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Nur ein Sieg aus den letzten sieben Ligaspielen - auf Schalke ist Ernüchterung eingekehrt. Tobias Holtkamp sagt voraus, dass sich die Königsblauen daran gewöhnen müssen.

Hallo Bundesliga-Freunde,

ich würde mich da festlegen: auf den FC Schalke 04 wartet ein stürmischer Frühling, sehr wahrscheinlich ohne Happy End im Mai. Die Wagner-Festspiele sind erst einmal vorbei. Und jetzt wird es spannend, wie die Blauen mit dem Tief umgehen.

Wer sich umhört auf Schalke dieser Tage, der spürt sofort, dass die Euphorie der ersten Saisonhälfte verflogen ist. Nur ein Sieg aus den letzten sechs Bundesliga-Spielen, das zieht runter. Die Spieler, denen Mut und Selbstvertrauen abhandengekommen scheinen - aber eben auch das Umfeld.

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In den Logen der Veltins-Arena ging es Samstag beim enttäuschenden Heimspiel gegen Paderborn (1:1) vielen um die fehlende Schalker Haltung oder Einstellung, unten auf dem Rasen. Die Spieler des Gegners, die hätten sich "so zerrissen, wie das sein muss". Das 5:1 im Hinspiel, das war doch "eine andere Mannschaft", meinten einige, deren Unternehmen zu den großen Sponsoren zählt auf Schalke.

In der Mannschaft brennt kein Feuer

Das Feuer aus dem Pokalspiel gegen Hertha, das Schalke noch spät für sich entscheiden konnte (3:2 n.V.), brannte gegen Paderborn nicht, nicht in der Mannschaft, nicht auf den Rängen. Dabei hatte Trainer David Wagner genau das vorher gefordert: "Diese Energie, die wir am Dienstag hatten, müssen wir wieder produzieren." Sie haben es nicht geschafft.

Dazu bleibt das Thema Alexander Nübel allgegenwärtig. Dessen Entscheidung pro Ersatzbank beim FC Bayern und gegen Spielpraxis auf Schalke verstehen nur die wenigsten, das Votum von Nübel, dem sie so vertrauten und den sie sogar zu ihrem Kapitän bestimmten, hat die Schalker getroffen.

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Die Grundstimmung ist nicht mehr so positiv wie in den ersten Monaten unter ihrem neuen Trainer. Wagner muss jetzt einige Probleme managen, die Mannschaft heiß und motiviert halten, auch wenn die Erfolgserlebnisse ausbleiben und der Abstand nach vorne größer wird. Ende November war Schalke Dritter, nur drei Punkte hinter Platz eins - und vor den Bayern. Die sind jetzt acht Punkte voraus (sollten aber auch nicht Schalker Maßstab sein).

Wagner muss ständig umbauen

Die königsblaue Konkurrenz im Kampf um die Plätze im Europapokal heißt Leverkusen, Mönchengladbach - auch Borussia Dortmund. Dazu kommt Hoffenheim von hinten, Freiburg hat Euphorie. Ihre gute Ausgangsposition haben sie verspielt. Hart, dass jetzt auch das Verletzungspech noch zuschlägt und mehrere Stammspieler ausfallen. Wagner muss ständig umbauen.

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Die letzten drei Monaten der Saison werden ein Herkulesjob für Schalke. Mich würde wundern, wenn sie diesem schon gewachsen sind. Es spricht nicht so viel dafür.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

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