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Alexander Nübel mit brisanter Klausel beim FC Bayern, die auch Neuer betrifft

Nübel werden Einsätze garantiert

Lesedauer: 5 Minuten

Im Sommer wechselt Alexander Nübel zum FC Bayern. Dort wird er hinter Manuel Neuer vorerst die Nummer zwei sein. Brisant: Einsätze sind ihm schriftlich garantiert.

Mit dem Transfer von Alexander Nübel wird ab Sommer 2020 der Umbruch im Bayern-Tor eingeleitet.

Rund um diese spektakuläre und nachvollziehbare Verpflichtung wird allerdings heiß diskutiert, warum der 23-Jährige freiwillig seinen Stammplatz bei Schalke 04 aufgibt, um es mit Manuel Neuer aufzunehmen, der seinen Vertrag sogar um zwei Jahre bis 2023 verlängern soll.

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Schalke-Keeper Alexander Nübel steht vor dem Schritt zum FC Bayern. Das 23 Jahre alte Juwel soll in München eine neue Torwart-Dynastie begründen - in Zukunft ... © Getty Images
... denn noch hütet Manuel Neuer das Tor des deutschen Rekordmeisters. Und der Kapitän ist nach SPORT1-Informationen nicht gewillt, einfach so Spielzeit abzutreten. Droht dem FCB ein brisantes Torwartduell? © Getty Images
Bayerns Torwartchronik ist voller Weltklasse-Schlussmänner, aber auch dem einen oder anderen Zweikampf um den Posten zwischen den Pfosten. SPORT1 zeigt die Bundesliga-Keeper des FC Bayern - und die Wachablösungen auf der Nummer eins © SPORT1-Montage/Getty Images/Imago
SEPP MAIER: Vom Aufstiegskeeper zum Welttorwart und zur Legende: Sepp Maier gewann mit dem FC Bayern (und der deutschen Nationalmannschaft) so gut wie alles und ging als "Katze von Anzing" in die deutsche Fußball-Geschichte ein © Imago
Gemeinsam mit Gerd Müller (l.), Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und Co. begründete er den sportlichen Aufstieg des FCB. Bis heute unerreicht: 442 Bundesliga-Spiele in Serie. Dann beendete ein Autounfall seine aktive Laufbahn © Imago
WALTER JUNGHANS: "Unter mir wird der Junghans zum Althans", sagte Maier über den Nachwuchskeeper. Doch nach Maiers Karriereende schlug zunächst die Stunde von Junghans (l.). Zwei Meistertitel gewann er mit Bayern, aber unumstritten war er nicht © imago
MANFRED MÜLLER: Schon in seiner zweiten Saison musste Junghans die Nummer eins fast zu gleichen Teilen mit Veteran Müller teilen - ehe 1982 ein neuer Top-Keeper an die Isar kam ... © Imago
JEAN-MARIE PFAFF: Der Belgier kam im Alter von 28 Jahren und als gestandener Torwart zum FCB - und blieb sechs Jahre dort. Die Bilanz kann sich sehen lassen: drei Meistertitel in Serie, zwei DFB-Pokal-Siege, Finale im Europapokal der Landesmeister 1987 und Welttorhüter 1987 © Imago
RAIMOND AUMANN: Schon zu Pfaffs Zeiten strebte ein junger Augsburger nach mehr. Und die Saison 1984/1985 begann Bayern mit dem damals 20 Jahre alten Aumann als Nummer eins - ehe der sich das Kreuzbandriss riss und Pfaff zurück ins Tor ging © Getty Images
Aumann (r.) und Pfaff, das war keine Partnerschaft, sondern ein handfestes Duell - buchstäblich: Im Training soll der Bayer den Belgier geohrfeigt haben. Als Sieger des Duells ging letztlich Aumann hervor, der bis 1994 Bayern-Keeper blieb © Imago
TONI SCHUMACHER: Eine neuerliche Verletzung von Aumann sowie Ersatztorwart Sven Scheuer sorgte 1991 für ein Intermezzo von Toni Schumacher, damals bereits 37 Jahre alt. Acht Spiele bestritt er für Bayern, ehe er seine Karriere zum ersten Mal beendete © Getty Images
GERALD HILLRINGHAUS: Die vielleicht unbekannteste Nummer eins der bajuwarischen Bundesliga-Historie. Auch er war Notnagel während Aumanns Verletzung und nach Schumachers Abschied, mehr war für ihn in München aber nicht drin © Imago
OLIVER KAHN: Der Wechsel von Aumann auf Kahn nahm ein paar Dinge vorweg, die später für Aufregung sorgten: Aumann ging zunächst davon aus, weiterhin die Nummer eins zu sein - und die Bayern-Fans hielten zuerst zu "ihrem" Aumann - doch der Rest ist Geschichte ... © Getty Images
Oliver Kahn wurde zur Bayern-Ikone, schrieb mit unglaublichen Paraden, zahlreichen Titeln und als "Titan" Geschichte: Champions-League-Sieger 2001, UEFA-Pokal-Sieger 1996, acht Meisterschaften, sechs Pokalsiege, drei Mal Welttorhüter - und ab 1.1.2020 im Vorstand des Klubs © Getty Images
MICHAEL RENSING/HANS JÖRG BUTT: Nach der Ära Kahn sollte Teenie-Torwart Rensing (l.) die Nachfolge antreten - doch schon zum Ende seiner ersten Saison verlor er das Vertrauen der Verantwortlichen und Veteran Butt (r.) übernahm © Getty Images
THOMAS KRAFT: Der nächste Jungkeeper, auf den viele rot-weiße Hoffnungen lagen, rückte nach der Winterpause 2010/2011 ins Bayern-Tor. Doch nach dem Aus von Trainer Louis van Gaal musste er zurück auf die Bank - zeitgleich sickerte durch, dass ein neuer Torwart kommen sollte ... © Getty Images
... zum großen Unmut einiger lautstarker Fans, die sich Kraft als künftige Nummer eins wünschten, wurde 2011 Manuel Neuer vom FC Schalke 04 ablösefrei verpflichtet. Wochenlang protestierte die Südkurve der Allianz Arena mit "Koan Neuer"-Plakaten © Imago
MANUEL NEUER: Der Ärger der FCB-Fans verflog schnell. In seiner ersten Saison in München erreichte Neuer das "Finale dahoam", in der zweiten folgte das Triple - und ganz nebenbei revolutionierte er bei Bayern und im DFB-Team das Torwartspiel neu © Getty Images
Nach Verletzungssorgen in den letzten Jahren ist der Weltmeister von 2014 derzeit wieder zu alter Stärke zurückgekehrt - und bietet wenig Grund, nicht auf ihn zu setzen. © Getty Images

