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Seit 19 Pflichtspielen wartet Schalke 04 auf einen Sieg gegen den FC Bayern. Doch dieses Mal gibt es einige Punkte, die Königsblau Hoffnung machen.

An dieses Datum erinnert sich jeder Fan des FC Schalke wehmütig zurück. Am 2. März 2011 sorgte kein Geringerer als Raúl für das einzige Tor beim 1:0-Sieg der Königsblauen im Halbfinale des DFB-Pokals beim FC Bayern München.

Seitdem trafen die beiden Teams insgesamt 19 Mal in Pflichtspielen aufeinander. Kein einziges Mal konnte der Revierklub das Feld als Sieger verlassen. Kaum einer seiner Spieler habe überhaupt schon einmal gegen den Rekordmeister gewonnen, erklärte Schalke-Trainer David Wagner auf der Pressekonferenz vor dem erneuten Aufeinandertreffen am Samstag (Bundesliga: FC Bayern - FC Schalke 04 ab 18.30 Uhr im LIVETICKER).

Doch die Zeichen für die Schalker, endlich einmal wieder einen Sieg gegen den Rekordmeister einzufahren, stehen diesmal so gut wie lange nicht mehr. Unter Wagner hat sich das Team im Vergleich zur schwachen Vorsaison deutlich stabilisiert, zuletzt im Topspiel Borussia Mönchengladbach geschlagen.

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"Ein Punkt wäre super, zu gewinnen wäre Wahnsinn", gibt Wagner die Marschrichtung für das Spiel beim Team von Hansi Flick vor. SPORT1 nennt fünf Gründe, die Schalke gegen die Bayern hoffen lassen.

Defensive Stabilität

Unter Wagner hat sich Schalke defensiv enorm verbessert. Kassierte Schalke in der vergangenen Spielzeit noch 55 Gegentore, sind es nach 18 Spieltagen der aktuellen Spielzeit nur 21. Nur Gladbach musste weniger Gegentore hinnehmen. Auch die Bayern kassierten bisher ein Gegentor mehr als Königsblau.

Die erste Reifeprüfung für die Abwehr hat das Team in der Rückrunde bereits hinter sich. Gegen Gladbach blieb die Defensive um den jungen Ozan Kabak ohne Gegentor.

Pech im Hinspiel

Zugegeben, eine 0:3-Niederlage als hoffnungbringendes Argument anzuführen, mag auf den ersten Blick vermessen erscheinen. Doch das Hinspiel in Gelsenkirchen war weniger eindeutig, als es das Ergebnis vermuten lässt.

Die Schalker hielten gut mit, gerieten dann allerdings durch zwei Standardsituationen in Rückstand. Erst verwandelte Robert Lewandowski einen Elfmeter, kurz nach Wiederanpfiff erhöhte der Pole per Freistoß.

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Doch Schalke gab nicht auf, stellte die Bayern weiter vor Probleme und hatte Pech: Zweimal spielte im eigenen Strafraum ein Bayern-Spieler den Ball mit der Hand, beide Male blieb die Pfeife des Schiedsrichters stumm und auch der Videoassistent intervenierte nicht. Kurz vor Schluss entschied Lewandowski die Partie dann endgültig.

Mit ein bisschen mehr Glück hätte der Spielverlauf eine andere Richtung nehmen können.

Schalker Tempovorteile gegen Bayerns Abwehr

Die genaue Besetzung des Sturms ließ Wagner vor dem Spiel offen, da sich der etatmäßige Stürmer Benito Raman mit einem Infekt herumplagt. Fällt der Belgier aus, könnte ihn Eigengewächs Ahmed Kutucu ersetzen.

Kutucu bewies bereits in der vergangenen Saison, wie die Bayern-Defensive auszuhebeln ist. Nach einem Steilpass von Weston McKennie erzielte der gebürtige Gelsenkirchener bei der 1:3-Pleite in München den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer.

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Doch auch wenn Raman spielen sollte, haben die Schalker Offensivleute Schnelligkeitsvorteile gegenüber der Bayern-Defensive.

Unter Wagner hat sich auch das Umschaltspiel der Schalker verbessert. Bereits sieben Tore erzielte der Tabellenfünfte nach einem Konter. Und der Rekordmeister ist traditionell anfällig für schnelle Gegenstöße.

Schalke wieder voll im Saft

Der Wagner-Spielstil benötigt vor allem eins: viel Laufarbeit. Schalke hat sich unter seinem neuen Trainer zu einer der besten Pressingmannschaften der Liga entwickelt. Dazu bedarf es vieler Zweikämpfe, intensiver Läufe und Sprints. Das zehrt enorm.

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Gegen Ende der Hinrunde war den Königsblauen die enorme Kraftanstrengung anzumerken, Schalke wirkte müde. Doch in der Winterpause konnte das Team neue Kraft sammeln und zeigte sich gegen Gladbach gut erholt.

Die Schalker stehen wieder voll im Saft. Das ist für das Spiel gegen die Bayern enorm wichtig. Gegen die ballbesitzorientierten Münchner wird die Wagner-Elf viel Laufarbeit verrichten müssen. Nur dann können sie die Bayern mit ihrem Pressing vor Probleme stellen.

Schubert will es allen zeigen

Bei der ganzen Diskussion um Manuel Neuer und Alexander Nübel spielte Markus Schubert nur die Nebenrolle. Dennoch steht auch der 21-Jährige in diesen Tagen besonders im Fokus. Der ehemalige Dresdner, der zur neuen Saison die Nachfolge des zu Bayern wechselnden Nübel im Schalker Tor antreten soll, darf sich aktuell aufgrund der Rotsperre der etatmäßigen Nummer eins beweisen.

Die vergangenen drei Spiele hütete Schubert das Schalker Gehäuse, machte seine Sache mehr als ordentlich. Gegen Gladbach hielt er erstmals die Null. Noch hat Wagner nicht offiziell bekannt gegeben, ob der bei den Fans in Ungnade gefallene Nübel nach seiner Sperre ins Schalker Tor zurückkehren wird. Die Kapitänsbinde hat Nübel bereits verloren.

Schubert wird seinen Platz im Schalker Tor sicher nicht freiwillig räumen. Gegen die Bayern erlebt er sein bisheriges Karriere-Highlight. Führen seine Paraden zum Schalker-Sieg, hat Wagner wenig Argumente, ihn wieder aus dem Tor zu nehmen.

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