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Gelsenkirchen - Michael Gregoritsch, Leihgabe vom FC Augsburg, wird gegen Gladbach zum Matchwinner. Der Österreicher musste sich dafür aber umstellen.

Am späten Abend, kurz vor Mitternacht, stand der Matchwinner dann in der Mixed Zone im Bauch der Arena auf Schalke.

Michael Gregoritsch gönnte sich zunächst noch einen Happen vom Pfannkuchen mit Nougatcreme, die es direkt nach dem Spiel in der blau-weißen Kabine gab. Dann resümierte die Leihgabe des FC Augsburg, die mit der Torvorlage zum 1:0 für Suat Serdar (48.) und dem selbst erzielten 2:0 (58.) die Königsblauen zum Rückrunden-Auftaktsieg über Borussia Mönchengladbach geschossen hat, die vorangegangenen 90 Minuten.

"Das ist einfach nur schön", sagte Gregoritsch, der erstmals seit dem 11. Mai 2019 wieder ein Bundesliga-Tor erzielte. "Ich habe ein halbes Jahr wenig gespielt. Da ist so ein Abend natürlich ganz besonders."

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Gregoritsch: "Sehr guter Beginn für mich"

Der 25-jährige Gregoritsch feierte das, was Journalisten gerne als einen Einstand nach Maß bezeichnen. Ein Tor hinten selbst mit einer Kopfball-Rettungsaktion auf der Linie verteidigt, eines aufgelegt und zuletzt eines selbst gemacht. "So erträumt man sich einen Einstand", jubelte der Ösi-Kicker. "Das ist ein sehr guter Beginn hier für mich auf Schalke. Ich hoffe, dass es so weitergeht und werde alles dafür investieren."

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Für seinen Leih-Wechsel von Augsburg nach Gelsenkirchen musste Gregoritsch, für den Schalke im Übrigen keine Kaufoption besitzt, seinen Spielstil ändern. Der hoch gewachsene Stürmer ist nicht gerade dafür bekannt, viel und vor allem gerne zu laufen. Das tat er in seine vorigen Stationen in Bochum, Hamburg oder Augsburg nicht unbedingt.

Auch deshalb habe ihn sein neuer Teamkollege Weston McKennie im Trainingslager noch mal vorsichtshalber gefragt, ob er denn auch wirklich gerne laufe. Gregoritschs Antwort: "Eigentlich nicht so." Dann habe McKennie fast schon drohend gesagt: "Dann wirst du es hier lernen. Alle die auf Schalke kommen müssen laufen."

Gregoritsch lernt Laufen bei Schalke

Den laufintensiven Spielstil auf Schalke gibt Trainer David Wagner vor. Der 48-Jährige möchte, dass seine Mannschaft den Gegner früh unter Druck setzt, ihn jagt, gegen den Ball presst.

Weil diese Arbeit auf alle Feldspieler, auch auf die Stürmer, zurückgeht, zeigte Wagner Gregoritsch bei einem ersten Treffen – Gregoritsch war da noch Augsburg-Spieler - ausschließlich Defensivszenen.

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"Ich habe ihm gezeigt", verrät der Coach, "wie unsere Stürmer verteidigen. Dann habe ich gefragt: Willst du das machen? Kannst du das?" Gregoritsch, den Wagner als offenen und schlauen Charakter bezeichnet, habe geantwortet: "Ich will das lernen. Ich will das machen." Die Frage, so Wagner, sei durchaus berechtigt gewesen. "Er ist schließlich 25 und hat das bisher eher nicht so gemacht."

Gregoritschs Arbeitsnachweis kann sich sehen lassen: Der Nationalspieler zog mit 39 Sprints hinter Benito Raman (42) die zweitmeisten aller Spieler. Er lief knapp zehn Kilometer, hielt viele Bälle fest und gab vorne vier Torschüsse ab. 1:0-Torschütze Serdar sagt über den Winter-Zugang: "Man hat gesehen, dass er Lust hat zu kicken. Er ist groß, robust und kann die Bälle gut festhalten. Dazu ist er torgefährlich und hat eine gute Technik. Wir haben genug gute Stürmer hintendran. Aber klar ist, dass wir diesen Typen, diese Kategorie Spieler, bislang nicht hatten."

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Über seinen neuen Spielstil sagte ein müder Gregoritsch abschließend: "Wenn neun Feldspieler hinter dir laufen, dann ist es Schwachsinn, wenn ich als einziger nicht laufe. Man fühlt sich da schon ein bisschen in der Pflicht." Dann verschwand er mit seinem Pfannkuchen in die Nacht.

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