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München - Die "Friseur-Affäre" sorgte für Kritik in Leipzig. RB-Sportdirektor Markus Krösche äußert sich zum Vorfall, spricht über weitere Transfers und deutsche Talentförderung.

Der Besuch von Star-Friseur Sheldon Edwards im Teamhotel von RB Leipzig ist auch fünf Tage danach noch Gesprächsthema.

"Das war vielleicht keine glückliche Entscheidung", sagte Sportdirektor Markus Krösche beim Sportbusiness-Kongress SPOBIS in Düsseldorf zum Vorfall, der sich am Tag vor dem Liga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt erreignet hatte. 

Neun Leipziger hatten Edwards einfliegen lassen, um top-gestylt ins Spiel gehen zu können. "Die Jungs haben das eingesehen, damit ist das Thema für uns auch erledigt", sagt Krösche nun. 

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Ein Thema, dass trotz der erst kürzlichen Verpflichtung von Dani Olmo noch nicht ganz erledigt haben könnte, sind weitere Transfers bei RB. 

Olmo erst der Anfang?

Krösche zumindest ließ sich alle Möglichkeiten offen: "Es sind ja noch ein paar Tage Zeit. Ich würde jetzt nichts ausschließen. Es kann immer noch etwas passieren."

Der Sportdirektor wurde noch konkreter: "Da wir den ein oder anderen Verletzten im defensiven Bereich haben, werden wir uns da umschauen." Aber auch nur dann, wenn es zu 100 Prozent passen würde und man das Gefühl hätte, dass ein Spieler die Fähigkeiten habe, den Leipzigern sofort weiterhelfen zu können, so der 39-jährige weiter. 

Der CHECK24 Doppelpass am Sonntag, 11.00 Uhr mit Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche

Mit dem oben angesprochenen Olmo oder auch Borussia Dortmunds neuem Wunderstürmer Erling Haaland sind zwei vielversprechende junge Talente in die Bundesliga gekommen, bei denen erwartet wird, dass sie nach kurzer Eingewöhungszeit viel Spielzeit bei ihren jeweiligen Vereinen erhalten werden.

Talententwicklung nicht nur Aufgabe des DFB

Die Tendenz für Einsatzzeiten für deutsche Talente ist dagegen rückläufig: "Ich glaube, dass wir uns generell in dem Bereich weiterentwickeln müssen, und dass wir jungen Talenten frühzeitig die Möglichkeit geben müssen auch im Profibereich Fuß fassen zu können." so die klare Meinung von Krösche.

Dabei sieht er nicht nur den DFB in der Pflicht: "Das ist eine Aufgabe, die wir alle haben. Nicht nur der DFB, sondern auch wir Vereine. Daran müssen wir alle arbeiten, um wieder in der Lage zu sein auch viele deutsche Talente zu entwickeln."

RB Leipzig selbst hat eine beachtliche Entwicklung hinter sich. Nach ihrem Durchmarsch aus der Regionalliga in das deutsche Oberhaus, gehören die Roten Bullen inzwischen neben den Bayern und Dortmund zu den besten Mannschaften der Bundesliga. Die kürzlich gewonnene Herbstmeisterschaft sowie aktuell Platz 1 in der Tabelle unterstreichen diesen Status. 

Top 4 nach wie vor Ziel

An den Zielen ändert der aktuelle Tabellenplatz für Krösche aber nichts: "Wir wollen unter die ersten Vier kommen, sprich uns für die Champions League zu qualifizieren ist unser Ziel." Für ihn sei aber die Art und Weise, wie die Leipziger auftreten entscheidend.

"Die Jungs haben sich weiterentwickelt. Sie haben sehr, sehr gute Spiele abgeliefert, haben unheimlich viele Punkte geholt und das ist das, worauf wir uns fokussieren. Wir versuchen jeden Tag, dass wir unsere Leistung, die wir in den letzten Wochen und Monaten gezeigt haben, auf den Platz zu bekommen und dann werden wir Spiele gewinnen. Vielleicht auch viele Spiele gewinnen und dann wird man nachher sehen wo man landet."

Ob man ganz oben landen kann, darüber werden die nächsten zwei Wochen Aufschluss geben. Denn spätestens wenn das Top-Spiel kommenden Samstag gegen Gladbach (ab 18:30 im LIVETICKER) und der Kracher die Woche drauf bei den Bayern erfolgreich für die Leipziger laufen, könnte das Ziel von Top 4" doch noch in Richtung "Meisterschaft" nach oben korrigiert werden.   

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