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München - SPORT1-Experte Stefan Effenberg nennt die BVB-Vorteile durch den Transfer-Coup mit Stürmer Erling Haaland. Bedenklich sieht er die Situation beim FC Bayern.

Liebe Fußball-Freunde,

eines vorweg: Testspiele sollte man nicht auf die Goldwaage legen. Fünf Gegentore wie jetzt gegen den 1. FC Nürnberg will aber auch beim FC Bayern niemand bekommen.

Wenn man jetzt zu wenig Spieler beklagt, dann hat man auch zu wenig Qualität. Es gibt bei den Bayern nur 13,14 Profis, die bei 100 Prozent sind - das ist zu wenig.

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Es geht dabei auch um eine Trainingsqualität, die enorm sein muss, um auf dein Niveau zu kommen oder es zu halten. Deswegen braucht man eigentlich einen Kader mit 20 bis 22 Spielern auf Topniveau.

Klar ist für mich: Wenn du Spielformen mit vielen Spielern aus der zweiten Mannschaft trainierst, dann fällt das Trainingsniveau ab - und die Spieler, die gefordert werden müssen, werden nicht gefordert. Die Ansprüche bei Bayern sind hoch, das schaffst du nicht mit Spielern vom Campus.

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Effenberg: Bayern in sehr kritischer Situation  

Bayern ist in einer sehr kritischen Situation, sonst hätte Hansi Flick auch nicht derart klar formuliert, dass man unbedingt Verstärkung brauche. Er baut in gewisser Weise schon vor, falls die Saison nicht positiv verlaufen sollte. Flicks Forderung ist also ein Ausrufezeichen. 

Ich habe bei den Bayern aber Zweifel, das im Winter auch umsetzen zu können. Wenn du solche Ansprüche hast, gibt das der Markt im Winter nicht her. Ich glaube, dass sie eher den Fokus auf den Sommer legen müssen.

Neuer die unantastbare Nummer eins 

Was meine Meinung zum Wechsel von Alexander Nübel angeht: Die Torhüterposition ist etwas ganz Besonderes. In meinen Augen ist Manuel Neuer, wenn er 100 Prozent leistungsfähig ist, die unantastbare Nummer eins bei Bayern und auch in der Nationalmannschaft.

Tut sich Nübel durch seinen Wechsel von Schalke in seiner Entwicklung also damit einen Gefallen? Der Junge muss doch Woche für Woche spielen. Da kann mir keiner erzählen, dass 15 garantierte Spiele im Jahr reichen, um sich weiterzuentwickeln.

Wenn doch - und er lässt sich im Sommer nicht ausleihen - dann wäre das definitiv die falsche Entscheidung von Nübel.

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Haaland ein Glücksgriff für Dortmund

Definitiv ein Glücksgriff für Borussia Dortmund ist dagegen Erling Braut Haaland - ein Spielertyp, den es nicht mehr so oft gibt, denn: Haaland wird immer zwei Gegenspieler auf sich ziehen.

Das wiederum heißt, dass die Spieler drumherum wie Marco Reus oder Jadon Sancho dank Haaland mehr Freiraum bekommen - das ist Gold wert. Haaland wird die Verteidiger durch seine Robustheit und Power auf sich ziehen. Er ist ein Spielertyp, der für den BVB perfekt passt.

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Schwierig erscheint die Situation bei Mario Götze: Er hat diesen großen Schritt Bayern München schon hinter sich - der hat nicht funktioniert. Er ist zurück zu Dortmund, das hat auch nicht funktioniert.

Doch Götze ist ein Spieler, der das hundertprozentige Vertrauen vom Trainer braucht. Das aber muss man sich auch erarbeiten und erspielen, was er in Dortmund nicht geschafft hat. Von daher kommt für Götze – außer vielleicht Hertha mit Jürgen Klinsmann – nur noch das Ausland in Frage.

Bis zum nächsten Mal.

Euer
Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit zwei Spielzeiten bildet der 51-Jährige mit Marcel Reif und Reinhold Beckmann 

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