SPORT1 erfuhr von einem heiklen Detail: Nübel sind Einsätze ab der kommenden Saison nicht nur versprochen, sondern sogar schriftlich zugesichert worden!  

Ein bemerkenswertes Detail, das in der Branche, vor allem bei Torhütern, unüblich ist.

Neuer will keine Spiele abgeben

Auf SPORT1-Nachfrage, ob es diese schriftliche Zusage gibt, teilte der FC Bayern lediglich mit, dass der Klub sich zu Vertragsdetails nicht äußern werde.

Öffentlich wurde zuletzt durch die Sportbild, dass Sportdirektor Hasan Salihamidzic angeblich von Neuer in einem Vier-Augengespräch verlangt haben soll, Nübel 15 Spiele zu überlassen. Neuer soll dies abgelehnt haben und ist bis heute stocksauer, dass Interna aus diesem Gespräch nach außen drangen.

In welchen Wettbewerben Neuer auf die Bank soll, ist nicht klar. Geht man jeweils von allen möglichen Spielen in DFB-Pokal und Champions League aus, käme man auf 19 Partien.

Nach SPORT1-Informationen lehnte Nübel hochkarätige Offerten ab, weil ihm die Bayern, allen voran Salihamidzic, den aus Nübel-Sicht schlüssigsten und erstrebenswertesten Karriere-Plan vorgelegt haben.

