".