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München - In der Diskussion um die umstrittene Gelb-Rote Karte gegen Alassane Pléa kritisiert Gladbachs Manager die verschärfte Regelauslegung - und spricht von einem Witz.

Der Platzverweis von Alassane Pléa im Topspiel zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach ist auch am Tag danach noch ein heiß diskutiertes Thema.

"Ich kann nachvollziehen, wenn man sagt, dass sich das Verhalten ein Stück weit verändern muss. Wir hatten viele überzogene Emotionen", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1, als es um die Gelb-Rote Karte wegen Meckerns für den Borussia-Stürmer ging.

Eberl: "Erste Gelbe Karte der Witz"

"Gestern war für mich die erste Gelbe Karte der Witz an der Sache. Da hat der Schiedsrichter überzogen reagiert", führte Eberl weiter aus.

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"Die zweite gelbe Karte kannst du geben. Alles was danach kam, war hochemotional. Es wurde alles hektisch und unruhig. Das ganze Spiel war bis dahin sehr sachlich, sehr gut, ein tolles Fußballspiel. In einem Spiel wie gestern darf kein Exempel statuiert werden."

Pléa habe irgendetwas zum Schiedsrichter gesagt, bestätigte Eberl, der Punkt sei jedoch ein anderer. "Marcel Sabitzer will weiterspielen, will den Angriff einleiten. Dann haben wir einen Spieler weniger. Wenn da ein Tor fällt, dann bin ich sauer auf meinen Spieler. Denn dann hat er der Mannschaft geschadet. Aber dass er sich hinstellt und sagt, 'das kann doch nicht sein'. Also das dürfen wir schon noch machen auf dem Fußballplatz."

Russ unterstützt Eberl

Unterstützung erfuhr er von Marco Russ. "Wie war es denn früher, mit Werner Lorant an der Seitenlinie, mit Oliver Kahn und Stefan Effenberg? Die hätten dem Schiri den Kopf abgerissen bei so einer Aktion. Dagegen sind wir heute Chorknaben", sagte der derzeit verletzte Profi von Eintracht Frankfurt.

Ganz anderer Meinung war Reiner Calmund, der eine Verrohung im deutschen Fußball sieht und deshalb die schärfere Richtlinie des DFB befürwortet. 

"In keiner anderen deutschen Sportart benehmen sie sich auch nur annährend so wie die Wildsäue bei uns in der Fußball-Bundesliga. In anderen Stadien, auch in England, geht es mit Respekt zur Sache", meinte der ehemalige Manager von Bayer Leverkusen. 

Eberl kündigte an, sich mit Schiedsrichter Stieler persönlich noch austauschen zu wollen, den er für einen der besten deutschen Unparteiischen hält, um die Diskussion auf sachlicher Ebene zu beiderseitigem Nutzen weiterführen zu wollen.

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