Schon 2018, als Nübel auf Schalke noch Ersatzmann hinter Ralf Fährmann war, hatte Bayern München sein Interesse hintergelegt. Das allein zeigt, wie überzeugt der Rekordmeister von Nübels Talent ist. Er soll der Bayern-Torhüter der nächsten zehn, zwölf Jahre werden.

Leihe von Nübel ist kein Thema

Deshalb unterschrieb der gebürtige Paderborner einen Vertrag bis 2025. Eine Leihe ab Sommer schloss Salihamidzic am Donnerstag ausdrücklich aus und bestätigte damit eine entsprechende SPORT1-Information. Nübel soll sich sofort in München entwickeln.

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Der Noch-Schalker, der immer wusste, dass Neuer verlängern soll, wird sich in München aber erstmal hinten anstellen und will in einer Übergangszeit vom Nationaltorwart lernen und sein Können in den zugesagten Pflichtspielen zeigen.

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Sein selbstbewusster Wechsel rührt aber auch daher, dass er nicht zuletzt aufgrund der schriftlichen Zusicherung an Einsätzen weiß, dass er nicht als dauerhafte Nummer zwei oder gar Bankdrücker nach München kommt.

Spannend wird auch sein, wie der zukünftige Bayern-Trainer damit umgeht, dass einer seiner Torhüter vertraglich spielen muss.

Bliebe der Trainer Hansi Flick, der die eigenen Talente zwar fördert aber ein Verfechter des Leistungsprinzips ist. Er könnte dann in einen Zwiespalt geraten. In Doha bezeichnete er den 33-jährigen Neuer als "weltbesten Torwart" und legte dem Verein sogar dessen Vertragsverlängerung nahe. Neuer wiederum stellte klar, dass er seine Zukunfts-Planung auch davon abhängig macht, "wie es mit Hansi Flick weitergeht".

Im Wüstenstaat gab sich Neuer rund um den Nübel-Transfer kämpferisch und ehrgeizig, Spiele freiwillig herzugeben ist nicht sein Ziel. Unvergessen seine Ansage: "Ich bin kein Statist, sondern Protagonist."

Salihamidzic vermeidet Dementi zur Klausel

Bleibt die Frage, wie Neuer reagiert, wenn er dazu verpflichtet wird, in ausgewählten Spielen zukünftig auf die Bank zu müssen?

Konkrete Gespräche darüber will Salihamidzic mit Neuer und dessen Management zeitnah führen. "Wir werden uns zusammensetzen, wenn wir zurückkommen. Ich habe Manuel auch schon vor der Winterpause gesagt, dass wir sehr daran interessiert sind, seinen Vertrag mit ihm zu verlängern. Da gibt es überhaupt kein Problem. Wenn Manuel solche Leistungen bringt, sind wir alle stolz auf ihn und freuen uns, dass er bei uns ist", so der Bald-Sportvorstand in einer Medienrunde am Donnerstag.

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Angesprochen auf mögliche Zusagen an Nübel wich Salihamidzic geschickt aus, sagte: "Wir reden nicht von Zusagen oder Verträgen. Das haben wir früher nicht gemacht und werden es auch in Zukunft nicht machen." Eine Dementi klingt anders.

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Vielmehr verteidigte er den Nübel-Deal vehement: "Der Transfer von Alexander Nübel ist strategisch und qualitativ ein Riesen-Gewinn für den FC Bayern ist. Manuel ist aber unsere Nummer eins, und Alexander weiß das. Er ist ehrgeizig, sehr selbstbewusst, wird sich aber unterordnen. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit Manuel."

Ist es vorstellbar für Salihamidzic, dass ein fitter Neuer (389 Bundesliga-Spiele) ab kommender Saison wegen Nübel (35) vereinzelt auf der Bank sitzt? "Das ist jetzt überhaupt kein Thema. Das werden wir alles in den nächsten Jahren besprechen."

Geklärt ist es allerdings jetzt schon.